Benzidin-Umlagerung

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Die Benzidin-Umlagerung oder Zinin-Benzidin-Umlagerung ist eine Namensreaktion in der Organischen Chemie. Entdeckt wurde sie 1863 von dem deutschen Chemiker August Wilhelm von Hofmann (1818–1892).[1] Hofmann konnte zeigen, dass die bereits 1842 von Nikolai Nikolajewitsch Sinin beschriebene Synthese von Benzidin durch Reduktion von Azobenzol mit Ammoniumsulfid über Hydrazobenzol als Zwischenstufe verläuft.[2][3]

Übersichtsreaktion

Bei dieser Reaktion entsteht aus Hydrazobenzol (ein N,N'-Diarylhydrazin) in einer intramolekularen Umlagerung im stark sauren Milieu Benzidin (4,4'-Diaminobiphenyl).[4][5]

Übersichtsreaktion der Benzidin-Umlagerung
Übersichtsreaktion der Benzidin-Umlagerung

Reaktionsmechanismus

Im vorgeschlagenen Reaktionsmechanismus entsteht das gewünschte Benzidin 4:[4]

Benzidin-Umlagerung – Reaktionsmechanismus
Benzidin-Umlagerung – Reaktionsmechanismus

Es wird angenommen, dass das Hydrazobenzol 1 unter saurer Katalyse zunächst doppelt protoniert wird, dabei entsteht das Dikation 2. Bei der Spaltung dieser –N–N-Bindung in 2 bildet sich ein π-komplexartiger Übergangszustand, in dem die Phenyl-Ringe untereinander in para-Stellung zu den Aminogruppen eine σ-Bindung knüpfen unter Bildung von 3. Es kommt also zu einer intramolekularen Umlagerung unter Entstehung des Dikations 3. Eine doppelte Deprotonierung von 3 mit anschließender Rearomatisierung führt zu Benzidin 4.[4][6]

Nebenprodukte

Bei dieser Reaktion entstehen u. a. folgende Nebenprodukte:[7][8]

Einzelnachweise

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