Bariumcyanid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Bariumcyanid ist eine anorganische chemische Verbindung und das Bariumsalz der Cyanwasserstoffsäure (Blausäure).

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Ba2+-Ion 2 Cyanidion
Allgemeines
Name Bariumcyanid
Summenformel Ba(CN)2
Kurzbeschreibung

farblose bis weiße[1] zerfließliche prismatische Kristalle[2] mit schwach bittermandelartigem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 542-62-1
EG-Nummer 208-822-3
ECHA-InfoCard 100.008.021
PubChem 10961
Wikidata Q808217
Eigenschaften
Molare Masse 189,36 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

> 600 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

gut löslich in Wasser (800 g·l−1 bei 14 °C)[3] und Alkohol[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[5] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330310300410
EUH: 032
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Herstellung

Bariumcyanid kann durch Einleiten von Cyanwasserstoff in Barytwasser hergestellt werden.[2]

Es kann auch durch Glühen von Bariumhydroxid und Kohle an der Luft oder im Stickstoffstrom hergestellt werden.[2]

Eigenschaften

Bariumcyanid ist eine hygroskopische Verbindung und kristallisiert als Dihydrat Ba(CN)2 · 2 H2O in Form von prismatischen Kristallen, die bei 100 °C ihr Kristallwasser abgeben.[2] Beim Erhitzen von Ba(CN)2 im Wasserdampfstrom entsteht Bariumhydroxid Ba(OH)2 unter Austreibung von Ammoniak NH3 und Kohlenstoffmonoxid CO.[2]

Durch Erhitzen mit Magnesiumpulver unter Luftabschluss entsteht Bariumcarbid.[6]

Die Verbindung ist wärmeempfindlich. Sie entwickelt mit Säure hochgiftigen Cyanwasserstoff und zersetzt sich an feuchter Luft unter Freisetzung von Cyanwasserstoff. Unter Abschluss von Luft, Kohlendioxid und Feuchtigkeit ist sie stabil. Ihre wässrige Lösung reagiert alkalisch.[1]

Verwendung

Verwendet wird Bariumcyanid in der Galvanotechnik und in der Metallurgie.[4]

Einzelnachweise

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