Baye Magatte
senegalesischer Sänger, Perkussionist und Bandleader
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Baye Magatte Ndiaye (* 6. August 1974 in Louga/Senegal; auch: Magatte Ndiaye) ist ein senegalesischer Sänger, Perkussionist und Bandleader, der seit den 1990er Jahren in der Romandie lebt und wirkt.[1]

Leben und Wirken
Er ist in eine Griot-Familie (Ethnie der Wolof) hinein geboren, in der sowohl seine Mutter als auch sein Vater in seiner Heimat bekannte Vertreter dieser Tradition der mündlichen Überlieferung und Rezitation sowie Musiker sind. Bis zum 20. Altersjahr wurde er von seinen Eltern in Gesang, Tanz und Perkussion (Sabar) unterrichtet.
1994 wurde er – inzwischen selbst als Griot – vom «Cercle de la Jeunesse de Louga» (Kreis der Jugend von Louga) aufgenommen. Diese Truppe vereint die begabtesten Künstler dieser Region im Nordwesten des Senegal. Über mehrere Jahre hinweg wurden sie als beste traditionelle Gruppe Senegals ausgezeichnet. So konnte er bereits als junger Musiker und Solist an einer Europatournee durch Spanien, Italien und die Schweiz teilnehmen. Auf dieser Reise wurde ihm in Freiburg im Üechtland eine Stelle als Perkussionslehrer bei der Schule Afro rhythme danse Fribourg angeboten. 1995 gründete er von hier aus mit Luzi Schilling und Franco di Potenza die Gruppe All Colors As One – ACAO und produzierte mit ihnen zwei CDs.[1]
Trotz seiner Erfolge dort kehrt er regelmässig in seine alte Heimat zurück. 1997 wurde in Louga unter seiner Leitung das Kinderballett Khaleys Keurgui gegründet. In Zusammenarbeit mit Christina Schilling, Direktorin und Lehrerin am "Centre Rhythme Danse" in Biel, erarbeiteten sie mit der Kinder- und Jugendtanzcompagnie KijuBallett ein Programm, mit dem sie am Festival Dance and Childs International (DACI) im finnischen Kuopio teilnehmen durften. 1998 gründete er zusammen mit Hubert Studer die Perkussionsschule Pracoudou in Delémont. Zur gleichen Zeit begann seine Zusammenarbeit mit der Gruppe Dioung Dioung Nata – bekannt für traditionelle senegalesische Musik und Gesang –, dem haitianischen Musiker Enid Maurer und King Kora, der auf traditionellen senegalesischen Instrumenten musiziert und dazu singt.[2]
Bis heute konnte Magatte als Griot und Perkussionist mit verschiedenen Formationen an verschiedenen, grösseren Anlässen teilnehmen: 1999 World Music Exposition in Berlin, 2002 Expo.02 in Biel, 2003 DACI Salvador de Bahia und 2004/2005 mit Afro Tap Junction in verschiedenen Städten Deutschlands und der Schweiz. 2003 produzierte er in der Tradition seiner Perkussionistenfamilie seine erste eigene CD mit dem Namen Gaïndé.
Diskografie
| Jahr | Tonträger | Name | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| 2003 | Gaïndé | mit Magatte Ndiaye. 2003 produzierte er als traditionelle Perkussionistenfamilie seine erste CD Gaïndé. | |
| 2008 | Album | Aywa | |
| 2011 | Album | Djèm | Studioalbum, in dem traditionelle Mbalax-Elemente mit zeitgenössischen Genres kombiniert werden. Mit seiner grossen Dynamik der afrikanischen Perkussion im Mittelpunkt und ergänzt von exzellenten Mitmusikern kommen in zeitgenössischem Sound Afro, Afro-Pop und selbst etwas Reggae zum Erklingen.[3] Annabelle spricht in ihrem Kulturteil von einer „wichtige[n] Stimme der ‚modernen Weltmusik‘“[4] |
| 2018 | Single | Djiguén | |
| 2019 | Album | Kaye Kaye | Album mit elf Titeln, auf dem westafrikanische Perkussion und World-Music-Einflüsse dominieren.
Das Studioalbum „Kaye Kaye“ des senegalesischen Musikers Baye Magatte und seiner Band kombiniert westafrikanische Trommeltraditionen mit modernen Einflüssen. Stilistisch ist das Werk dem Mbalax zuzuordnen, wobei die Arrangements durch den Einsatz von Sabar-Trommeln, Talking Drums und Marimbas sowie rockigen Gitarrenelementen und einer Bläsersektion geprägt sind. Thematisch behandelt das Album unter anderem den Respekt gegenüber Frauen („Djiguén“) und individuelle Selbstbestimmung („Kaye Kaye“). Die Produktion übernahm der Schlagzeuger Eric Gut, während der Keyboarder und Produzent Paul Thierry Oliveira (bekannt durch die Zusammenarbeit mit Ismaël Lô) als Arrangeur und Vocal-Coach fungierte. Klanglich zeichnet sich die Aufnahme durch eine dichte, aber transparente Abmischung aus, die rhythmische Komplexität mit einer präsenten Basswiedergabe verbindet. Das Musikbüro Basel beschreibt in einer Rezension zum Release das Album als „überraschend wie eine Wundertüte“.[5] Das Bündner Musikmagazin Qultur hebt hervor, dass das Album aufgrund seiner Virtuosität auch für Hörer ohne speziellen Weltmusik-Hintergrund sehr zugänglich sei und eine hohe handwerkliche Qualität aufweise. Die Musik wird mit den Worten „wie ein Baum“ als organisches Ganzes zitiert – mit afrikanischen Wurzeln und globalen „Ästen“.[6] |