Benedikt Goebel

deutscher Stadtforscher From Wikipedia, the free encyclopedia

Benedikt Goebel (* 20. Juni 1968 in Münster) ist ein deutscher Historiker, Stadtforscher, Ausstellungskurator und Buchautor mit dem Schwerpunkt der Stadt- und Architekturgeschichte von Berlin im 19. und 20. Jahrhundert.

Benedikt Goebel

Leben

Goebel studierte Geschichte und Philosophie in Münster, Wien und Berlin und wurde 2003[1] mit der Dissertation Der Umbau Alt-Berlins zum modernen Stadtzentrum promoviert,[2][3] die mit dem Kommunalwissenschaftlichen Preis des Deutschen Instituts für Urbanistik ausgezeichnet wurde.[4] Die Dissertation dokumentiert und analysiert die radikale Modernisierung des ältesten Teils Berlins im 19. und 20. Jahrhundert.[2]

Von 2004 bis 2010 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Berlinischen Galerie, des Architekturmuseum der TU Berlin und der Staatsbibliothek zu Berlin tätig.[5] 2011 gründete er das Büro stadtforschung berlin, das sich mit stadt- und bauhistorischen Forschungen, denkmalpflegerischen Gutachten und der Konzeption von Ausstellungen befasst.[1][5] Goebel war von 2015 bis 2021 Dozent und Gastprofessor für Baugeschichte und Architekturtheorie an der Berliner Hochschule für Technik (ehemals Beuth Hochschule für Technik).[6][3]

Goebel engagiert sich öffentlich für den Wiederaufbau der historischen Mitte Berlins.[7][8] Hierfür gründete er die Planungsgruppe Stadtkern[7] und die Initiative Mitte für alle!, welche das Ziel verfolgt, die Stadtgesellschaft in die Gestaltung des Berliner Stadtkerns am Molkenmarkt einzubeziehen, anstatt die Gestaltung allein durch die Politik entscheiden zu lassen.[9]

Er ist Mitglied der Historischen Kommission zu Berlin, des Aktiven Museums, des Werkbunds Berlin sowie des Vorstands des Architekten- und Ingenieur-Vereins.[8] Seit 2022 ist er Vorstand der von Marie-Luise Schwarz-Schilling gegründeten Stiftung Mitte Berlin, die sich mit der städtebaulichen Zukunft der Berliner Mitte befasst.[6][3]

Ausstellungen (Auswahl)

Als Ausstellungskurator war er unter anderem für die Stiftung Stadtmuseum Berlin, das Leo Baeck Institut New York und die Akademie der Künste Berlin tätig:[3]

  • 2010/11: Berlins vergessene Mitte. Stadtkern 1840–2010. Ausstellung im Stadtmuseum Berlin.[10]
  • 2013/14: Geraubte Mitte. Die Arisierung des jüdischen Grundeigentums im Berliner Stadtkern 1933–1945. Ausstellung im Stadtmuseum Berlin.[11][12]
  • 2016: Stolen Heart. The biggest robbery in German History. Ausstellung im Leo Baeck Institut, New York City, USA.[13]
  • 2023: Macht Raum Gewalt. Planen und Bauen im Nationalsozialismus. Ausstellung in der Akademie der Künste am Pariser Platz.[14][15][16]

Publikationen (Auswahl)

Monografien

  • Benedikt Goebel: Der Umbau Alt-Berlins zum modernen Stadtzentrum: Planungs-, Bau- und Besitzgeschichte des historischen Berliner Stadtkerns im 19. und 20. Jahrhundert. Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin. Band 6. Braun Publishers, Berlin 2003, ISBN 978-3-935455-31-2.
  • Hans-Dieter Nägelke, Benedikt Goebel: Architektur in Preußen: Konstruktion und Katastrophen: Staatliche Architekturphotographie aus den Beständen des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin 1860–1918. Jaron Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-89773-595-8.
  • Benedikt Goebel, Lutz Mauersberger: Geraubte Mitte. Die „Arisierung“ des jüdischen Grundeigentums im Berliner Stadtkern 1933–1945. Hrsg.; Franziska Nentwig. Kleiner Katalog. Band 1. 1. Auflage. Verlag Stadtmuseum Berlin, Berlin 2013, ISBN 978-3-939254-17-1.
  • Benedikt Goebel, Lutz Mauersberger: Mitte von oben: Luftbilder des Berliner Stadtkerns gestern und heute. 1. Auflage Dom Publishers, Berlin 2015, 2. Auflage Lukas Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-86922-387-2.
  • Benedikt Goebel: Mitte! Modernisierung und Zerstörung des Berliner Stadtkerns von 1850 bis zur Gegenwart. Lukas Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-86732-294-2.
  • Benedikt Goebel, Lutz Mauersberger: Mitte auf Augenhöhe. Straßen und Plätze des Berliner Stadtkerns gestern und heute. Lukas Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-86732-334-5.

Aufsätze und Artikel

Einzelnachweise

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