Barbourofelis
ausgestorbene Raubtiergattung der Familie Barbourofelidae
From Wikipedia, the free encyclopedia
Barbourofelis ist eine ausgestorbene Raubtier-Gattung der Familie Barbourofelidae innerhalb der Katzenartigen. Sie erreichte etwa die Größe eines Löwen und lebte im späten Miozän in Nordamerika und Eurasien.
| Barbourofelis | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Barbourofelis loveorum | ||||||||||||
| Zeitliches Auftreten | ||||||||||||
| spätes Miozän | ||||||||||||
| Fundorte | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Barbourofelis | ||||||||||||
| Schultz, Schultz & Martin, 1970 | ||||||||||||
| Arten | ||||||||||||
| ||||||||||||
Merkmale

Barbourofelis war ungewöhnlich kräftig gebaut und ähnelte im Körperbau eher einem Bären als einer heutigen Großkatze. Ihre mächtigen Eckzähne erinnerten stark an die von Säbelzahnkatzen (Machairodontinae) wie Smilodon.
Evolution und Systematik
Barbourofelis wurde als eigenständige Gattung im Jahr 1970 von Charles Bertrand Schultz, Marian R. Schultz und Larry Martin wissenschaftlich beschrieben und in die Nimravidae eingeordnet.[1] Die Gattung und auch die mit ihr beschriebene Tribus wurden benannt nach Erwin H. Barbour, den Direktor des University of Nebraska State Museums von 1891 bis 1941. Der Holotypus von Barbourofelis fricki wurde 1947, nur wenige Tage nach dem Tod von Barbour, entdeckt.[1]
Barbourofelis dürfte sich aus der Eurasischen Gattung Sansanosmilus entwickelt haben und wanderte am Beginn des späten Miozän vor etwa 10 bis 12 Millionen Jahren nach Nordamerika ein. Hier existierten insgesamt vier Arten von Barbourofelis, von denen drei vermutlich eine kontinuierliche Entwicklungsreihe darstellen, die von B. morrisi über B. loveorum bis zu der letzten Art B. fricki verlief. Die vierte nordamerikanische Art B. whitfordi stellt dagegen offenbar eine Seitenlinie dar, die zeitgleich mit B. morrisi, teilweise auch mit B. loveorum existierte. Die letzten Vertreter der Gattung starben mit der zugleich größten Art Barbourofelis fricki vor etwa 7 Millionen Jahren aus. Damit war die gesamte Familie der Barbourofelidae erloschen.[2] B. whitfordi wurde zudem teilweise der Gattung Albanosmilus zugeordnet, die dann als Schwestertaxon von Barbourofelis betrachtet wird.[3]
Der einzige Fund der Gattung außerhalb Nordamerikas wird B. piveteaui zugeschrieben und stammt aus dem frühen Spätmiozän der heutigen Türkei. Der unvollständige Schädel stellt zugleich einen der letzten Nachweise der Barbourofelidae außerhalb Nordamerikas dar.[4]