Zwischenwasser

Gemeinde im Bezirk Feldkirch, Vorarlberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Zwischenwasser ist eine Gemeinde in Österreich im westlichen Vorarlberg im Bezirk Feldkirch mit 3419 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Zwischenwasser
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Zwischenwasser
Zwischenwasser (Österreich)
Zwischenwasser (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Vorarlberg Vorarlberg
Politischer Bezirk: Feldkirch
Kfz-Kennzeichen: FK
Fläche: 22,63 km²
Koordinaten: 47° 17′ N,  40′ O
Höhe: 525 m ü. A.
Einwohner: 3.419 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 151 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6835
Vorwahl: 05522
Gemeindekennziffer: 8 04 24
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptstraße 14
6835 Zwischenwasser
Website: www.zwischenwasser.at
Politik
Bürgermeister: Jürgen Bachmann (Z3 Wir bewegen Zwischenwasser)
Gemeindevertretung: (Wahljahr: 2025)
19
5
19 5 
Insgesamt 24 Sitze
Lage von Zwischenwasser im Bezirk Feldkirch
Lage der Gemeinde Zwischenwasser im Bezirk Feldkirch (anklickbare Karte)KlausMeiningenSulzWeiler
Lage der Gemeinde Zwischenwasser im Bezirk Feldkirch (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortschaft Batschuns mit Pfarrkirche
Ortschaft Batschuns mit Pfarrkirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Blick auf Dafins

Geografie

Zwischenwasser liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Feldkirch auf 525 Meter Höhe. 71 % der Fläche sind bewaldet. Die höchste Erhebung der Gemeinde ist der Berg Hoher Freschen (2004 m ü. A.).

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[1]):

  • Batschuns (1250)
  • Dafins (470)
  • Muntlix (1699)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Zwischenwasser.

Das Gemeindegebiet umfasst die Ortschaften Muntlix (525 m) in der Talsohle, Batschuns (665 m) und Dafins (794 m) auf Hangterrassen der Freschengruppe. Muntlix ist der Hauptort der Gemeinde, an dem sich auch das Gemeindeamt (Sitz der Gemeindeverwaltung) und die Mittelschule Zwischenwasser befinden.

Die Besonderheit ist, dass keine der drei Ortschaften den Gemeindenamen trägt. Dieser leitet sich von der Lage der Gemeinde zwischen den Wässern der beiden Flüsse Frutz (Keltisch: „Strom“) und Frödisch ab.[2]

Nachbargemeinden

Die Gemeinde Zwischenwasser hat eine gemeinsame Gemeindegrenze mit sechs anderen Vorarlberger Gemeinden. Von diesen befinden sich fünf (Viktorsberg, Laterns, Rankweil, Sulz und Röthis) ebenso wie Zwischenwasser im politischen Bezirk Feldkirch und eine – nämlich die Bezirkshauptstadt Dornbirn – im Bezirk Dornbirn. Knapp südlich des Gipfels des Hohen Freschens treffen sich die Gemeindegebiete von Dornbirn, Zwischenwasser, Viktorsberg und Laterns in einem gemeinsamen Punkt.

Röthis Viktorsberg Dornbirn (DO)
Sulz Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Rankweil Laterns

Geschichte

Der erste schriftliche Hinweis auf eine Siedlung in Zwischenwasser findet sich in einer Urkunde von 1127. Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte Zwischenwasser zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zu Vorarlberg, dem westlichsten österreichischen Bundesland von Österreich, gehört es seit dessen Gründung (1861). Die Gemeinde war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerungsentwicklung

Zwischenwasser: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
854
1880
 
920
1890
 
939
1900
 
983
1910
 
984
1923
 
971
1934
 
1.135
1939
 
1.109
1951
 
1.363
1961
 
1.671
1971
 
2.329
1981
 
2.552
1991
 
2.813
2001
 
3.050
2011
 
3.105
2021
 
3.351
2025
 
3.419
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Seit 1939 steigt die Bevölkerung. Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 12,3 Prozent und 2025 lebten 3419 Menschen in Zwischenwasser.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen und Kapellen

Pfarrkirche zum Hl. Johannes dem Täufer, Batschuns

Pfarrkirche Batschuns

Den Auftrag zum Bau seiner ersten Kirche erhielt Clemens Holzmeister 1921 von Kaplan Albert Drexel. Die Kirche wurde 1921 bis 1923 als erste Kirche Vorarlbergs im Stil der Zwischenkriegszeit erbaut. Die Grundmauern für einen neugotischen Bau waren schon vorhanden, als das neue Projekt gegen großen Widerstand durchgesetzt wurde. Holzmeister nahm hier bereits Einiges vorweg, was bei seinen späteren Kirchen von Bedeutung wurde: Das ist einerseits die Übernahme von Elementen aus der lokalen Baukultur (einschließlich Materialien und handwerklicher Details) und andererseits die formale Steigerung des Baukörpers zur Zeichenhaftigkeit. Entsprechend ihrer Entstehungszeit zeigt die Kirche stilistische Spuren von Expressionismus. 1971/72 erfolgte eine Restaurierung.

Die Architekten Bernhard und Stefan Marte aus Weiler haben im Jahr 2002 die Friedhofserweiterung und Aufbahrungshalle geplant – was ähnlich diskutiert wurde wie seinerzeit der Kirchenbau.[3]

Pfarrkirche Hl. Fidelis, Muntlix

Pfarrkirche von Muntlix
Pfarrkirche Muntlix (Betonglasfenster von Konrad Honold, 1960; Hl. Ignatius, Hl. Gallus, Hl. Theresia von Lisieux)

Diese Kirche wurde zwischen 1958 und 1962 errichtet und 1962 geweiht. Die Fassade trägt ein Mosaik des Hl. Fidelis vom Schrunser Künstler Konrad Honold, der auch das Betonglasfenster gestaltete.
Neben der Kirche steht ein Kriegerdenkmal – bestehend aus vielen unterschiedlich langen Metallstäben. An der Wand steht ein Metallkreuz und auf jedem Stab ist eine Metallplakette mit dem Namen des Gefallenen oder Vermissten.

Pfarrkirche Hl. Josef in Dafins

An dieser Stelle wurde bereits um 1715 ein Gotteshaus errichtet. Die heutige Kirche wurde großteils 1917/1918 neu erbaut.

Kapelle

im Bildungshaus Batschuns

Kapelle Hl. Wendelin in Buchebrunnen

Diese Kapelle wurde 1724 erbaut.

Weitere Bauwerke

Ansitz Weißenberg

Das „Batschunser Schlössle“ wurde vor 1601 als Ansitz der Feldkircher Patrizier Brock von Weißenberg erbaut.

Textilfabrik Rueff Muntlix (1988)

Textilfabrik Rueff

Dies ist eine von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Textilfabrik. Er gestaltete 1988 parallel auch die Straßenschilder und Hausnummerntafeln in Zwischenwasser.

Frödischsaal in Muntlix

Die 1994 erbaute, moderne Holzkonstruktion dient vorrangig dem Sportunterricht, wird aber auch für diverse Festveranstaltungen verwendet. Das Gebäude beinhaltet auch eine Bibliothek und das Gasthaus Frödisch.[4]

Osangbrücke in Dafins

Bei der Osangbrücke, welche über das Mühltobel führt, handelt es sich um eine gedeckte Holzbrücke. Sie wurde im Jahr 1999 durch die Dorfbevölkerung unter der Führung des Kulturvereins Dafins restauriert.

Versuchsseilbahn Batschuns

Die Versuchsseilbahn Batschuns war eine Pendelseilbahn, die 1962/63 abgebaut wurde. Die Bergstation Suldis ist nunmehr eine Ruine, die Talstation seither ein Wohnhaus.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Jahr 2010 gab es in der Gemeinde 46 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon dreizehn Haupterwerbsbetriebe.[5] Im sekundären Wirtschaftssektor fanden 148 Personen in 28 Betrieben Arbeit, zumeist bei der Herstellung von Waren oder im Bau. Der tertiäre Wirtschaftssektor beschäftigte 288 Menschen in 123 Betrieben, fast die Hälfte davon in sozialen und öffentlichen Diensten (Stand 2011).[6][7]

Bildungseinrichtungen

Bildungshaus

Neben dem römisch-katholischen Bildungshaus Batschuns mit seinem vielfältigen Angebot gibt es in Zwischenwasser drei Kindergärten, drei Volksschulen und eine Mittelschule, aber auch Büchereien in Muntlix und Batschuns.[8]

Tourismus

Zwischenwasser bietet durch seine Natur- und Landschaftsvielfalt zahlreiche Freizeitmöglichkeiten; insbesondere zum Wandern, Mountainbiken, Skitouren und Schneeschuhwandern. Weiters hatte die Gemeinde im Ortsteil Furx (1140 m) zwei Schlepplifte (gemeinsame Bergstation in circa 1225 m Höhe). Durch die Ausstattung mit einer Flutlichtanlage bestand auch die Möglichkeit zum Nachtskilauf. Der längere Lift mit einer in etwa 975 m Höhe gelegenen Talstation wurde bereits 2023 abgebaut. Unter anderem aufgrund einer klimawandelbedingt abnehmenden Zahl von Betriebstagen, somit fehlenden Einnahmen sowie des einige Investitionen erfordernden technischen Zustandes des gebliebenen Liftes (Talstation in etwa 1075 m Höhe) beschloss die Gemeindevertretung Anfang November 2025, ihn aufzulassen und abzureißen.[9] Die kleinen Wintersportanlagen am Zwergberg, auf denen Kinderskikurse abgehalten werden und gerodelt werden kann, werden mit einem gemeinschaftlichen Engagement von Vereinen, Privatpersonen und Firmen weiter betrieben.[10]

Energie

Zwischenwasser gehört zu den 24 Gemeinden in Österreich (Stand 2019), die mit der höchsten Auszeichnung des e5-Gemeinden Energieprojekts ausgezeichnet wurden. Das e5-Gemeinde-Projekt soll die Umsetzung einer modernen Energie- und Klimapolitik auf Gemeindeebene fördern.[11]

Politik

Gemeindevertretung

 
Gemeindevertretungswahl 2025
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
76,3
(+29,73)
n. k.
(−23,46)
23,7
(+7,98)
n. k.
(−14,25)
Z3 Wir bewegen Zwischenwasser
20202025

In Vorarlberg wählen die Bürger alle fünf Jahre die Mitglieder der Gemeindevertretung durch Ankreuzen eines Listen-Wahlvorschlages bzw. durch Mehrheitswahl wenn kein Listenvorschlag vorliegt.[12] Weiters den Bürgermeister durch Ankreuzen eines Wahlvorschlages.

Die Wikipedia wünscht sich an dieser Stelle ein Bild vom hier behandelten Ort.

Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

Die Gemeindevertretung wählt in der konstituierenden Sitzung aus ihrer Mitte – sofern keine Wahl durch die Bürger zustande kam – gemäß § 61 Gemeindegesetz[13] einen Bürgermeister und dann einen mindestens dreiköpfigen Gemeindevorstand. Die Zahl dieser „Gemeinderäte“ darf aber gemäß § 55 den vierten Teil der Zahl der Gemeindevertreter nicht übersteigen.

Der Bürgermeister führt den Vorsitz bei den generell öffentlichen Sitzungen der Gemeindevertretung, in denen kommunale Belange besprochen und Beschlüsse gefasst werden. Beobachter haben kein Mitspracherecht und kein Stimmrecht. Die Gemeindevertretung kann nach Bedarf Ausschüsse bestellen. Sitzungen des Gemeindevorstandes und der Ausschüsse sind nicht öffentlich.

Sitzverteilung nach den Wahlen

Bürgermeister

Wappen

Der Gemeinde wurde 1966 folgendes Wappen verliehen: In blauem Schild zwei von den beiden Oberecken ausgehende silberne Flussarme, die im Schildfuß zusammenlaufen. Dazwischen ein goldener Baum mit drei Ästen.[30]

Die beiden Flussarme zeigen den Zusammenfluss von Frutz und Frödisch, die namensgebend für die Gemeinde sind. Die drei Äste stehen für die drei Ortschaften Batschuns, Dafins und Muntlix, aus denen Zwischenwasser besteht.[31]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

  • Daniel Matt (* 1976), Politiker (NEOS) und Bankangestellter
Commons: Zwischenwasser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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