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Benutzer:Vindolicus

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gez. Wolfgang Rieger (Diskussion) 09:40, 28. Jul. 2022 (CEST)

Wikipedia

Themenfelder

  • Populärkultur nach 1945 (Roman, Film, Hörspiel, Videospiel)
  • Brauchtum, Sagen und Regionalgeschichte von Schwaben und Oberbayern
  • Katholizismus in Süddeutschland
  • germanische Religionsgeschichte und Mythologie

Positionen

  • Deutsch als plurizentrische Sprache: Ich begrüße es sehr, dass die deutschsprachige Wikipedia den Umstand, dass es nicht das eine Deutsch, sondern verschiedene Varietäten gibt, berücksichtigt (vgl. etwa Wikipedia:Österreichbezogen). Nun ist aber auch das, was wir Bundesdeutsch nennen, nicht sehr einheitlich, sondern bedingt durch die historischen Mundarten bis heute sehr vielfältig. Als Süddeutscher würde ich es daher sehr begrüßen, wenn auch diesem Umstand mehr Beachtung geschenkt wird und man eine ähnliche Regelung auch innerhalb des Raumes der Bundesrepublik für den bairisch- und schwäbischsprachigen Teil treffen würde. Es geht hierbei nicht um die Mundarten, sondern darum, das bestehende Bairische oder Schwäbische Deutsch und dessen Wortschatz stärker zu berücksichtigen. (Man sagt bzw. schreibt in Altbayern etwa Stadel statt Scheune.) Bedauerlicherweise ist hier dem Süden aber auch viel verloren gegangen, so wurde etwa der heute nur noch in Österreich verwendete Jänner auch im Süden noch bis ins 20. Jahrhundert hinein in manchen Gegenden verwendet.
  • Namenskonventionen ausländischer Orte: Ich halte die bestehenden Namenskonventionen bei Orten für überarbeitungswürdig. Es geht dabei vorrangig darum, wie oft ein Name tatsächlich verwendet wird, über Jahrhunderte gewachsene kulturelle Traditionen werden dabei nicht berücksichtigt. Es ist somit zu befürchten, dass auf die Dauer alle traditionellen deutschen Namen für ausländische Orte (z.B. Lemberg, Samarkand oder Ulan-Bator) aus der Wikipedia verschwinden werden. Das ist vor allem bei Orten, die früher noch Teil des deutschen Sprach- und Kulturraums waren (z.B. Königsberg, Laibach, Marburg an der Drau, Mömpelgard, Ödenburg, Ostrau oder Preßburg), sehr zu bedauern. Es besteht meines Erachtens auch die Gefahr, dass Wikipedia hier gewissermaßen bestimmte Namen dauerhaft in der Gesellschaft zementiert: Wird ein bestimmter Name in der Wikipedia als Lemma verwendet, ist davon auszugehen, dass er fortan auch verstärkt woanders verwendet wird, weil man sich in vielen Bereichen im Alltag heute bereits an der Wikipedia orientiert. Es sei zudem angemerkt, dass es de facto noch sehr viele ausländische Städte gibt, die im Deutschen einen eigenen deutschen Namen, woran sich niemand stört, besitzen, als Beispiele sei auf Italien mit Rom (Roma), Venedig (Venezia), Mailand (Milano), Turin (Torino) oder Neapel (Napoli) als auch unsere östlichen Nachbarn mit Warschau (Warszawa) und Moskau (Москва) hingewiesen. Tatsache ist auch, dass die meisten Deutschen die fremden Namen nicht aussprechen können, weil sie die Sprache nicht beherrschen und dann gewissermaßen Phantasienamen verwenden. Man sieht hierbei auch gut, dass vieles schlicht Gewöhnung ist: Während etwa bei den US-amerikanischen Bundesstaaten nur mit Kalifornien eine deutsche Bezeichnung durchgehend verwendet wird (und niemand etwa in der Zeitung plötzlich den Originalnamen California verwenden würde), sind andere Eindeutschungen wie Virginien, Neumexiko oder Pennsylvanien mit der Zeit nicht mehr gebräuchlich geworden und klingen deswegen heute merkwürdig, was ich persönlich sehr schade finde. Hinsichtlich Kanada hat sich hier mehr gehalten, vergleiche Neufundland und Labrador (Newfoundland and Labrador) und Nordwest-Territorien (Northwest Territories), wobei auch Britisch-Kolumbien (British Columbia) und Neubraunschweig (New Brunswick) lange im Deutschen verbreitet gewesen waren. Interessanterweise ist man, wenn es um Regionen in Nordamerika geht, hierbei eher geneigt, den deutschen Namen zu belassen, siehe Neuengland (New England), Mittlerer Westen (Midwest), Große Seen (Great Lakes), Kaskadien (Cascadia) oder Westkanada (Western Canada). Sogar bei Regionen innerhalb von Bundesstaaten werden deutsche Namen verwendet, siehe Westflorida (West Florida), Osttexas (East Texas) oder West-Washington (Western Washington).
  • Historische Kontinuität bei Städten: Es werden bei einer Reihe von Städten zwei Artikel gemacht: Die heutige Stadt und die alte Stadt, etwa Königsberg/Kaliningrad, Konstantinopel/Istanbul und Antiochia/Antakya. Es handelt sich dabei allerdings nach wie vor um die selbe Stadt, auch wenn sich ihre Gestalt und ihre Bevölkerung deutlich verändert hat. Nach dieser Logik müsste man auch einige andere Städteartikel aufteilen, gerade bei Städten wie Augsburg, Regensburg oder Köln, die aus römischen Militärlagern hervorgegangen sind, mit denen die heutigen Städte ziemlich wenig gemein haben dürften. Natürlich ist es sinnvoll, einen Artikel wie Augusta Vindelicum zu haben, wo es nur um die römische Geschichte Augsburgs geht, aber so zu machen, als habe ab einem gewissen Zeitpunkt eine Stadt aufgehört zu bestehen und eine neue sei an derselben Stelle entstanden, ist nicht überzeugend.
  • Anglizismen: Ich bin ein großer Freund der englischen Sprache (bevorzugt Amerikanisches Englisch) und lese in meiner Freizeit auch viel auf Englisch. Dennoch bin ich kein großer Freund von Anglizismen in meiner Muttersprache – wohlgemerkt nicht grundsätzlich gegen solche, sondern vor allem gegen die Vielzahl von kaum wirklich notwendigen Übernahmen. Viele Anglizismen sind schlicht modebedingt, wie ich es nennen möchte, und nicht wirklich notwendig, weil es schon länger deutsche Begriffe dafür gibt. Hier besteht auch die Gefahr, dass bereits im Deutschen vorhandene Begriffe auf die Dauer verdrängt werden. Auch gibt es eine Reihe Neuschöpfungen von verschiedenen Sprachpflegern, die durchaus schön und nicht wie der Jargon einer merkwürdigen Subkultur klingen. Leider handelt es sich hierbei um ein Thema, bei dem in der Regel sehr polemisch argumentiert wird. Man sollte hierbei bedenken, dass die Pioniere der Sprachpflege dies nicht aus chauvinistischen Anwandlungen, sondern vielmehr aus humanistischen Beweggründen taten, nämlich um deutsche Begriffe zu haben, die allgemein besser als Fremdwörter verstanden werden. Es möchte zum Beispiel niemand ernsthaft Musikstile mit Schwermetall (Heavy Metal) oder Gotik (Gothic) eindeutschen. (Wobei man sachlich sagen muss: Wäre dies irgendwann einmal eingedeutsch worden, würden wir diese Begriffe heute völlig unbefangen verwenden.) Es geht somit weniger um fachspezifische Ausdrücke, sondern vielmehr um Begriffe im allgemeinen Sprachgebrauch. Mein Wunsch wäre, dass sich die Autoren der deutschsprachigen Wikipedia mehr Gedanken darüber machen würden, ob dieser oder jener Anglizismen wirklich notwendig ist, wenn es doch auch eine deutsche Entsprechung gibt, die ohne Verständnisschwierigkeiten verwendet werden kann. Mein Lieblingsbeispiel hierbei ist, dass man sowohl auf der Straße als auch im Schriftlichen statt Computer schlicht Rechner sagen kann, wobei jeder weiß, was gemeint ist, und sich niemand über den Begriff wundern würde. Das Gleiche gilt auch für den Begriff Band, den man ebenso leicht durch Musikgruppe oder besser schlicht Gruppe ersetzen könnte.
  • Kreuz und Stern: Traditionell werden im Deutschen Stern (*) und Kreuz (†) für Geburts- und Sterbedatum verwendet. Die Zeichen stammen aus dem Christentum und leiten sich vom Stern von Bethlehem sowie Christi Kreuzigung ab. Diese Zeichen werden im Deutschen allgemein für alle Personen, völlig egal, ob sie christlich sind oder nicht, verwendet – so auch in der Wikipedia. Eine Reihe von Wikipediaautoren würde diese Zeichen aber gerne abschaffen, nachdem sie christlich seien und es daher eine Zumutung sei, sie für nichtchristliche Personen zu verwenden, es wird auch von Diskriminierung gesprochen. Hier ist es wiederholt zu größeren Bearbeitungskämpfen gekommen, dass man sich auf einen Kompromiss geeinigt hat: Der Ersteller eines Artikels kann nun entscheiden, welche Zeichen er setzen will. Neben Kreuz und Stern kann man auch „geb.“ und „gest.“ setzen oder beide Daten schlicht mit einem Strich verbinden, wie es auch die englischsprachige Wikipedia macht. Ist der Wille eines Artikelerstellers nicht mehr ersichtlich, kann der hauptsächliche Bearbeiter entscheiden, welche Form er haben will. Ich empfinde diese Entscheidung zum einen als nicht sonderlich gut, weil damit die Einheitlichkeit innerhalb des Lexikons verloren geht, zum anderen sehe ich bei den Gegnern von Kreuz und Sternen einen politisch motivierten Versuch, christliche Bezüge in unserer Kultur zu beseitigen. Hinzu kommt, dass man mit dieser Ersetzung in einer nicht gerade rühmlichen Tradition steht, denn schon während des Nationalsozialismus gab es Versuche, diese beiden traditionellen Zeichen durch Runen zu ersetzen, die angeblich dem Volkscharakter angemessener wären.

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