Barkniewko
Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern
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Barkniewko (deutsch Barkenbrügge) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Stadt- und Landgemeinde Borne Sulinowo (Groß Born) im Powiat Szczecinecki (Neustettiner Kreis).
Geographische Lage
Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 25 Kilometer südlich von Neustettin und zehn Kilometer östlich von Borne Sulinowo (Groß Born) und wird vom Bach Zarne durchflossen.
Geschichte
Um 1783 hatte das damals adelige Dorf Barkenbrügge fünf kleinere Vorwerke, acht Bauernstellen, drei Kossätenstellen, eine Schmiede, eine zur Neustettiner Synode gehörige Filialkirche und war in die Anteile A, B, C, D, E und F unterteilt:[1] Das Rittergut Barkenbrügge A mit dem Vorwerk Raddatzer Krug auf der Feldmark befand sich seit 1717 im Lehensbesitz der Familie Hertzberg; Barkenbrügge A kam von dem Lieutenant George Caspar von Hertzberg an seine Söhne, und wurde, nachdem über ihr Vermögen Concurs entstanden war, 1769 dem Lieutenant Hans Jürgen von Hertzberg als meistbietenden zuerkannt. Dieser verkaufte zwar einen ganzen und 2 halbe Bauernhöfe 1770 an die Landräthin von Woldeck gebohrene von Seiger, der Major George Christoph von Hertzberg löste aber von derselben am 27 October 1781 diesen Antheil wieder ein.[1] Besitzer seit 1830 war Georg Graf Hertzberg, der es noch 1857 besaß.[2] Das Hertzbergsche Lehen Barkenbrügge B wurde 1674 von Caspar Rüdiger von Hertzberg an den Prediger Rhensius verkauft, dessen Erben es noch 1873 besaßen.[1] Das Hertzbergsche Lehen Barkenbrügge C war wiederholt verpfändet worden und wurde am 31. Mai 1781 von dem Staatsminister Ewald Friedrich von Hertzberg wieder eingelöst.[1] Das Allodial-Rittergut Barkenbrügge D befand sich seit 1854 im Besitz einer Frau von Zastrow, geb. Köppen.[2] Barkenbrügge E kaufte Fromhold Wilhelm von Seiger 1726 von einem von Hertzberg und hinterließ es seiner Tochter, Barbara Louisa von Seiger verehlichte von Woldeck. Der Major Peter Rüdiger von Hertzberg löste den 14 October 1766 und 1768 noch 2 zu diesem Gute gehörige Coßäthenhöfe wieder ein und verkaufte dasselbe den 15 September 1780 erblich dem Major George Christoph von Hertzberg.[1] Barkenbrügge F mit dem Vorwerk Grünhof auf der Feldmark war ein altes Lehen der Familie Bonin.[1][3]
Im Jahr 1865 erhob der preußische Fiskus in der Landgemeinde Barkenbrügge eine Grundsteuer in Höhe von 56 Reichstalern und 21 Silbergroschen, im Gutsbezirk Barkenbrügge A und F eine Grundsteuer von 16 Reichstalern und einem Pfennig sowie im Gutsbezirk Barkenbrügge B und C eine Grundsteuer von 30 Reichstalern, neun Silbergroschen und vier Pfennigen.[4]
Die Rittergüter Barkenbrügge A und F besaß um 1892 die Landrätin von Zastrow, die Rittergüter Barkenbrügge B und C der Ratzebuhrer Bürgermeister Georg von Hertzberg.[5] 1896 scheint die Familie Zastrow alleinige Gutsbesitzerin von Barkenbrügge gewesen zu sein.[6] Im Jahr 1927 war Barkenbrügge in der Liste der pommerschen Gutsbezirke nicht mehr verzeichnet.[7]
Die Gemeinde Barkenbrügge hatte um 1930 eine Flächengröße von 15,3 km². In der Gemarkung des Orts standen insgesamt 60 bewohnte Wohnhäuser an zwei Wohnstätten:[8]
- Barkenbrügge
- Neu Hertzberg
Im Jahr 1945 gehörte die Landgemeinde Barkenbrügge zum Landkreis Neustettin im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Barkenbrügge war dem Amtsbezirk Bahrenbusch zugeordnet.
Im Frühjahr 1945 wurde Barkenbrügge von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde die Region seitens der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit ganz Hinterpommern und der südlichen Hälfte Ostpreußens der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Es wanderten nun Polen zu. Barkenbrügge wurde unter der Ortsbezeichnung ‚Barkniewko‘ verwaltet. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der polnischen Administration aus Barkenbrügge vertrieben.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1783 | — | durch den Zarne-Bach zweigeteilter adeliger Wohnsitz mit fünf kleinen Vorwerken, einer Kirche und 24 Feuerstellen (Haushaltungen), im Lehensbesitz der Familien Hertzberg (südlicher Teil, 16 Feuerstellen) und Bonin (nördlicher Teil, acht Feuerstellen) befindlich[1] |
| 1818 | 92 | Kirchdorf, adelige Besitzung[9] |
| 1825 | 109 | Dorf, mit dem Vorwerk Grünhof[10] |
| 1852 | 293 | Dorf[11] |
| 1864 | 369 | am 3. Dezember, Gemeindebezirk sowie Gutsbezirke A und B zusammen[12] |
| 1867 | 404 | am 3. Dezember, davon 348 in der Landgemeinde, 21 im Gutsbezirk A und 35 im Gutsbezirk B[13] |
| 1871 | 401 | am 1. Dezember, davon 347 in der Landgemeinde (342 Evangelische und fünf Juden) sowie 13 im Gutsbezirk A (sämtlich Evangelische) und 41 im Gutsbezirk B (40 Evangelische und ein Katholik)[13] |
| 1885 | 382 | am 1. Dezember, davon 324 in der Landgemeinde (315 Evangelische und neun Juden) sowie 16 im Gutsbezirk A u. F (sämtlich Evangelische) und 42 im Gutsbezirk B u. C (sämtlich Evangelische)[14] |
| 1910 | 331 | am 1. Dezember, davon 313 im Gemeindebezirk und 18 im Gutsbezirk[15] |
| 1925 | 368 | darunter 364 Evangelische und ein Katholik.[8] |
| 1933 | 364 | [16] |
| 1939 | 138 | [16] |
Religionen
Literatur
- Barkenbrügge, Dorf und Gutsbezirk, Kreis Neustettin, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Barkenbrügge (meyersgaz.org).
- Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausfuͤhrliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Effenbart, Stettin 1784, 741–743, Ziffer 8 (Google Books).