Basaltiviridae
Familie spindelförmiger Archaeenviren
From Wikipedia, the free encyclopedia
Basaltiviridae (auch Basaltviridae[2] ist eine Familie spindelförmiger Archaeenviren. Die Familie wurde vom International Committee on Taxonomy of Viruses (ICTV) am 20. März 2026 mit der Master Species List MSL #41v1 offiziell bestätigt. Sie beinhaltet derzeit (Stand 9. April 2026) monotypisch nur eine einzige Spezies, Tsigisvirus. Die Familie hat derzeit incertae sedis noch keine Zuweisung zu einem Virus-Realm.[3][1]
| Tsigisvirus[1] | ||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Virion vorhergesagt spindelförmiger Archaeenviren | ||||||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||||||
| ||||||||||||||||
| Taxonomische Merkmale | ||||||||||||||||
| ||||||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||||||
| Tsigisvirus[1] | ||||||||||||||||
| Links | ||||||||||||||||
|

Beschreibung
Die Familie Basaltiviridae umfasst spindelförmige dsDNA-Viren mit zwei vollständig sequenzierten Vertretern, JdFR013 (Tsigisvirus orcuttae) und JdFR006 (Tsigisvirus beckeri), die per Clusteranalyse derselben Gattung Tsigisvirus zugeordnet sind. Diese Viren besitzen zirkuläre Genome mit einer Länge von ca. 13 kbp. Die meisten der in diesen Genomen kodierten Proteine weisen zwar keine Homologie zu anderen bekannten Viren aufwiesen, konnten mithilfe von HHpred-Funktionsvorhersagen[A. 1] einige virusspezifische Strukturproteine identifiziert werden:
- das Hauptkapsidprotein (vp1),
- das mit der DNA-Bindung assoziierte Kapsidprotein (vp2) und
- Protein der Endfilamente (vp4).[A. 2]
Ähnlich wie andere spindelförmige Viren enthalten auch diese Genome der Basaltiviridae Integrasen. Obwohl bisher (Stand April 2026) die Wirte der meisten spindelförmigen Viren nicht genauer als bis auf die oberste Rangstufe identifiziert werden konnte (nämlich die Domäne der Archaeen), wurde JdFR006 als Prophage innerhalb einer Spezies von Bathyarchaeen-Art in den mikrobiellen Metagenomen aus der Fund-Umgebung identifiziert.[3]
Details
Die Basaltiviridae sind spindelförmige Archaeenviren. Ihre beiden Gründungsmitglieder sind:[3]
- Bathyarchaeen-Virus JdFR006 (Bathyarchaeota virus JdFR006)
- Wirt: nicht näher identifizierte Bathyarchaeen Bathyarchaeota
- Genomlänge: 13.970 bp (Basenpaare)
- Archaeen-Virus JdFR013 (Archaeal virus JdFR013)
- Wirte: nicht identifizierte Archaeen
- Genomlänge: 13.328 bp
Fundort beider Vertreter: marines Metagenom (MAG) aus in Basalt eingeschlossenem Krustenfluid (englisch basalt-hosted crustal fluid) von der Flanke des Juan-de-Fuca-Rückens (JdFR), Nordostpazifik (Probenentnahme am 21. August 2014).[5][6][7]
Systematik
Die Systematik der Familie Basaltiviridae ist mit Stand 9. April 2026 wie folgt:[8]
Familie Basaltiviridae
Etymologie
Namensherkunft gemäß (angenommenem) Vorschlag an das ICTV:[3]
- Basaltiviridae
– von lateinisch basaltis ‚Basalt‘, in Anlehnung an die Umgebung, in der die beiden ersten (und bis April 2026 einzigen) Mitglieder dieser Familie gefunden wurden; versehen mit der Virusfamilien kennzeichnenden Endung ‚-viridae‘. - Tsigisvirus
– abgeleitet vom Quatsino[A. 3]-Wort „Tsigis“, das in deren Mythologie ein Ungeheuer der Tiefsee bezeichnet, und zudem auf den Namen des geplanten Meeresschutzgebiets (Marine Protected Area, MPA) verweist, in dem sich die Probenahmestellen befinden
- Beide haben maßgeblich zur Weiterentwicklung der CORK-Instrumente (englisch Circulation Obviation Retrofit Kit[9]) und zur Erforschung des Tiefsee-Untergrunds, insbesondere am JdFR, beigetragen.[3]
Anmerkungen
- Quatsino First Nation (ein Volk der Ureinwohner)