Bedigliora

Dorf im Kanton Tessin in der Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Bedigliora ist ein Dorf in der politischen Gemeinde Lema im Schweizer Kanton Tessin. Zur Ortschaft gehören die Weiler Banco und Nerocco im Nordwesten und Beride di Bedigliora. Bis zum 6. April 2025 bildete es eine eigenständige Gemeinde.

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Bedigliora
Wappen von Bedigliora
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Breno
Gemeinde: Lemai2
Postleitzahl: 6981
frühere BFS-Nr.: 5149
Koordinaten: 708867 / 95579
Höhe: 617 m ü. M.
Fläche: 2,54 km²
Einwohner: 619 (31. Dezember 2024)
Einwohnerdichte: 244 Einw. pro km²
Website: www.lema.ch
Bedigliora vor dem Monte-Rosa-Massiv
Bedigliora vor dem Monte-Rosa-Massiv
Karte
Bedigliora (Schweiz)
Bedigliora (Schweiz)
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Gemeindestand bis zur Fusion am 6. April 2025

Geographie

Das Dorf liegt in der Region Malcantone am Südhang des Hügels Bedeia (Bedeglia) (698 m ü. M.). Die Gemeinde enthält die Fraktionen Banco,[1] Nerocco und Beride di Bedigliora.[2]

Geschichte

Das Dorf wurde 1335 als Bedaliola erstmals erwähnt. Zeugnis früher Besiedlung von Bedigliora ist ein Kuppelgrab auf dem Monte Bedeglia. 1852 und 1886 entdeckte man in Banco prähistorische Gräber mit einer nordetruskischen Inschrift[3] und 1913 eine Axt aus der Steinzeit. Banco[4] war bis 1599 der Hauptort des Kirchkreises (später Pfarrgemeinde) Bedigliora. Bedigliora, Curio und Novaggio gehörten zur castellanza (Kastlanei) oder Generalvicinanza desselben Namens.[5][6] 1628 wurde Bedigliora von der Pest schwer heimgesucht.

Am 16. Juni 1929 erfolgte in Bedigliora die Gründung der Società Pro Malcantone. Die Gründungsmitglieder waren, als Präsident, Felice Gambazzi (Novaggio) sowie Attilio Pelloni (Breno TI), Cornelio De Stefani (Aranno), Eugenio Schmidhauser (Astano), Andrea Selva (Magliaso), Silvio Cattaneo (Bedigliora), Giovanni Grandi (Castelrotto), Nino Ezio Greppi (Caslano), Natale Marcolli (Biogno) und Antonio Pani (Sessa).[7]

Am 26. November 2023 wurde in einer konsultativen Volksabstimmung der Vorschlag angenommen, mit den Nachbargemeinden Astano, Curio, Miglieglia und Novaggio zur neuen Gemeinde Lema zu fusionieren und damit die 20 Jahre zuvor abgelehnte Idee wieder aufzugreifen.[8] Der Zusammenschluss der Gemeinden wurde am 6. April 2025 vollzogen.[9]

Bedigliora bildet mit Banco und Nerocco nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.[10]

Bevölkerung

Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten[11][12]

Sehenswürdigkeiten

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[13]

  • Pfarrkirche San Rocco mit Fresken (1612), der Kirchenbau kam an die Stelle einer alten Kapelle aus dem 16. Jahrhundert; er wurde am 16. März 1644 eingeweiht[14] und enthält verschiedene Fresken: Fresko mit Santa Caterina e San Sebastiano, Kreuzigung, Madonna mit Kind und San Francesco.
  • Kirche Santa Maria Assunta in der Fraktion Banco mit imposanter Sonnenuhr[14], schon erwähnt im Jahr 1416; letzte Restaurierung 1994, sie bewahrt die spätgotischen Fresken Madonna und die Verkündigung; die Glasmalereien sind von fra' Roberto Pasotti aus Bellinzona
  • Oratorium San Salvatore auf dem Friedhof, mit Gemälde von Melchior Paul von Deschwanden[14]
  • Pestkapelle della Barella[14]
  • Verschiedene Schalensteine[15] im Ortsteil Rivascia beim Capèla de la Barèla (580 m ü. M.)[16]

Verkehr

Das Dorf ist durch eine Postautolinie gut verknüpft mit Novaggio und Ponte Tresa.

Sonstiges

  • Fondazione Pietro Grassi[17]

Persönlichkeiten

Literatur

  • Teodoro Amadò: La parrocchia di Bedigliora: gli edifici sacri, gli economi spirituali e i parroci. In: Almanacco Malcantonese e Valle del Vedeggio. Elmo Bernasconi, Agno 2000, S. 85 ff.
  • Gina-Lisa Bucher, Roland Früh (Hrsg.): Die Pestsäule in Bedigliora = La colonna della peste di Bedigliora. Hier + Jetzt, Verlag für Kultur und Geschichte, Baden 2010.[18]
  • Virgilio Chiesa: Bedigliora. In: Lineamenti storici del Malcantone. Tipografia Gaggini-Bizzozero, Lugano 1961.
  • Bernardino Croci Maspoli: Bedigliora. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 17. Februar 2023.
  • Silvana Ghigonetto: Bedigliora: un «ricetto» di età viscontea. Dispensa Università delle Alpi – Associazione culturale Tribù di Levi. Bedigliora 2011.
  • Oskar Keller: Dialetti svizzeri: Dialetti della svizzera italiana Canton Ticino. Breno e Bedigliora / Registrati in collaborazione coll’Archivio fonografico dell’Università di Zurigo. Institut für Lautforschungen, Berlin 1939.[19]
  • Simona Martinoli u. a.: Bedigliora. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007.
  • Giovanni Maria Staffieri: Bedigliora. In: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi. Lugano-Agno 1985, S. 36–39, 61.
  • Celestino Trezzini: Bedigliora. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. Attinger, Neuenburg 1924, S. 69 (Digitalisat; [PDF; 26,7 MB]; abgerufen am 3. Juli 2017); Idem: Biogno-Beride. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. Attinger, Neuenburg 1924, S. 249 (Digitalisat; [PDF; 27,4 MB]; abgerufen am 26. Juni 2017).

Bilder

Einzelnachweise

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