Benutzer:TeeKayEV/CHAdeMO
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- https://evs36.com/wp-content/uploads/finalpapers/FinalPaper_Takahashi_Daisuke.pdf
- http://copjapan.env.go.jp/cop/cop26/assets/pdf/chademo.pdf
| CHAdeMO Association | |
|---|---|
| Gründung | 15. März 2010 in Tokio |
| Gründer | Mitsubishi Motors, Tepco, Nissan, Toyota, Subaru Corporation |
| Sitz | Tokio |
| Zweck | CHAdeMO |
| Vorsitz | Takafumi Anegawa |
| Mitglieder | 473 |
| Website | www.chademo.com |


CHAdeMO ist ein Schnellladesystem für batterieelektrische Fahrzeuge, das 2009 erstmals in einem Serien-Fahrzeugmodell (Mitsubishi i-MiEV) eingesetzt wurde und seit 2010 von der CHAdeMO Association weiterentwickelt wird.
Unter dem Namen CHAdeMO werden mehrere Kommunikationsprotokolle und Hardware-Schnittstellen zusammengefasst, die mechanisch teils zueinander inkompatibel sind.
Allein gemeinsam ist, dass der Akkumulator eines batterieelektrischen Fahrzeugs unter Umgehung eines eventuell ins Fahrzeug eingebauten Ladegeräts direkt mit einer hohen elektrischen Leistung geladen werden kann. Konkurrierende Standards sind CCS, NACS und GB/T.
Name und Logo
CHAdeMO ist zugleich ein Akronym für „CHArge de MOve“ (für ‚Laden zum Bewegen‘) und ein Teil des japanischen Satzes „Ocha demo ikaga desuka“ – was in etwa bedeutet „Wie wärs mit einer Tasse Tee?“ als Hinweis auf eine mögliche Zeitnutzung während des Ladevorgangs.
Das Logo ist ein Emoticon, dessen Augen aus den symbolischen Polen einer Batterie bestehen, und dessen lächelnder Mund die Freude auf eine glückliche Zukunft mit dem Schwung einer Bewegung kombinieren soll. Die Farbe des Logos soll an Ökologie und Grünen Tee erinnern.[1]
Geschichte
Die Entwicklung des CHAdeMO Standards begann im Jahr 2005[2] als Gemeinschaftsprojekt von mindestens Mitsubishi, Nissan und Tepco.
Am 11. Oktober 2006 stellte Mitsubishi das Fahrzeug i-Miev inklusive vorläufiger Spezifikationen vor. Den Energieversorgern Tepco, Chūgoku Denryoku und Kyūshū Denryoku wurde u.a. für Tests u.a. auf Kompatibilität mit Schnellladeinfrastruktur jeweils ein Prototyp zur Verfügung gestellt. [3]
Der genutzte Schnellladestandard wurde in der Pressemeldung nicht namentlich erwähnt. Die Serienproduktion des i-Miev mit CHAdeMO Schnellladeanschluss begann im Juli 2009. Am 2. August 2009 folgte die Vorstellung des ebenfalls mit CHAdeMO ladenden Nissan Leaf[4], dessen Auslieferung allerdings erst am 11. Dezember 2010 startete[5].
Im August 2009 fanden sich Mitsubishi, Tepco, Fuji Heavy Industries und Nissan zusammen, um Vorbereitungen zur Gründung der CHAdeMO Association zu treffen. Toyota stieß noch vor der Gründung hinzu und wird als Gründungsmitglied geführt. In der Vorbereitungsphase wurden Kontakte zu mindestens 158 Unternehmen und staatlichen Institutionen geknüpft, von denen bei Gründung eine Aufnahme in die Organisation erwartet wurde.[6] Bis 2024 wuchs der Mitgliederbestand auf 518, wobei die CHAdeMO Association in mindestens einem Fall auch ein bereits liquidiertes Unternehmen (e 8 Energy) als Mitglied führt.[7]
Charge2Bike
Im Jahr 2021 startete die CHAdeMO Association eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines neuen Schnellladestandards für elektrisch angetriebene Zweiräder im Rahmen des Charge2Bike Projekts.*1 Die erste Version des Standards wurde 2022 vorgestellt. 2024 erfolgte eine Aktualisierung auf Version 1.2, einhergehend mit einer Erhöhung der maximal möglichen Spannung für Pedelcs. In Version 1.2 sind auch erstmals nichtstationäre Ladegeräte für Pedelecs vorgesehen. *2
Der neue Standard unterteilt sich in Charge2Bike und e-PTW CHAdeMO - beide Spezifikationen unterscheiden sich sowohl beim Ladeverfahren, dem Stecker als auch Stromstärke und Spannung.
An stationären Charge2Bike-Schnellladestationen für Pedelecs und eScooter sollen Batterien mit 24V bis 60V Spannung, einer Stromstärke von bis zu 20A und einer Leistung von maximal 800W geladen werden können. Im Boost-Modus sollen für eine kurze Zeitspanne bis zu 2 kW bzw. 40A möglich sein. Mobile Ladegeräte sollen mit Leistungen zwischen 100W und 250W erhältlich sein. Charge2Bike arbeitet sowohl mit dem Constant Current als auch Constant Voltage Modus - mithin sind Batterien bis 100% aufladbar.
Für elektrische Motorräder sind lediglich stationäre Schnellladestationen vorgesehen, an denen Batterien mit 20V bis 120V Spannung mit 1 bis 10 kW Leistung geladen werden können. Vorgesehen ist lediglich ein Constant Current Lademodus, mit dem in der Regel keine Vollladung von Lithium Ionen Batterien vorgenommen werden kann.
Das Ladegerät kommuniziert mit der Batterie im Fahrzeug über einen CAN-Bus. Die CHAdeMO Association entwickelte dafür zwei neue Stecker mit den Maßen 18,4mm * 16,1 mm für Pedelecs und 47,4 x 48 mm für Scooter vor. Bestandsfahrzeuge sollen mittels eines Adapters mit CHAdeMO Ladegeräten geladen werden können.
Funktionsweise
Beim CHAdeMO-Protokoll verbindet sich das Batteriemanagementsystem (BMS) des Autos mit dem Computer der Schnellladestation zu einem Master-Slave-System. Das BMS des Autos (Master) meldet der Ladestation (Slave)
- den aktuellen Ladezustand des Fahr-Akkus;
- die Gleichspannung und maximale Stromstärke, mit der geladen werden darf; Die Spannung bewegt sich bei diesen Verfahren im Bereich von 300 V bis 500 V und die Stromstärke erreicht aktuell bis zu 350 A, zukünftig bis 1 kV und 400 A.[8]
- Spannung, Temperatur und andere Parameter des Akkus.
Die Ladestation passt daraufhin die Ladeparameter (Spannung, Stromstärke) an die vom BMS des Autos mitgeteilten Akkuparameter an. Auf diese Weise wird der Ladevorgang vom Auto aus gesteuert, was zu möglichst rascher und gleichzeitig schonender Aufladung des Akkus führen soll.
Typische Ladeleistungen von CHAdeMO-Ladesäulen:
- bis 20 kW – bis 500 V DC Ladespannung, bis 50 A Ladestrom (für Standorte, an denen ein 50-kW-Anschluss an das Versorgungsnetz nicht wirtschaftlich verfügbar ist)
- bis 50 kW – bis 500 V DC Ladespannung, bis 125 A Ladestrom (typische CHAdeMO-Ladesäule, größte Verbreitung)
- bis 100 kW – bis 500 V DC Ladespannung, bis 200 A bzw. 250 A Ladestrom (August 2017: weiter geringe Verbreitung)
- bis 150 kW – bis 500 V DC Ladespannung, bis 350 A Ladestrom (August 2017: wenige Säulen in Europa)
- bis 400 kW – bis 1 kV DC Ladespannung, bis 400 A Ladestrom, neuer Ladestandard CHAdeMO 2.0 (geplant für 2020).[9][8]
- bis 500 kW – bis 1,5 kV DC Ladespannung, bis 600 A Ladestrom, neuer Ladestandard CHAdeMO 3.0 (veröffentlicht am 24. April 2020) mit neuem Stecksystem (Arbeitstitel „ChaoJi“)[10]
Die tatsächlich zum Einsatz kommende Ladeleistung bildet sich als Minimum der Vorgaben der Säule (Spannung, Stromstärke) und des BMS im Auto (Spannung, Stromstärke). Die Ladeleistung variiert dabei über die Zeit der Ladung.
CHAdeMO-Stecker (Tepco)

Das CHAdeMO-Stecksystem des Herstellers Tepco wird in verschiedenen Varianten angeboten. Bei älteren Implementationen ist das gesamte Steckergehäuse aus Metall-Druckguss gefertigt, bei neueren Varianten ist der eigentliche Steckerteil aus Kunststoff gefertigt. Durch die Anzahl der Kontakte und die Kontaktfläche der DC-Pins ist die Steckkraft so hoch, dass Tepco auch Varianten mit Hebel anbietet, die zur Unterstützung beim Einstecken dienen. Die Verriegelung des Stecksystems ist im Kabelstecker implementiert.
Beim CHAdeMO-Stecksystem sind die DC-Hochvolt-Pins fahrzeugseitig als Buchse ausgeführt, kabelseitig als Stift (mit Berührungsschutz). Das Design ist also genau invers zum CCS-Stecksystem.
Die Kontaktbelegung ergibt sich aus folgender Tabelle:[11][12]
| Pin Nr. | ID | Name bzw. Funktion | Pin-Durchmesser [mm] | Leitungsquerschnitt [mm²] |
|---|---|---|---|---|
| 1 | PE | Referenz-Masse für Isolations-Prüfung | 1,6 | 0,75 |
| 2 | CP1 | Kontroll-Relais (1 von 2) | 1,6 | 0,75 |
| 3 | n.c. | (nicht zugewiesen) | 1,6 | – |
| 4 | CP3 | Signal für Ladebereitschaft | 1,6 | 0,75 |
| 5 | − | Gleichstrom-Minuspol | 9,0 | 150A : 42,4 200A : 53,5 |
| 6 | + | Gleichstrom-Pluspol | 9,0 | 150A : 42,4 200A : 53,5 |
| 7 | CS | Verbindungs-Check | 1,6 | 0,75 |
| 8 | CAN-H | Datenverbindung (CAN-Bus High) | 1,6 | 0,75 |
| 9 | CAN-L | Datenverbindung (CAN-Bus Low) | 1,6 | 0,75 |
| 10 | CP2 | Kontroll-Relais (2 von 2) | 1,6 | 0,75 |
ChaoJi-Stecker


Ein neuer, „ChaoJi“ genannter Stecker ist das designierte Stecksystem für die im April 2020 von japanischen und chinesischen Herstellern veröffentlichte CHAdeMO-3.0-Spezifikation. Zertifizierung des Systems und erste Fahrzeuge wurden 2023 erwartet, Nutzfahrzeuge in China schon ab 2021. Der Stecker wurde gemeinsam mit der chinesischen GB/T-Ladenorm entwickelt. Erste Publikationen zeigten, dass kombinierte AC/DC-Fahrzeugbuchsen geplant waren, sowohl für den IEC Typ 1 (SAE J1772) als auch für den IEC-Typ-2-Stecker, ähnlich dem CCS. Kabeladapter wären für alle gängigen DC-Ladesysteme möglich (CHAdeMO 2.0, GB/T 2015, CCS und Tesla Typ 2).[13] CHAdeMO 4.0/Ultra-ChaoJi sollte 2023 veröffentlicht werden, und dann mit weiteren DC-Leitern auch Laden im Megawattbereich erlauben.[14]
Im Unterschied zum CCS verzichtet der ChaoJi-Stecker auf eine Kombination mit AC-Stecksystemen, egal ob einphasiger oder dreiphasiger Wechselstrom, und positioniert alle für den Ladevorgang benötigten Kontakte näher bei den DC-Kontakten; der Kabelstecker ist daher kompakter als die CCS-Kabel-Kupplung mit ausgesparten AC-Kontakten. Die kombinierte ChaoJi/Typ2-Fahrzeugkupplung ist nur geringfügig größer als ein CCS-Fahrzeugstecker. Die Verriegelung des Stecksystems ist auf der Fahrzeugseite implementiert.
| Pin ID | Name bzw. Funktion | Pin-Durchmesser [mm] |
|---|---|---|
| DC+ | Gleichstrom Pluspol | 10 |
| DC- | Gleichstrom Minuspol | 10 |
| S+ | Datenverbindung (CAN-Bus High) | 3 |
| S- | Datenverbindung (CAN-Bus Low) | 3 |
| PE | Referenz-Masse für Isolations-Prüfung | 6 |
| CC2 | Verbindungs-Check Fahrzeug | 3 |
| CC1 | Wecken Fahrzeug, Verbindungs-Check Ladestation | 3 |
Kompatibilität und Standardisierung

Das CHAdeMO-Protokoll ist kompatibel mit japanischen Ladesteckern des Stromkonzerns Tepco. Es ist hingegen nicht kompatibel mit anderen Ladesteckern (z. B. IEC 62196 Typ 1, IEC 62196 Typ 2 oder die daraus abgeleiteten CCS-Stecker), da die CHAdeMO-Ladekommunikation einen Zwei-Draht-CAN-Bus sowie separate Signalleitungen benötigt. Allerdings ist der Mehraufwand zur Umsetzung einer Gleichstromladesäule für beide Standards (CHAdeMO und CCS) gering, so dass kombinierte Lösungen existieren.[15]
Das CHAdeMO-Protokoll ist mittlerweile auch international im Rahmen der ISO-Normung als Gleichstromladestandard anerkannt: so wurde das Protokoll in die Normen ISO/IEC 61851-23 und ISO/IEC 61851-24 aufgenommen.[16][17]
Für Fahrzeuge, die nach dem Combined Charging System (CCS) mit Gleichstrom schnellladen können, ist auch ein CCS-auf-CHAdeMO-Adapter technisch möglich. Anlässlich des zweiten EV World Summit im Juni 2013 wiesen sowohl ein Sprecher der CHAdeMO-Gruppe und der Volkswagen-Gruppe darauf hin, dass beide Systeme (CHAdeMO und Combo 2/CCS) keine Konkurrenz beider Standards für die Gleichstromladung wären, wenn die Schnellladestationen mit Anschlüssen für beide Systeme ausgestattet würden (die Zusatzkosten für ein weiteres Ladeprotokoll/Ladeverfahren lägen bei gerade 5 %) – daher empfahlen z. B. Nissan und Volkswagen gemeinschaftlich die Errichtung von „multi-standard fast chargers“, die sowohl von Fahrzeugen mit CHAdeMO- wie auch mit Combo-2-(CCS)-Anschluss angesteuert werden können.[18] Entsprechende Ladesäulen werden auch bereits angeboten.[15] Volkswagen verwendete diese Multi-Standard-Schnellladesäulen in Deutschland überhaupt nicht, Nissan nur an ausgewählten Standorten.
Verbreitung
In Japan, wo Chademo entwickelt wurde, ist Chademo sehr verbreitet. Es gibt dort viele Ladesäulen aber auch viele Elektroautos, die Chademo nutzen. In Europa war die Verbreitung hoch, wenn auch deutlich hinter CCS. Auch in Südkorea nutzt man vermehrt CCS1. In anderen Teilen der Welt ist die Verbreitung von Chademo eher gering, wie etwa USA und Kanada, wo eher NACS genutzt wird. In China wird der Ladestecker GB/T genutzt.[19][20][21][22]
In Japan hat der Stromversorger Tepco Schnellladestationen mit CHAdeMO-Standard in großer Zahl installiert.[23]
Im April 2025 gab es in Europa insgesamt 20.695 gemeldete Chademo Anschlüsse und etwa 15.000 Standorte in Europa mit mindestens 43 kW Ladeleistung. Nur zwei lagen über einer Ladeleistung von 100 kW und 17.385 bei einer Ladeleistung von 43–99 kW. Zum Vergleich sind in Europa etwa 100.000 Ladeanschlüsse mit CCS verzeichnet, wobei etwa 70.000 CCS Ladeanschlüsse eine Ladeleistung von 100 kW und mehr haben.[24]