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Bargellini-Reaktion

Mehrkomponentenreaktion From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bargellini-Reaktion ist eine nach Guido Bargellini (1879–1963)[1] benannte Mehrkomponentenreaktion der organischen Chemie. Sie bietet eine gute Atomökonomie und ist verwandt mit den nach Jocic(-Reeve)[2] und Corey-Link benannten Reaktionen.

Bargellini berichtete im Jahr 1906 von der Bildung von 2-Methyl-2-phenoxypropionsäure durch die Einwirkung von Aceton auf Phenol in Chloroform in Gegenwart von Natriumhydroxid:[3]

Multikomponentensynthese von 2-Methyl-2-phenoxypropionsäure.
Übersichtsreaktion am Beispiel der Umsetzung eines β-Aminoalkohols (X = O) oder einen Diamins (X = NR) mit Aceton und Chloroform im basischen Milieu. Es entsteht ein substituiertes Morpholinon oder Piperazinon (rechts unten).

Durch Verwendung von Kaliumfluorid-beschichtetem Aluminiumoxid als basische Komponente können hydrolyseempfindliche Substrate geschont werden.[4]

Reaktionsmechanismus

Ein sterisch zugängliches Keton[5] addiert Trichlormethid – unter basischen Bedingungen durch Deprotonierung aus Chloroform in situ entstanden – und bildet das entsprechende Trichlormethylcarbinol bzw. -alkoxid. Dieses Additionsprodukt unterliegt der baseninduzierten intramolekularen Veretherung zum gem-Dichlorepoxid. An diese intermediär entstehende, reaktive Verbindung substituieren Nukleophile regioselektiv am α-Kohlenstoff, was zur Bildung von α-substituierten Carbonsäurechloriden führt. Nukleophile Acyl-Substitution, einschließlich Solvolyse, ergibt zum Schluss das Carbonsäurederivat.[6]

Möglicher Reaktionsmechanismus der Bargellini-Reaktion.[7]

Anwendung

Ein Anwendungsbereich dieser Reaktion ist die Herstellung von in α-Stellung sterisch gehinderten Carbonsäurederivaten.

Beispiele für Arznei- und Wirkstoffe, die per Bargellini-Reaktion zugänglich sind, sind Fenofibrat, Carfentanyl[8] und Griseofulvin-Analoga.[9]

Einzelnachweise

Weiterführende Literatur

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