Benndorf
Gemeinde im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt
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Benndorf ist eine Gemeinde im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Helbra hat.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 51° 34′ N, 11° 30′ O | |
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Mansfeld-Südharz | |
| Verbandsgemeinde: | Mansfelder Grund-Helbra | |
| Höhe: | 242 m ü. NHN | |
| Fläche: | 5,77 km² | |
| Einwohner: | 1911 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 331 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 06308 | |
| Vorwahl: | 034772 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MSH, EIL, HET, ML, SGH | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 87 045 | |
| LOCODE: | DE B4N | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
An der Hütte 1 06311 Helbra | |
| Website: | www.verwaltungsamt-helbra.de | |
| Bürgermeister: | Matthias Jentsch | |
| Lage der Gemeinde Benndorf im Landkreis Mansfeld-Südharz | ||
Geografie
Benndorf liegt etwa zehn Kilometer nordwestlich von Lutherstadt Eisleben an den Ausläufern des Südharzes am Rand der Mansfelder Mulde und des Mansfelder Kupferschieferbergbaugebietes.
Geschichte
1121 wird die Siedlung Benndorf, ein Bauerndorf, urkundlich zum ersten Mal erwähnt. Geprägt durch die Landwirtschaft und den Kupferschieferbergbau entwickelte sich Benndorf zu einem ansehnlichen Ort. Im 12. und 13. Jahrhundert gab es hier zwei Güter. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Benndorf vollständig zerstört. Der spätere Wiederaufbau profitierte vom Kupferschieferabbau und vom fruchtbaren Ackerboden der Umgebung.
Zum Ende des 19. Jahrhunderts zählte der Ort rund 1700 Bewohner. Damals gab es 131 Gebäude einschließlich Kirche, Schule, Gaststätten und Spritzenhaus. Mit der großen Zeit des Mansfelder Bergbaus bis in das 20. Jahrhundert erlebte Benndorf den Höhepunkt seiner Entwicklung. Die Verlagerung des Bergbaus in das Sangerhäuser Revier nach 1964 und der Bedarf an Arbeitskräften rund um Hettstedt führten jedoch zu einer Abwanderung vieler Einwohner in diese Orte. Von früher 4886 Einwohnern (1960) lebten 1990 nur noch 2728 Personen dort; inzwischen sind es nur noch etwa 2000.
Von 1952 bis 1994 lag Benndorf im Kreis Eisleben (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Nach der Kreisreform 1994 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Mansfelder Land, seit der Kreisreform 2007 ist sie Teil des Landkreises Mansfeld-Südharz.
Bevölkerung
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[2], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat von Benndorf besteht aus 12 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 57,7 % zu folgendem Ergebnis:[3]
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019[4] | Sitze 2019 | Stimmenanteil 2024 | Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| CDU | 36,9 % | 5 | 37,8 % | 5 | |
| AfD | – | – | 24,0 % | 3 | |
| Bauernverband Mansfeld-Südharz | 20,1 % | 1 | 14,9 % | 2 | |
| Die Linke | 24,5 % | 3 | 12,8 % | 1 | |
| Freie Bürger Mitteldeutschland | 4,3 % | 1 | 6,7 % | 1 | |
| Einzelbewerber Nico Müller | – | – | 3,7 % | – | |
| SPD | 14,2 % | 2 | – | – | |
| Insgesamt | 100 % | 12 | 100 % | 12 |
Bürgermeister
- –2001: Gerhard Blume (Die Linke)
- 2001–2022: Mario Zanirato (parteilos)[5]
- seit 2022: Matthias Jentsch (Freie Bürger Mitteldeutschland)
Zanirato wurde bei der Bürgermeisterwahl am 14. Dezember 2014 erneut in seinem Amt bestätigt.[6]
Jentsch wurde am 6. Februar 2022 mit 74,8 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[7] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[8]
Wappen
Blasonierung: Im quadrierten Schild oben rechts (1. Feld) in Gold (Gelb) gekreuzte schwarze Hammer und Schlägel, oben links (2. Feld) in Rot gekreuztes silbernes Hüttengezähe, unten rechts (3. Feld) in Silber (Weiß) zwei Reihen von je drei roten Rauten, unten links (4. Feld) in Blau ein Bündel goldene (gelbe) Getreideähren.
Sehenswürdigkeiten
- St.-Katharina-Kirche mit Friedhof, 1823 errichtet
- Museumshof, 1682 erstmals erwähntes landwirtschaftliches Gut, nach dem 17. Jahrhundert mehrfach umgebaut. Als „Hof der Gewerke“ widmet es sich der Geschichte des Mansfelder Landes. Themen sind vor allem Bergbau, Hüttenwesen, Landwirtschaft sowie die regionale Archäologie und Geologie. Restauriert wurden bisher ein alter Bergwerksstollen, eine Museumswohnung von 1900, ein historischer Backofen mit Grillhaus. In einem Freigelände ist neben einem Kräutergarten ein Tiergehege für Haustiere der Region angelegt.[9]
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Zahlreiche kleinere Unternehmen prägen heute den Ort. Es gibt u. a. eine Bücherei, zwei Paketshops, kleinere Lokale, einen Hofladen, einen Blumenladen, ein Textil- und ein Sportgeschäft, Friseure, Kosmetik, eine Kfz-Werkstatt sowie weitere Handwerkerfirmen. Benndorf verfügt über eine Freiwillige Feuerwehr.
Die Energieversorgung erfolgt vor allem durch die Envia Mitteldeutsche Energie AG.
Umweltschutz
Benndorf wurde im Februar 2018 mit dem European Energy Award ausgezeichnet.[10] Die Gemeinde und die Benndorfer Wohnungsbaugesellschaft (ihr gehören rund 800 Wohnungen) bemühen sich besonders um das nachhaltige Bauen und Sanieren lokaler Wohnobjekte. Das betrifft vor allem die vollständig sanierte Bergarbeitersiedlung.[11][12]
Verkehr
Die Landesstraße L 225 zwischen Helbra und Klostermansfeld führt durch den Ort und trennt ihn in einen älteren und einen neueren Ortsteil (die frühere Bergarbeitersiedlung). Zur Bundesstraße 80, die Eisleben und Sangerhausen verbindet, sind es in südlicher Richtung etwa sechs Kilometer.
Der Bahnhof Klostermansfeld an der Bahnstrecke Magdeburg-Erfurt liegt auf Benndorfer Gebiet. In Benndorf existieren zwei historische Bahnen, die Wipperliesel nach Wippra und die Mansfelder Bergwerksbahn nach Hettstedt.
Durch den Ort führen vier Buslinien, und zwar nach Annarode, Eisleben, Hettstedt und Helbra.
Bildung

Eine erste Schule am Ort wurde 1573 erstmals erwähnt. Später bestand bis 2007 das Gottfried-August-Bürger-Gymnasium, das in jenem Jahr geschlossen wurde. An der heutigen Sekundarschule sind rund 50 Lehrkräfte und weitere Mitarbeiter tätig. In den Klassenstufen 5 bis 10 gibt es etwa 600 Schüler und 20 meist handwerklich orientierte Arbeitsgemeinschaften. Die Schule pflegt Schülerbetriebspraktika und Wahlpflichtkurse; sie hat Verbindungen zu Partnern aus der regionalen Wirtschaft. Daneben werden kulturelle und interkulturelle Tätigkeits- und Entwicklungsfelder angeboten, etwa eine Songgruppe, eine Theatergruppe, eine Kunst-AG, die Mitarbeit an der Schulwebsite und die Redaktion der Schülerzeitung. Die Schule verfügt über eine eigene Photovoltaikanlage mit Solarlabor, sie ist an das örtliche Bioheizkraftwerk angeschlossen.[13]
Außerdem gibt es im Ort die Kindertagesstätte „Pusteblume“ des Kreisverbandes Mansfelder Land der Volkssolidarität mit 130 Plätzen[14] und die Tagesgruppe „Gutsmäuse“ des DKSB MSH e.V. mit Hausaufgabenbetreuung, Förderstunden, Elternarbeit, Therapiemöglichkeiten und Veranstaltungen.[15]
Pflegezentrum
In Benndorf gibt es für Bewohner das Pflege- und Betreuungszentrum „Glück Auf“ der Volkssolidarität habilis GmbH.[16]
Vereine
- Heimat- und Förderverein Benndorf
- Schützenverein Mansfelder Land
- TSV Benndorf 1884
- Mansfelder Bergwerksbahn e. V.[17]
Weblinks
- Gemeinde Benndorf auf der Website der Verwaltungsgemeinschaft, abgerufen am 18. Mai 2024
- Museum Mansfelder Bergwerksbahn
