Basketball-Weltmeisterschaft

internationales Basketball-Turnier für Nationalmannschaften From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Basketball-Weltmeisterschaft ist ein Turnier für Basketballnationalmannschaften, das seit 1950 von der FIBA alle vier Jahre veranstaltet wird. In der Geschichte des Turniers wurde das Veranstaltungsjahr mehrfach um ein Jahr (vor und zurück) verschoben. Neben den Wettbewerben für Männer und Frauen werden auch Jugendweltmeisterschaften in den Altersklassen U21, U19 und U17 ausgetragen.

Schnelle Fakten
Basketball-Weltmeisterschaft
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Voller Name FIBA Basketball World Cup
FIBA World Championship (bis 2010)
AbkürzungBasketball World Cup
VerbandFIBA
Gründung1950
Erstaustragung1950
Mannschaften32
SpielmodusGruppenphase und K.-o.-System
TitelträgerDeutschland Deutschland (1. Titel)
RekordsiegerVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
und Jugoslawien Bundesrepublik 1992 Jugoslawien (beide jeweils 5 Titel)
Websitefiba.basketballVorlage:InfoboxBasketballwettbwerb/Wartung/Webseite
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Aktueller Weltmeister der Männer ist Deutschland, das Serbien im Finale der Basketball-Weltmeisterschaft 2023 mit 83:77 besiegen konnte.

Geschichte

Weitere Informationen Jahr ...
JahrBasketball-Weltmeister
1950 Argentinien Argentinien
1954 Vereinigte Staaten 48 USA
1959 Brasilien 1889 Brasilien
1963 Brasilien 1960 Brasilien (2)
1967 Sowjetunion 1955 Sowjetunion
1970 Jugoslawien Jugoslawien
1974 Sowjetunion 1955 Sowjetunion (2)
1978 Jugoslawien Jugoslawien (2)
1982 Sowjetunion Sowjetunion (3)
1986 Vereinigte Staaten 48 USA (2)
1990 Jugoslawien Jugoslawien (3)
1994 Vereinigte Staaten 48 USA (3)
1998 Jugoslawien Bundesrepublik 1992 BR Jugoslawien (4)
2002 Jugoslawien Bundesrepublik 1992 BR Jugoslawien (5)
2006 Spanien Spanien
2010 Vereinigte Staaten 48 USA (4)
2014 Vereinigte Staaten 48 USA (5)
2019 Spanien Spanien (2)
2023 Deutschland Deutschland
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1930 wurde auf dem Olympischen Kongress in Berlin beschlossen, Basketball in das Programm der Leichtathletikspiele (zu denen auch Fußball, Tennis, Polo und Hockey gehörten) aufzunehmen. Auf auf Initiative der Schweizerischen Basketball-Liga gründete sich am 18. Juni 1932 in Genf die FIBA. Gründungsmitglieder waren die nationalen Basketballverbände Argentiniens, Griechenlands, Italiens, Litauens, Portugals, Rumäniens, der Tschechoslowakei und der Schweiz. Im Februar 1935 wurde Basketball auf einer Sitzung des IOC-Exekutivkomitees in Oslo als olympische Sportart für die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin zugelassen.[1] Im selben Jahr organisierte die FIBA die erste Basketball-Europameisterschaft in Genf.

Die Idee einer eigenständigen Weltmeisterschaft entstand während des FIBA-Kongresses 1948 anlässlich der Olympischen Sommerspiele in London. Ziel war es, ein Turnier zwischen den Olympischen Spielen zu etablieren, das ähnlich wie die Fußball-Weltmeisterschaft der FIFA alle vier Jahre ausgetragen wird.

Die erste FIBA Basketball-Weltmeisterschaft fand 1950 in Buenos Aires statt. Argentinien gewann das Turnier und wurde damit erster Basketball-Weltmeister.[2]

In den Anfangsjahren dominierten vor allem Mannschaften aus Nord- und Südamerika sowie Ost-Europa. Vor allem die Sowjetunion und Jugoslawien entwickelten sich ab Mitte der 1960er Jahre zu führenden Basketballnationen. Während dieser Zeit traten die Vereinigten Staaten lange Zeit ohne ihre NBA-Profispieler an.

Die 1990er-Jahre markierten eine prägende Phase im internationalen Basketball. Zu Beginn des Jahrzehnts zerfielen die Sowjetunion und Jugoslawien in mehrere Nachfolgestaaten, wodurch sich für andere Nationen erstmals realistische Chancen auf Titelgewinne eröffneten. Gleichzeitig änderte die FIBA ihre Regeln und erlaubte nun die Teilnahme von Profispielern. Dies ermöglichte den Vereinigten Staaten erstmals mit NBA-Spielern anzutreten, was das Niveau und die Aufmerksamkeit des internationalen Wettbewerbs deutlich steigerte.

2006 fand die WM zum ersten Mal in Asien statt. Japan war Gastgeberland und Spanien sicherte sich seinen ersten Titel.[3]

2019 wurde das Teilnehmerfeld von 24 auf 32 Mannschaften erweitert.

Erstteilnahmen

Insgesamt sind in der FIBA 212 nationale Verbände registriert. Bis einschließlich der WM 2023 waren über 60 dieser Verbände bei einer Weltmeisterschafts-Endrunde mit einer eigenen Auswahl vertreten. Die folgende Liste gibt einen Überblick der WM-Premieren aller bisherigen Teilnehmer einschließlich der zum jeweiligen Zeitpunkt gültigen Bezeichnung ihres Staates bzw. Teilstaates.

  • Fett geschriebene Mannschaften wurden bei ihrer ersten Teilnahme Weltmeister.
  • mit einem * gekennzeichnete Mannschaften waren bei ihrer ersten Teilnahme gleichzeitig Ausrichter.
  • Kursiv geschriebene Mannschaften gehörten zum Rechtsnachfolger aufgelöster Staaten bzw. Verbände und hatten in der offiziellen FIFA-Statistik die vollständigen Ergebnisse und Titel ihrer Vorgänger übernommen (siehe auch Fußnoten).
Weitere Informationen Jahr, Erstteilnehmer ...
JahrErstteilnehmer
1950 Agypten 1922 Ägypten Argentinien Argentinien * Brasilien 1889 Brasilien Chile Chile
Ecuador 1900 Ecuador Frankreich Frankreich Jugoslawien Jugoslawien[A 1] Peru Peru
Spanien 1945 Spanien Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
1954 Israel Israel Kanada Kanada Paraguay Paraguay Philippinen 1944 Philippinen
Uruguay Uruguay Republik China (Taiwan) Republik China
1959 Bulgarien 1948 Bulgarien Mexiko 1934 Mexiko Puerto Rico Puerto Rico Sowjetunion Sowjetunion
Vereinigte Arabische Republik Vereinigte Arabische Republik[A 2]
1963 Italien Italien Japan Japan
1967 Polen Polen
1970 Australien Australien Kuba Kuba Panama Panama Korea Sud Südkorea
Tschechoslowakei Tschechoslowakei
1974 Zentralafrikanische Republik Zentralafrikanische Republik
1978 China Volksrepublik Volksrepublik China Dominikanische Republik Dominikanische Republik Senegal Senegal
1982 Kolumbien Kolumbien *
1986 Angola Angola Deutschland BR Deutschland[A 3] Griechenland Griechenland Malaysia Malaysia
Niederlande Niederlande
1990 Agypten Ägypten[A 2] Venezuela 1954 Venezuela
1994 Deutschland Deutschland[A 3] Kroatien Kroatien Russland Russland
1998 Jugoslawien Bundesrepublik 1992 BR Jugoslawien[A 1] Litauen Litauen Nigeria Nigeria
2002 Algerien Algerien Libanon Libanon Neuseeland Neuseeland Turkei Türkei
2006 Serbien und Montenegro Serbien und Montenegro[A 1] Slowenien Slowenien Katar Katar
2010 Iran Iran Jordanien Jordanien Serbien Serbien Tunesien Tunesien
2014 Finnland Finnland Ukraine Ukraine
2019 Montenegro Montenegro
2023 Georgien Georgien Kap Verde Kap Verde Lettland Lettland Sudsudan Südsudan
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  1. Die jugoslawische Nationalmannschaft bestand bis 1991. Zwischen 1995 und 2001 trat die Bundesrepublik Jugoslawien als Nachfolger an. Beide Nationalmannschaften repräsentierten „Jugoslawien“. Die Medaillen und Titeln werden daher zusammengerechnet, obwohl es sich nicht um die Nationalmannschaft desselben Staates handelt. Von 2003 bis 2005 trat die Basketballmannschaft von Serbien und Montenegro an, die völkerrechtlich identisch war, von der FIBA jedoch nicht als Nachfolger Jugoslawiens betrachtet wurde. Serbien und Montenegro nahm 2006 an der Basketball-Weltmeisterschaft teil, etwa zwei Monate nach dem Ende der Union. Die Mannschaft bestand überwiegend aus serbischen Spielern, ergänzt durch einen montenegrinischen Spieler.
  2. 1958 vereinten sich Ägypten und Syrien zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR). Unter diesem Namen nahm das Team 1959 an der Basketball-Weltmeisterschaft teil. 1961 verließ Syrien die Union, Ägypten behielt jedoch den Namen VAR bis 1971 bei und trat 1970 unter diesem Namen erneut bei der WM an. Nach einer längeren Pause qualifizierte sich Ägypten 1990 wieder für die WM und nimmt seitdem erneut als Ägypten in den Weltmeisterschaften teil.
  3. Die Bundesrepublik Deutschland nahm erstmals 1986 an einer Basketball-Weltmeisterschaft teil. Aufgrund der deutschen Teilung trat das Team damals als BR Deutschland (engl. West Germany) an. Seit der Wiedervereinigung 1990 startet die Nationalmannschaft unter dem Namen Deutschland (engl. Germany) und wird vom Deutschen Basketball Bund (DBB) vertreten. Die DDR qualifizierte sich nie für eine Basketball-Weltmeisterschaft; ihr Basketballverband ging nach der Wiedervereinigung im DBB auf. Die FIBA erkennt das wiedervereinigte Deutschland als Kontinuität der westdeutschen Mannschaft an.

Turniere im Überblick

Weitere Informationen Jahr, Ausrichter ...
Jahr Ausrichter Finale Spiel um Platz 3
Land Spielorte Weltmeister Ergebnis Zweiter Platz Dritter Platz Ergebnis Vierter Platz
1950
Details
Argentinien Buenos Aires Argentinien
Argentinien
64:50Vereinigte Staaten 48
USA
Chile
Chile
51:40Brasilien 1889
Brasilien
1954
Details
Brasilien Rio de Janeiro Vereinigte Staaten 48
USA
62:41Brasilien 1889
Brasilien
Philippinen 1944
Philippinen
66:60Frankreich 1946
Frankreich
1959
Details
Chile Antofagasta, Concepción,
Santiago de Chile, Temuco, Valparaíso
Brasilien 1889
Brasilien
81:67Vereinigte Staaten 49
USA
Chile
Chile
86:85Taiwan
Taiwan
1963
Details
Brasilien Belo Horizonte, Curitiba,
Petrópolis, Rio de Janeiro, São Paulo
Brasilien 1960
Brasilien
90:71Jugoslawien
Jugoslawien
Sowjetunion 1955
Sowjetunion
69:67Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
1967
Details
Uruguay Córdoba, Mercedes,
Montevideo, Salto
Sowjetunion 1955
Sowjetunion
71:59Jugoslawien
Jugoslawien
Brasilien 1960
Brasilien
80:71Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
1970
Details
Jugoslawien Karlovac, Ljubljana,
Sarajevo, Skopje,
Split
Jugoslawien
Jugoslawien
74:68Brasilien 1968
Brasilien
Sowjetunion 1955
Sowjetunion
62:58Italien
Italien
1974
Details
Puerto Rico Caguas, Ponce,
San Juan
Sowjetunion 1955
Sowjetunion
82:79Jugoslawien
Jugoslawien
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
83:70Kuba
Kuba
1978
Details
Philippinen Manila, Quezon City Jugoslawien
Jugoslawien
82:81 n. V.Sowjetunion 1955
Sowjetunion
Brasilien 1968
Brasilien
86:85Italien
Italien
1982
Details
Kolumbien Bogotá, Bucaramanga,
Cali, Cúcuta, Medellín
Sowjetunion
Sowjetunion
95:94Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
Jugoslawien
Jugoslawien
119:117SpanienSpanien
Spanien
1986
Details
Spanien Barcelona, Ferrol,
Madrid, Málaga,
Oviedo, Saragossa,
Teneriffa
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
87:85Sowjetunion
Sowjetunion
Jugoslawien
Jugoslawien
117:91Brasilien 1968
Brasilien
1990
Details
Argentinien Buenos Aires Jugoslawien
Jugoslawien
92:75Sowjetunion
Sowjetunion1
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
107:105Puerto Rico
Puerto Rico
1994
Details
Kanada Hamilton, Toronto Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
137:91RusslandRussland
Russland
Kroatien
Kroatien
78:60Griechenland
Griechenland
1998
Details
Griechenland Marousi, Piräus Jugoslawien Bundesrepublik 1992
BR Jugoslawien
64:62RusslandRussland
Russland
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
84:61Griechenland
Griechenland
2002
Details
USA Indianapolis Jugoslawien Bundesrepublik 1992
BR Jugoslawien[4]
84:77 n. V.Argentinien
Argentinien
DeutschlandDeutschland
Deutschland
117:95Neuseeland
Neuseeland
2006
Details
Japan Hamamatsu, Hiroshima,
Saitama, Sapporo,
Sendai
SpanienSpanien
Spanien[5]
70:47Griechenland
Griechenland
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
96:81Argentinien
Argentinien
2010
Details
Türkei Ankara, Istanbul,
Izmir, Kayseri
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA[6]
81:64Turkei
Türkei
Litauen
Litauen
99:88Serbien
Serbien
2014
Details
Spanien Barcelona, Barakaldo,
Granada, Las Palmas,
Madrid, Sevilla
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA[7]
129:92Serbien
Serbien
FrankreichFrankreich
Frankreich
95:93Litauen
Litauen
2019
Details
Volksrepublik China Peking, Nanjing, Suzhou, Wuhan, Guangzhou, Shenzhen, Foshan, Dongguan SpanienSpanien
Spanien[8]
95:75Argentinien
Argentinien
FrankreichFrankreich
Frankreich
67:59AustralienAustralien
Australien
2023
Details
Philippinen, Indonesien, Japan[9] Bocaue, Quezon City, Pasay, Jakarta, Okinawa[10] DeutschlandDeutschland
Deutschland[11]
83:77Serbien
Serbien
Kanada
Kanada
127:118 n. V.Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
2027
Details
Katar[12] Doha
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1Die UdSSR spielte ohne Spieler aus Litauen, Lettland und Estland.

Medaillenspiegel

Stand: 2023

Weitere Informationen Rang, Land ...
Rang Land Goldmedaillen Silbermedaillen Bronzemedaillen Gesamt
1 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 5 3 4 12
2 Jugoslawien Bundesrepublik 1992 Jugoslawien
(davon Jugoslawien SFR Jugoslawien)
(davon Jugoslawien Bundesrepublik 1992 BR Jugoslawien)
5
(3)
(2)
3
(3)
(–)
2
(2)
(–)
10
3 Sowjetunion Sowjetunion 3 3 2 8
4 Brasilien Brasilien 2 2 2 6
5 SpanienSpanien Spanien 2 0 0 2
6 Argentinien Argentinien 1 2 0 3
7 DeutschlandDeutschland Deutschland 1 0 1 2
8 RusslandRussland Russland 0 2 0 2
Serbien Serbien 0 2 0 2
10 Griechenland Griechenland 0 1 0 1
Turkei Türkei 0 1 0 1
12 Chile Chile 0 0 2 2
FrankreichFrankreich Frankreich 0 0 2 2
14 Kroatien Kroatien 0 0 1 1
Philippinen Philippinen 0 0 1 1
Litauen Litauen 0 0 1 1
Kanada Kanada 0 0 1 1
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Einzelnachweise

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