Bauhof am Deichtor
nicht erhaltener Bauhof der Stadt Hamburg
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Der Bauhof am Deichtor war von 1660 bis 1847 der Bauhof der Stadt Hamburg. Er wurde zwischen 1666 und 1675 unter Leitung Hans Hamelaus und Lorenz Dohmsens auf dem Gelände des heutigen Deichtorplatzes gebaut und zwischen 1847 und 1868 abgerissen, um Platz für den Bau des Berliner Bahnhofs zu machen. Das zweigeschossige Gebäude war komplett aus Fachwerk und um einen Werkhof herum errichtet.



Institution
Der Bauhof wurde 1336 erstmals erwähnt und befand sich anfangs auf dem Wandrahm vor dem Brooktor, das daher in alten Karten auch als Bautor (aedilis porta) verzeichnet ist. Er unterstand zunächst direkt dem Rat, ab 1563 dann einer gemischten Deputation aus zwei Ratsmitgliedern (den Bauhofsherren) und zwei (ab 1686 drei, ab 1746 fünf) ehrenamtlich tätigen Bürgern, den Bauhofsbürgern oder Baubürgern.[1] Die technische Leitung oblag dem Bau- und Zimmermeister (später Stadtbaumeister), ferner gab es einen Ratsmaurermeister, einen Bauhofschreiber, je einen Blei- und Schieferdecker sowie diverse Säger, Flößer und Fuhrleute; die Zahl der Beschäftigten schwankte nach Bauvolumen und Jahreszeit.[1]
Der Bauhof war anfangs für alle auf Rechnung der Stadt ausgeführten Bauarbeiten zuständig: öffentliche Verwaltungsgebäude, Straßen, Brücken und Wege sowie insbesondere die Festungsanlagen (Gräben, Wälle, Stadttore). Bis zur Gründung der Admiralität (1623) besaß der Bauhof auch die Zuständigkeit für alle Wasserbauten im Hafen und die Unterhaltung des Elbfahrwassers einschließlich der Tonnen und Leuchtfeuer bis Neuwerk.[1]
Nachdem ab 1804 die Festungsanlagen abgetragen wurden, verlor der Bauhof an Bedeutung, und wurde nach dem Ende der französischen Besetzung 1814 mit anderen Deputationen wie z. B. der Gassendeputation zur neuen Baudeputation zusammengelegt. Danach diente das Bauhof-Gebäude als Lager der Baudeputation.[2] In den letzten Jahren seines Bestehens diente das Gebäude auch als Zeughaus, Museumsgebäude und nach dem Hamburger Brand als Notunterbringung. 1847 riss die Stadt für den Bau des Berliner Bahnhofs den damals ungenutzten Teil ab, im Jahr 1852 wurde vom genutzten Teil der Nordflügel abgebrochen. 1868 fiel der Rest des Bauhofs einem Zollschuppen der Eisenbahnverwaltung zum Opfer.[2]
Gebäude
Vor der Errichtung des Bauhofs befand sich am Deichtor eine Pferdemühle.[3] Das Vorgängergebäude des Bauhofs am Deichtor befand sich auf dem Wandrahm; an seiner Stelle wurde ebenfalls von Hamelau 1661 ein städtisches Kornhaus errichtet, das später auch als Kaserne genutzt und 1871 abgerissen wurde. Nach ihm ist die Kornhausbrücke benannt.
Der Bauhof am Deichtor hatte eine unregelmäßig viereckige Form, die einzelnen Seiten waren 55 Meter, 109 Meter, 126 Meter und 137 Meter lang. Ab 1672 war er durch einen Kanal unter der Straße direkt mit dem Wasser verbunden.
Im Inneren befanden sich Arbeits- und Lagerräume sowie Büros und Wohnräume.
Portale

Drei der Portale des Hamburger Bauhofs fanden ihren Weg in die Sammlung des Museums für Hamburgische Geschichte, in dem sie fest verbaut sind. Das Westportal, auch Hauptportal, mit Schild und Helmzier bildete den Haupteingang des Bauhofs. Das Fleet-Portal zeigt die Tätigkeiten auf einer Baustelle. Das Nordportal, das Arbeiter darstellt, bildete den Stalleingang des Bauhofs.
Das Hauptportal zeigt in den Zwickeln Personifikationen von Architektur und Bautechnik. Die Personifikation der Architektur hält in der Hand einen Palais niederländischer Bauart nach neuester Mode des späten 17. Jahrhunderts. Ebenfalls solche Personifikationen, wenn auch ohne Palais, zeigt der Zwickel des Fleet-Tores. Auf beiden Toren ist die Aufteilung ähnlich: Je eine weibliche Figur in antiker Tracht symbolisiert die Bautechnik, eine die Architektur. Beide tragen je ein Werkzeug in der Hand. „Die Architektur“ hält ein Gebäude in der Hand, „das Bauwesen“ weist mit der Hand auf einen Windmühlenflügel. Im Hauptportal sind die Wappen der Bauherren und Baubürger abgebildet, die zur Bauzeit aktiv waren. Wappen späterer Bauherren und Baubürger wurden später in Innenräumen des Bauhofs angebracht. Auf dem Architrav des Hauptportals befindet sich eine holzumrahmte Sandsteintafel. Auf ihr sind die Wappen der Baubürger Kampe, Bartels, Busch und Peters zu sehen, die zur Zeit der Errichtung des Bauhofs aktiv waren. Auf dem Architrav des Fleettores ist eine holzumrandete Sandsteintafel angebracht, die Zimmerleute bei der Arbeit zeigt.
Der Zwickel des Nordportals zeigt drei Pferde, die auf ihren Hinterbeinen stehen. Auf dem Architrav ist eine Holztafel, die Arbeiter beim Tragen, Schneiden und der Zubereitung von Futter darstellt.
Alle drei Portale haben zwischen den Figuren des Zwickels einen Schild. Dieser zeigt auf allen drei Portalen einen Helm mit Helmzier. Ursprünglich war hier das Hamburger Stadtwappen, das während der französischen Besetzung Hamburgs entfernt wurde.