Baron du Potet

französischer Anhänger der Homöopathie und des Mesmerismus From Wikipedia, the free encyclopedia

Baron du Potet (Geburtsname Jules Du Potet de Sennevoy; * 12. April 1796 in Sennevoy-le-Haut; † 1. Juli 1881 in Paris) war ein französischer Anhänger des Mesmerismus und Esoteriker.[1]

Portrait des Baron du Potet (1852)
Grabstein von DUPOTET de SENNEVOY (Baron du Potet) auf dem Friedhof Montmartre

Leben und Werk

Er wurde in als Sohn von Charles Jean-Baptiste du Potet (* 1763, Ricey-le-Haut; † 1832, Paris), Herr von La Chapelle und Sennevoy, und dessen Frau Simone Pierrette Babeau geboren. Er erwarb einen Doktorgrad der Literatur. Ausgebildet im Mesmerismus wurde er von Joseph Philippe François Deleuze und Abbé Faria und praktizierte danach in Krankenhäusern. 1819 führte der katalanische Zahnarzt Martorell in Paris die erste Zahnextraktion an einem „mesmerierten“ Patienten durch. Martorell entfernte die Zähne und führte weitere Behandlungen an Patienten durch, die von du Potet erfolgreich hypnotisiert worden waren. Seine frühe Entdeckungen betrafen die tranceauslösenden Eigenschaften eines „Zauberspiegels“ und die Wirkung einer abstrakten Symbolik auf Patienten in Trancezuständen. Es dauerte nicht lange, bis er den Ruf eines äußerst effektiver „Magnetiseurs“ erworben hatte. Als Henri-Marie Husson, Leiter des Hôtel Dieu in Paris, jemanden suchte, der ihn bei seinen Experimenten zum induzierten Schlafwandeln unterstützen sollte, fiel die Wahl auf ihn. Ab 1826 bot er der Öffentlichkeit kostenlosen Unterricht an und leitete eine freie Schule für Mesmerismus. Seine Beobachtungen dokumentierte er in der 1827 von ihm gegründeten Zeitschrift „Le Propagateur du Magnétisme animal“, die bis 1845 erschien. Angesichts der zunehmenden Zahl von Menschen, die diese Praktiken praktizierten, beauftragte die „l’Académie royale de médecine“ 1826 eine Untersuchung des tierischen Magnetismus. René Laennec wurde Vorsitzender der Kommission; allerdings war er sehr krank (und verstarb auch im gleichen Jahr), sodass er nicht in der Lage war, diese Untersuchung selbst zu leiten. An seiner Stelle kam Henri-Marie Husson zu einem positiven Untersuchungsergebnis. Doch zehn Jahre später forderte die Akademie 1837 eine neue Untersuchung an, deren Leitung sie Frédéric Elionor Dubois anvertraute. Diese Untersuchung ließ Zweifel an der gesamten objektiven Realität der angeblich beobachteten Phänomene aufkommen.

1837 wanderte er mit seiner Praxis für Tiermagnetismus nach England; er demonstrierte am University College Hospital London die Existenz des Magnetismus. Hier unterwies er den englischen Arzt John Elliotson und bildete ihn zum „Magnetiseur“ aus. Aufgrund des Drucks seiner Kollegen musste Elliotson seine Professur aber aufgeben und die Krankenhäuser, in denen er praktiziert hatte, verlassen. Er gründete daraufhin zwei Kliniken in Edinburgh und Dublin, die er „Mesmeric Hospitals“ nannte. Als homöopathischer Arzt praktizierte Du Potet auch in London; am North London Hospital soll er erfolgreich ein Mädchen mit epileptischen Problemen behandelt haben.

1845 begann er in Paris mit der Veröffentlichung des „Journal du Magnétisme“, das bis 1861 erschien und später von Hector Durville herausgegeben wurde. Damit baute er in Frankreich und im Ausland ein großes Netzwerk von Magnetiseuren auf. Nach der endgültigen Ablehnung des Magnetismus durch die Akademie der Medizin im Jahr 1842 wandte er sich okkultistischen, spiritistischen und schließlich theosophischen Kreisen zu (seine Schriften wurden häufig von Helena Blavatsky zitiert) und entwickelte eine spiritualistische Auffassung, in der der Magnetismus mit der Lebenskraft des Universums gleichgesetzt wurde. Er wandte sich gegen die medizinische und religiöse Elite, die diese „magnetische Offenbarung“ nicht nutzen wollte. Obwohl er ein überzeugter Antiklerikalist war, ist sein gesamtes Werk dennoch von religiösen Motiven geprägt. Er bezeichnete sich selbst als Prophet einer Wahrheit, die sich nur langsam durchsetze.

1852 veröffentlichte er in Paris das Buch La Magie dévoilée - ou principes de science occulte (dt. „Enthüllte Magie oder Prinzipien der okkulten Wissenschaft“). Das Werk war mit einem Porträtstich und mit vom Autor entworfenen Figuren illustriert. Diese Originalausgabe war nicht im Handel erhältlich und wurde nur in begrenzter Auflage gedruckt. Sie war Eingeweihten vorbehalten, und du Potet verlieh sie für die enorme Summe von 100 Francs in Gold und einen schriftlichen Eid, sie nicht preiszugeben oder ihre Geheimnisse zu verraten.[2] Er gründete in der Mesmerianischen Gesellschaft auch die Forschergruppe „La Chaîne Magnétique“, zu der auch Allan Kardec gehörte. Seine hohe Anerkennung führten manche auf den Verlust des Daumens seiner rechten Hand (!) zurück. Sein Ruf war offenbar so groß, dass ein wegen Mordes angeklagter Mann aufgrund der Beweise des „Sehers von Baron du Potet“ verurteilt und hingerichtet wurde.

Zu seinen letzten Handlungen gehörte die Organisation von Ferienkonferenzen zum Thema Mesmerismus. Zu den Interessierten zählten Alphonse de Lamartine, Honoré de Balzac, Alexandre Dumas und Jean Baptiste Henri Lacordaire.

Ehrungen/Positionen

Privates

Er heiratete zweimal, das erste Mal am 21. November 1833 in Paris Aglaia (Aglaé) Saunier. In zweiter Ehe heiratete er Marie Isaure Hérault. Er wurde zusammen mit seiner zweiten Frau und seinen Schwiegereltern Alexandre Hérault und Palmyre Desparanches auf dem Friedhof Montmartre in einem Mausoleum begraben, das eine Stele mit einer Marmorbüste von Guglielmo Bracony (1828–1921) enthielt.

Publikationen (Auswahl)

Monografien

Literatur

  • Anne Jeanson: De la thérapeutique au spiritualisme: le baron du Potet de Sennevoy (1796–1881), prophète du magnétisme à Paris. In: La Révolution française, 2023, 24 (24) (zugleich Diss. Du magnétisme à la magie: le baron Jules du Potet de Sennevoy (1796–1881) an der Université Paris sciences et lettres).

Einzelnachweise

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