Ettaler Klosterbrauerei

Brauerei in Oberbayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Ettaler Klosterbrauerei ist Teil der Ettaler Klosterbetriebe GmbH, dem gewerblichen Bereich des Klosters Ettal in Oberbayern.

Ettaler Klosterbrauerei – Außenansicht mit Fassadenbeschriftung

Geschichte

Vom 15. bis 16. Jahrhundert unterhielt das Kloster Ettal eine Brauerei im nahegelegenen Oberammergau. 1609 ließ Leonhard Hilpolt (Abt von 1590 bis 1615) die Ettalische Brauerei in Oberammergau nach Ettal verlegen. Es wurde ein neues Brauereigebäude innerhalb der Klosteranlage errichtet. Rechnungen aus dieser Zeit belegen auch, dass neben dem Bier schon um 1609 der Ettaler Klosterliqueur von den Mönchen der Abtei hergestellt wurde.

Urkundlich belegt ist eine Konzession des Fürsten Maximilian Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Ober- und Niederbayern vom 11. April 1618, welche dem Kloster die Genehmigung zum Brauen und Vertrieb von Bier erteilt. Unter Benedikt II. Eckart (Abt von 1668 bis 1675) wurde ein neues Brauereigebäude errichtet, da die Kapazität des alten nicht mehr ausreichte. Auch dieses war bald zu klein und 1708 wurde unter Romuald (Abt von 1675 bis 1697) mit einem weiteren Neubau begonnen.

Im Zuge der Säkularisation von 1803 wurde die Brauerei zunächst auf Staatskosten weiterbetrieben. Am 26. Dezember 1809 wurde der Betrieb an den Generalpostdirektionsrat Josef von Elbling verkauft. 1856 wurde das Klostergut an die gräfliche Familie von Pappenheim verkauft, die wesentliche Umbauten in der Brauerei vornahm.

Am 5. November 1898 erwarb Reichsrat Baron Theodor von Cramer-Klett die Anlage, die er dann der Abtei Scheyern käuflich überließ und dadurch die Wiederbegründung Ettals als Kloster ermöglichte. Nach der Wiederbegründung des Klosters am 6. August 1900 ging die Brauerei wieder in den Besitz des Klosters unter Abt Willibald Wolfsteiner über und wurde technisch wie baulich modernisiert. Ab den 1990er Jahren begann das Kloster, seine Biere in größeren Umfang überregional zu vertreiben.

2011 wurde die Weißbiersparte der Brauerei unter der Marke Benediktiner Weißbier in die eigene Gesellschaft Benediktiner Weißbräu GmbH unter Beteiligung der Bitburger Braugruppe herausgelöst. Die Einführung der Marke erfolgte zunächst im internationalen Vertrieb, 2014 in der nationalen Gastronomie und 2017 im deutschen Handel. Gebraut wird in der mittelhessischen Licher Privatbrauerei nach benediktinischer Rezeptur und unter Verwendung der Ettaler Kellerhefe. Die Marke Benediktiner wächst seitdem, für 2025 gibt die Bitburger Braugruppe ein Umsatzplus von 4,4 Prozent an.[1]

Ettaler Klosterbetriebe

Neben der Brauerei unterhält das Kloster unter der Firma „Ettaler Klosterbetriebe GmbH“ die Bereiche Klosterhotel, Likörmanufaktur, Herbarium, Klosterläden, Gärtnerei, Landwirtschaft, Energieerzeugung und die Museen im Ort. Zudem sind die Klosterbetriebe an der Laber Bergbahn in Oberammergau mit 41 % beteiligt.[2] In den 2000er Jahren geriet diese Kombination zunehmend in eine finanzielle Schieflage. 2013 verbuchten die Klosterbetriebe bei einem Umsatz von rund 3,78 Mio. Euro einen Verlust von 433.000 Euro.[2]

Produkte

Ettaler Klosterbrauerei – Schaufenster

Marke Ettaler

Marke Benediktiner

(Quelle: [1])

  • Benediktiner Weißbier naturtrüb
  • Benediktiner Weißbier dunkel
  • Benediktiner alkoholfreies Weißbier
  • Benediktiner Hell
  • Benediktiner Hell alkoholfrei

Literatur

  • Wolfgang Wüst: Klosterwein und Klosterbier, Brände & Liköre. Im Fluidum monastischer Ökonomie vor und nach der Säkularisation, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige 128 (2017), S. 269–289.

Einzelnachweise

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