Beate Ditzen
deutsche Psychologin und Hochschullehrerin
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Beate Ditzen (* 1975) ist eine deutsch-schweizerische Psychologin und als Universitätsprofessorin an der Universität Zürich mit Affiliation am Universitätsklinikum Heidelberg der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg tätig.

Leben und Wirken
Ditzen studierte Psychologie an der Technischen Universität Darmstadt, wo sie 1997 das Vordiplom erwarb. Ihr Studium setzte sie an der Université de Bourgogne fort und erhielt dort im folgenden Jahr die dem Bachelorgrad entsprechende Licence de Psychologie. Ihr Diplom erwarb Ditzen 2002 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Anschließend trat sie eine Stellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ulrike Ehlert an der deren Lehrstuhl an der Universität Zürich an. 2004 wurde Ditzen dort unter Betreuung von Markus Heinrichs zur Dr. phil. promoviert. Am Zentrum für Neurowissenschaften Zürich wurde sie im selben Jahr in Neuroscience auch zur Ph.D. promoviert. In der Folge war sie als postdoktorale Forschungsassistentin an der Emory University tätig. 2007 kehrte sie als Oberassistentin an das Psychologisches Institut der Universität Zürich zurück. Dort erwarb sie 2010 postgradual einen Master of Advanced Studies in Psychotherapy und schloss 2013 die Weiterbildung zur Paartherapeutin ab. 2013 lehnte sie einen Ruf der Universität Göttingen auf einen Lehrstuhl für Klinische Psychologie ab und wechselte stattdessen 2014 an das Universitätsklinikum Heidelberg, wo sie bis 2025 das Institut für Medizinische Psychologie leitete. In Heidelberg gründete sie am Institut 2016 ein biochemisches Analyse-Labor und 2020 eine Psychotherapeutische Hochschulambulanz für Forschung und Lehre. Seit 2018 ist sie Vertrauensdozentin und seit 2022 im Vorstand der Studienstiftung des deutschen Volkes tätig. In den Jahren 2016 und 2019 erhielt sie den Betreuerpreis der Fachgruppen Klinische Psychologie und Psychotherapie (2016) und Biologische Psychologie (2019) der Deutschen Gesellschaft für Psychologie.[1]
Im Januar 2025 wurde Ditzen an der Universität Zürich zur ordentlichen Professorin für Klinische Biopsychologie und Psychotherapie ernannt und trat diese Stellung zum August 2025 an.[2] Dort leitet sie seitdem die gleichnamige Abteilung am Psychologischen Institut der Universität Zürich sowie gemeinsam mit Birgit Watzke die Weiterbildung in kognitiver Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin und (gemeinsam mit Birgit Watzke und Sven Tholen) die Weiterbildung in kognitiv-verhaltenstherapeutischer Supervision.
Forschung
Ditzens Forschungsschwerpunkte liegen insbesondere in psychologischen und neurobiologischen Mechanismen der Bindung und Interaktion von Paaren. Dabei erstreckt sich ihre Forschung auf die Auswirkung der Paarbeziehung auf die psychische und körperliche Gesundheit beider Partner und neurohormonelle Mechanismen dieser Wirkung. Im Hinblick auf das Hormon Oxytocin untersuchte Ditzen mit ihrer Forschungsgruppe die Auswirkung von Konflikten innerhalb der Paarbeziehung. Ihre Forschungsergebnisse legen eine beruhigende und deeskalierende Wirkung von Oxytocin nahe.[3] Neuere Studien zeigen auch die Interaktion von Oxytocin und dem Paarverhalten, hier v. a. Berührung, in ihrer Wirkung auf Stress und die dermatologische Wundheilung[4]. Im weiteren Umfeld der Stressforschung forscht Ditzen zu den neuroendokrinen Mechanismen von Stress und Stressbewältigung und erforscht insbesondere in gynäkologischer Hinsicht die Auswirkung von Stress auf den weiblichen Organismus. Einen weiteren Forschungsschwerpunkt bilden die psychosoziale Aspekte der digitalen Medizin.
Publikationen (Auswahl)
Bücher
- Effects of romantic partner interaction on psychological and endocrine stress protection in women. Cuvillier, Göttingen 2004, ISBN 978-3-86537-238-3 (englisch, Dissertation).
- mit Markus Heinrichs: Psychobiology of social support: the social dimension of stress buffering. Universitätsverlag, Freiburg im Breisgau 2019 (englisch).
- mit Gregor Domes und Jürgen Barth: Wissenschaftliches Publizieren in der Psychologie: Ein praktischer Wegweiser und Leitfaden. Springer, Berlin 2019, ISBN 978-3-662-56682-4.
Aufsätze
- Ditzen, B., Schaer, M., Gabriel, B., Bodenmann, G., Ehlert, U., & Heinrichs, M. (2009): Intranasal oxytocin increases positive communication and reduces cortisol levels during couple conflict. Biological psychiatry, 65(9), 728–731.
- Eckstein M, Mamaev I, Ditzen B and Sailer U (2020): Calming Effects of Touch in Human, Animal, and Robotic Interaction—Scientific State-of-the-Art and Technical Advances. Front. Psychiatry 11:555058. doi:10.3389/fpsyt.2020.555058
- Jennissen, S., Huber, J., Ditzen, B., & Dinger, U. (2025): Association between nonverbal synchrony, alliance, and outcome in psychotherapy: systematic review and meta-analysis. Psychotherapy Research, 35(7), 1213–1228.
Weblinks
- Literatur von und über Beate Ditzen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Beate Ditzen am Institut für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Heidelberg
- Beate Ditzen am Psychologischen Institut der Universität Zürich