Bayernhof

Vergnügungsetablissment in Berlin in der Potsdamer Straße 10/11 From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Bayernhof in Berlin-Tiergarten war ein luxuriöses Vergnügungsetablissement.

Blick zum Potsdamer Platz, links: Bayernhof (1960)

Lage

Der ehemalige Bayernhof befand sich in der damaligen Potsdamer Straße 10/11. Die heutige Potsdamer Straße folgt an ehemaligen Standort des Bayernhofs nicht mehr dem ursprünglichen Verlauf. Bezogen auf die heutige Straßenführung läge der Bayernhof an der Ecke Marlene-Diedrich-Platz, Alte Potsdamer Straße.

Das Areal war in den 1970er Jahren für die Verlängerung der als Westtangente bekannten Autobahn vorgesehen.[1]

Beschreibung und Geschichte

Der Bayernhof wurde ursprünglich als das Alt-Bayern - ein Büro- und Geschäftshaus - im Jahr 1903 von Wilhelm Walther und seinem Architekten Alfred Voss erbaut. Im Innenhof wurde zeitgleich der prunkvolle St.-Georg-Brunnen erbaut. Das Eingangsportal des Gebäudekomplexes zierte ein Mosaik mit der Inschrift: „Anno Domini 1903 erbaut durch Wilhelm Walther aus Köln am Rhein. Treu im Wort, wahr im Rat, frisch in Tat“. 1909 bis 1914 wurde der Gebäudekomplex von Wertheim (Warenhaus) genutzt und 1926 als Gaststätte Bayernhof wieder eröffnet.

Im März 1933 verhaftete die Polizei in der Gaststätte „Bayernhof“ Georgi Dimitroff zusammen mit zwei weiteren bulgarischen Staatsbürgern und beschuldigte sie, am Reichstagsbrand beteiligt gewesen zu sein.[2]

Verbleib

Erhalten gebliebenes Mosaik: Heinrich II.
St.-Georg-Brunnen am heutigen Standort Hindemithplatz (2009)

Vom 1975 abgerissenen Bayernhof sind Fragmente erhalten geblieben. Als 1978 der U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz neu errichtet wurde, verwendete man im Eingangsbereich Mosaiken des Bayernhofs. Unter den dargestellten Personen sind Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Elisabeth von Thüringen, Ludwig von Bayern, Rudolf von Habsburg, Reinmar von Zweter und Hermann zu Thüringen.[3] Der St.-Georg-Brunnen wurde 1980 nach dem Abriss des Bayernhofs auf dem Hindemithplatz wieder aufgebaut.[4]

Sonstiges

Der ursprüngliche Name „Alt-Bayern“ wurde auch von einem Kabarett-Gasthaus in unmittelbarer Nähe des Bahnhof Berlin Friedrichstraße in den 1930er/1940er Jahren genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es Spielstätte des Kabaretts Frischer Wind. In der Voxstr. 1, nur wenige Meter vom historischen Standort des Alt-Bayern/Bayernhof entfernt, nahm Anfang des 21. Jahrhunderts ein Restaurant „Alt-Bayern“ Bezug auf das historische Restaurant.[5]

Einzelnachweise

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