Bayaweber

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Der Bayaweber (Ploceus philippinus) auch Bajaweber ist mit einer Körperlänge (Schnabelspitze bis Ende Schwanzfedern) von 15 Zentimeter ein mittelgroßer Vertreter der Familie der Webervögel. Er ist auf dem indischen Subkontinent und in Südostasien beheimatet.[1][2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Bayaweber

Bayaweber (Ploceus philippinus), Männchen im Prachtkleid

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Webervögel (Ploceidae)
Unterfamilie: Ploceinae
Gattung: Ammerweber (Ploceus)
Art: Bayaweber
Wissenschaftlicher Name
Ploceus philippinus
(Linnaeus, 1766)
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Aussehen

Weiblicher Bayaweber

Bayaweber haben eine Körperlänge von 15 Zentimetern und ein Gewicht von 18 bis 28 Gramm.[1]

Im Schlichtkleid sehen sich Weibchen und Männchen sehr ähnlich, während das Männchen im Prachtkleid Gelb an Kopf, Brust, und Rücken zeigt, sowie ein dunkelbraunes Gesicht.[1][3] Das Männchen hat im Prachtkleid eine gelbe Krone, dunkelbraune Deckfedern und Kehle, eine ungestreifte gelbe Brust und einen gelben Mantel und Schulterfedern.[4] Weibchen oder nicht brütende Vögel haben in der Regel eine ungefleckte gelbbraune bis blassgelbliche Unterseite.[4]

Stimme

Gesang des Bayawebers in Indien

Der Gesang dieses Vogels besteht aus einer Reihe von zwitschernden Tönen, gefolgt von einem Pfeifen, einem Summen und schließlich einigen Zwitschern.[1]

Verbreitung und Lebensraum

Verbreitungsgebiet des Bayawebers

Diese Art kommt von Pakistan über Indien bis nach Südwestchina, in ganz Südostasien und südlich bis Sumatra und Djawa vor. Dort bewohnt sie Savannen, Waldränder, Getreidefelder, kommt aber auch in Gebirgen wie dem Himalaya bis in einer Höhe von 1.400 Metern vor.

In ihrem Verbreitungsgebiet hält sich der Bayaweber ganzjährig auf, da er kein Zugvogel ist.[1]

Lebensweise

Bayaweber sind sehr gesellige Vögel[3] und benutzen gemeinsame Schlafplätze.[5] Sie suchen in Schwärmen auf Ackerflächen nach Getreide.[3]

Fortpflanzung

Kolonialer Nestbau in Baum über Wasser

Die Männchen dieser Art weben beutelförmige Hängenester[2] in Akazien-, Dalbergia- und Prosopisbäumen, 3 Meter über dem Boden. Diese Kolonienester aus Palmenblättern und Grashalmen können bis zu 200 Individuen umfassen. Männchen bauen das Nest, um Weibchen anzulocken.[4]

Das Nest ist hängend, an Blattspitzen befestigt, einstöckig und gestielt mit einer zentralen Nistkammer und einem langen vertikalen Tunnel, der zu einem seitlichen Eingang der Kammer führt. Bevor das Nest halbfertig ist treffen die Weibchen ein und besuchen mehrere Nester, bevor sie sich paaren.[3] Das Paarungssystem is polygyn, mit 3–5 Weibchen pro Männchen. Der Nestbau erfolgt meist kolonial, mit bis zu 60 Nestern in einem einzigen Baum und mehr als 200 in einigen Kolonien.[1]

Der Bayaweber brütet auf dem indischen Subkontinent während der Regenzeit (Monsun). Das Weibchen legt 2–4 weiße Eier und bebrütet sie 14–17 Tage lang.[3] Das Weibchen allein brütet die Eier aus und versorgt die Küken. Sie verlässt das Nest, um Futter zu suchen, und lässt die Küken allein zurück. Da das hängende Nest geschlossen ist und der Eingang nach unten zeigt, sind die Küken im Gegensatz zu Küken in offenen Nestern relativ sicher vor Raubtieren. Während dieser Zeit ist das Männchen damit beschäftigt, Weibchen zu seinen anderen Nestern zu locken, von denen es bis zu drei geben kann.[6]

Unterarten

Es werden fünf Unterarten anerkannt:[7]

Gefährdung

Bei der Beurteilung im Jahre 2024 wurde der Bayaweber, aufgrund seiner weiten Verbreitung und dem Fehlen bekannter Gefährdungen, von der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) als nicht gefährdet (engl.: "Least Concern") eingestuft.[8]

Galerie

Quellenangabe

  • Peter H. Barthel, Christine Barthel, Einhard Bezzel, Pascal Eckhoff, Renate van den Elzen, Christoph Hinkelmann, Frank Dieter Steinheimer: Die Vögel der Erde – Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen. 3. Auflage. Deutsche Ornithologen-Gesellschaft, Radolfzell 2002 (do-g.de [PDF]).
  • Jiří Felix (Hrsg.), Květoslav Hísek: Tierwelt Asiens in Farbe. Aus dem Tschechischen von Ingeborg Šestáková. Karl Müller Verlag, Erlangen 1989, S. 77–78.
  • Das große Weltreich der Tiere. Planet Media AG, Zug 1992, ISBN 3-8247-8614-1, S. 388, 389.
  • Christopher M. Perrins (Hrsg.): Die BLV-Enzyklopädie Vögel der Welt. Aus dem Englischen von Einhard Bezzel. BLV, München/Wien/Zürich 2004, ISBN 978-3-405-16682-3, S. 594–595 (Titel der englischen Originalausgabe: The New Encyclopedia Of Birds. Oxford University Press, Oxford 2003).

Einzelnachweise

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