Bea Feitler

brasilianische künstlerische Leiterin und Grafikdesignerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Bea Feitler (* 1938 in Rio de Janeiro; † 1982 ebenda) war eine brasilianische künstlerische Leiterin und Grafikdesignerin, welche das Erscheinungsbild der Magazine Harper’s Bazaar, Ms., Rolling Stone und des modernen Vanity Fair maßgeblich prägte.[1][2] Ihre letzte Arbeit war die Gestaltung des Prototyps der wiederbelebten Vanity Fair.[1][3]

Leben und Wirken

Beatriz Feitler wurde 1938 in Rio de Janeiro geboren; ihre Eltern waren jüdische Emigranten aus Europa.[1][4] Mit 18 Jahren zog sie nach New York und studierte Grafikdesign an der Parsons School of Design, wo sie 1959 abschloss.[5] Nach dem Abschluss kehrte sie 1959 nach Brasilien zurück, arbeitete für die Kulturzeitschrift Senhor und gründete mit Sérgio Jaguaribe und Glauco Rodrigues das Atelier Estudio G.[2][6] Im Jahr 1961 wechselte sie nach New York zurück, wurde in der künstlerischen Abteilung von Harper’s Bazaar unter Marvin Israel angestellt und rückte 1963 gemeinsam mit Ruth Ansel zu einer der beiden künstlerischen Leiterinnen auf.[2][7][8] Von 1974 bis 1980 unterrichtete sie Editorial Design an der School of Visual Arts in New York.[2] Feitler erlag 1982 im Alter von 44 Jahren in ihrer Geburtsstadt Rio de Janeiro einem Krebsleiden.[1]

Bei Harper’s Bazaar prägte Feitler gemeinsam mit Ruth Ansel in den 1960er-Jahren die visuelle Erneuerung des Magazins und arbeitete eng mit führenden Fotografinnen und Fotografen zusammen.[7][8] Im Jahr 1965 verantwortete das Team mit Richard Avedon die radikal konzipierte April-Ausgabe, deren popkulturell aufgeladene Gestaltung und das ikonische Helm-Cover als Höhepunkt dieser Phase gelten.[7][9] 1972 verließ Feitler Harper’s Bazaar und wurde erste künstlerische Leiterin von Ms., wo sie mit Day-Glo-Farben sowie der Kombination von Illustration, Typografie und Fotografie experimentierte.[2][10] Ab 1975 arbeitete sie für den Rolling Stone (ab 1977 fest), gestaltete die 10-Jahres-Jubiläumsausgabe und führte 1981 eine grundlegende Formatumstellung durch.[2] Zugleich entwarf sie bedeutende Fotobücher, darunter Jacques Henri Lartigues Diary of a Century.[11] Als beratende künstlerische Leiterin bei Condé Nast entwickelte sie den Prototyp der wiederbelebten Vanity Fair und holte Annie Leibovitz für das Projekt; die Drucklegung erlebte sie jedoch nicht mehr.[1][3] Ihr Werk steht für ein magazinspezifisches Verständnis von Rhythmus und Dramaturgie, welches die Grenzen zwischen Mode-, Kultur- und Gesellschaftsberichterstattung durchlässig machte.[2] Postum wurde Feitler 1991 in die ADC Hall of Fame aufgenommen.[2] Im Jahr 2012 erschien in Brasilien die umfangreiche Monografie O design de Bea Feitler.[6]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI