Barbarossaplatz (Berlin)
Platz in Berlin-Schöneberg
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Der Barbarossaplatz ist ein Stadtplatz im Ortsteil Berlin-Schöneberg des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Er entstand im Zusammenhang mit der Wohnbebauung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er wird durch den Schmuckbrunnen dominiert.
| Barbarossaplatz | |
|---|---|
Schulbauten am Barbarossaplatz, im Vordergrund der Kinderbrunnen (noch ohne Treppenpodest) | |
| Basisdaten | |
| Ort | Berlin |
| Ortsteil | Schöneberg |
| Angelegt | Ende 19. Jahrhundert |
| Neugestaltet | in Arbeit (2026) |
| Einmündende Straßen | Eisenacher Straße, Barbarossastraße, Schwäbische Straße |
| Bauwerke | Wohnmiethäuser, Volkshochschule mit Grundschule am Barbarossaplatz |
| Nutzung | |
| Nutzergruppen | Fußgänger, Radfahrer, Autoverkehr |
| Technische Daten | |
| Platzfläche | 11.000 m² |
Lage
Der Platz bildet eine quadratische abgerundete Fläche und er ist mit drei Straßen verbunden: von Nord nach Süd verläuft die Eisenacher Straße, von Ost nach West die Barbarossastraße und von Südost nach Nordwest erstreckt sich die Schwäbische Straße. Alle diese Straßen werden durch die zentrale Platzfläche unterbrochen und gehen über den Platz nur als Fußweg. Der Fahrzeugverkehr wird im Kreis um ihn herumgeführt. Barbarossaplatz ist auch die postalische Adresse der rund um den Platz verlaufenden Straße. Auf der Grünfläche wurde ein Schmuckbrunnen aufgestellt, der spielende Kinder zeigt.
Beschreibung
Der Platz ist rund 1,1 Hektar groß und war wegen der Brand- und Sicherheitsschutzbestimmungen bei der Wohnbebauung, die hier ab den 1890er Jahren erfolgte, freizuhalten. So entstand im Zeitraum 1903 bis 1906 unter maßgeblichem Einfluss der städtischen Bauverwaltung unter der Leitung des damaligen Schöneberger Stadtbaurats Friedrich Gerlach der Platz als dekorative Mittelinsel mit einem umlaufenden kniehohen schmiedeeisernen Jugendstilzaun auf der Kreuzung dreier Straßen. Bald wurden aus diesen einfachen Freiflächen auf Beschluss der Berliner Stadtverordnetenversammlung durch Bepflanzen mit Gehölzen wie Laubbäumen und Buschwerk oder durch Aufstellen von Denkmälern bzw. Springbrunnen Schmuckplätze. – Die städtische Gartenverwaltung Schönebergs pflanzte 1910 fünf Platanen auf der Mittelinsel sowie einige Heckensträucher.
Gemäß einer Untersuchung des Bezirks Tempelhof-Schöneberg teilt sich der Platz gemeinsam mit der umgebenden Straße und den Fußsteigen wie folgt auf: Versiegelte Verkehrsflächen mit etwa 84 %, davon ca. 53 % Straßenland und ca. 31 % Gehwege. Lediglich rund 15 % der Gesamtfläche sind unbefestigte Grünflächen, die sich im Wesentlichen auf die „Insel“ in der Mitte des Platzes konzentrieren. Der Brunnen in dessen Zentrum ist ziemlich isoliert und von Spaziergängern nur schwer erreichbar.
Vor dem Haus Barbarossaplatz 1 erinnern zwei Stolpersteine an die jüdische Familie Hedwig und Abraham Rosenthal, die hier gewohnt hat und in der NS-Zeit umgebracht wurde.
Am Platz (Hausnummer 5–11) steht der denkmalgeschützte Gebäudekomplex der Volkshochschule „Albert Einstein“ mit dem Schulhaus der 18. Grundschule. Er entstand in den 1900er Jahren als Mädchenschule und Mädchen-Gymnasium.
(siehe Bild in der Infobox)
Namensgebung
Der Platz wurde nach der sie durchschneidenden Barbarossastraße benannt, die ihren Namen im Jahr 1892 erhielt und diesen von Friedrich Barbarossa (um 1122–1190), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, herleitet.[1]
Schmuckbrunnen auf dem Platz
Der im Zentrum des Platzes aufgestellte Springbrunnen ist ein Werk des Bildhauers Constantin Starck und wurde 1913 eingeweiht. Im Krieg gingen die Bronzefiguren verloren, wurden aber 1989 neu angefertigt, auch das zuvor zerstörte Brunnenbecken konnte erneuert werden.[2]
Umgestaltung des Platzes
Im Jahr 2024 hat die Bezirksverwaltung einen offenen einphasigen freiraumplanerischen Wettbewerb zur Umgestaltung des Platzes durchgeführt, mit der Zielstellung einer klimafreundlichen Änderung nach der Idee einer Schwammstadt. Zur Eröffnung des Wettbewerbs gab es am 21. März 2024 eine Bürgerwerkstatt in der Volkshochschule direkt am Barbarossaplatz, in welcher rund 100 Bürger ihre Ideen und Wünsche zum Verkehr, zum Klima und zur Nutzung eingebracht haben. Danach, vom 22. März bis zum 14. April 2024 war eine Mitwirkung über die Beteiligungsplattform mein.berlin.de weiter möglich, wovon 400 Personen Gebrauch machten.
Am 22. März 2024 konnten sich auch die Schüler beteiligen, wozu ihr Schülerparlament eine Platzbegehung organisierte und die gesammelten Wünsche der Klassen vorgetragen hat. Im Dezember 2024 ermittelte aus 21 Einsendungen eine Jury den Siegerentwurf „Grüner Salon für Alle“, der vom Dresdner Büro r+b landschaft s architektur stammt.[3] Gewonnen hat damit die verkehrsberuhigte Variante: der Platzabschnitt unmittelbar vor der Schule wird für den kompletten Verkehr dauerhaft gesperrt und in einen Fußgängerbereich verwandelt. Hervorhebenswert sind der hohe Grünanteil, die barrierefreie Wegeführung, die Stärkung der Sichtachsen zwischen der denkmalgeschützten Volkshochschule und dem ebenfalls denkmalgeschützten Kinderbrunnen, die zahlreichen neuen Sitzgelegenheiten sowie die Fahrradstellplätze. Zur Vorbereitung der Neugestaltung verlegt die BEW Berliner Energie und Wärme GmbH in den Jahren 2025/2026 auf und um den Platz noch Fernwärmeleitungen.[4] Bevor im Sommer 2027 die Bauarbeiten beginnen, wird die finale Ausführungsplanung der Öffentlichkeit nochmals präsentiert.[5][6]
Weblinks
- Erst Fernwärme, dann Grün – warum der Barbarossaplatz derzeit eine Großbaustelle ist, www.entwicklungsstadt.de.
- Machbarkeitsstudie Barbarossaplatz, www.ak-berlin.de.
