Berliner Hockey-Verband
Landesverband im Deutschen Hockey-Bund
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Der Berliner Hockey-Verband (BHV) ist einer der fünf mitgliederstärksten Hockey-Landesverbände im Deutschen Hockey-Bund. Er wurde in seiner jetzigen Form am 3. Januar 1950 gegründet. Sein Verbandsgebiet umfasst das Bundesland Berlin, zusätzlich sind die Brandenburger Hockeyvereine im Umland des Stadtstaates Mitglieder des BHV. Insgesamt spielen 9744 Mitglieder (Stand 1. Januar 2025)[3] in 31 Clubs[4].
| Berliner Hockey-Verband | |
|---|---|
| Sportart | Feld- und Hallenhockey |
| Gründung | 3. Januar 1950 in Berlin |
| Verbandssitz | Berlin-Westend |
| Präsidentin | Marie-Theres Gnauert (seit 2021) |
| Vereine | 31[1] |
| Mitglieder | 9744[2] |
| Website | berlin.hockey.de |
Der BHV organisiert im Erwachsenenbereich im Feld- und Hallenhockey den gesamten Spielbetrieb unterhalb der Regionalligen (Ober- sowie die darunterliegenden Verbandsligen) und darüber hinaus im Feld für Damen und Herren zusätzlich jeweils eine 3/4-Feld-Liga, um mitgliedsschwächeren Vereinen einen zusätzlichen Spielbetrieb zu ermöglichen. Im Jugendbereich organisiert der Verband bis zu drei Wettbewerbe (Meisterschaft, Liga, Pokal) für die männlichen und weiblichen Jahrgänge U18, U16, U14 und U12 sowie den Spielbetrieb für U10-, U8- und U6-Mannschaften in engerer Zusammenarbeit mit den Berliner Hockeyvereinen.
Geschichte des Hockeysports in Berlin
Anfänge der Vereins- und Verbandsgründungen, erste Blütezeit
Ende des 19. Jahrhunderts gelangte der Hockeysport aus England nach Deutschland. Neben der internationalen Hafenstadt Hamburg fand Hockey vor allem auch in Berlin großen Anklang: Während der erste offizielle (Herren-)Hockeyverein, der 1. Hamburger Hockey Club, 1898 in Hamburg gegründet wurde, ging ein Jahr später im Berliner Damen-Hockey Club das erste Wettspiel der Damen auf Vereinsebene über die Bühne. Hier wurde Berlin gar zum Vorreiter, denn der Herrenbetrieb setzte erst ein Jahr später ein.
1902 wurde der Berliner Hockey-Verband in ersten Version als erster regionaler Hockeyverband in Deutschland gegründet.
Ende Dezember 1909 ins Leben gerufen konstituierte sich der Deutsche Hockey-Bund (DHB) am 26. März 1910 auf seinem 1. Bundestag in Hamburg offiziell mit dem Zweck, den Hockeysport zu fördern. Zum ersten DHB-Präsidenten wurde der Berliner Kurt Doerry gewählt, der ursprünglich aus dem Eishockeysport kam. Bis Mitte der 20er-Jahre regelte der DHB auch die Belange des Wintersports in Deutschland.[5] Noch bis 1937 kamen die DHB-Präsidenten durchgängig aus Berlin – nach Doerry von 1914 bis 1928 Georg Berger, bis 1937 Georg Evers.[6]
Zwischen dem 10. August 1936 und dem Jahr 1945 war Evers zudem Präsident des internationalen Hockeyverbandes FIH.[7]
Der Hockeysport zwischen Machtergreifung, Selbstauflösung und Neuanfang
Gleichschaltung 1933
Unmittelbar nach der Machtübernahme 1933 begann die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei mit der Gleichschaltung von Organisationen, die dem Totalitätsanspruch widersprachen. Um einem Verbot zuvorzukommen, beschlossen der DHB und seine Regionalverbände, darunter auch der BHV, am 22. Oktober desselben Jahres ihre Selbstauflösung. Hockey wurde fortan dem Fachamt 9: Hockey, einem von insgesamt 15 Fachämtern im Sportbereich 3: Berlin-Brandenburg im Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen zugeordnet.
Olympische Sommerspiele 1936 in Berlin
Im Mai 1931, also noch vor Machtergreifung der Nationalsozialisten, erhielt Berlin den Zuschlag für die Austragung der Spiele der XI. Olympiade 1936. Der Hockey-Wettbewerb – Hockey war seit 1908 olympisch – fand im eigens für die Spiele zwischen 1934 und 1936 erbauten Hockeystadion vor bis zu 18.000 Zuschauenden statt. Indien holte nach einem 8:1-Finalsieg über das Deutsche Reich (Silber) die Goldmedaille, die Niederlande siegte 4:3 gegen Frankreich im Spiel um Bronze.
Erste organisierte Deutsche Meisterschaften mit Berliner Erfolgen
Erst in der Saison 1936/1937 feierten Deutsche Meisterschaften, zunächst nur bei den Herren, Premiere. Erster Deutscher Meister wurde der Berliner SC. Drei Jahre später fand analog ein Damen-Wettbewerb statt. Auch in dieser Premierensaison siegt mit dem LTTC Rot-Weiß ein Berliner Verein.[8]
BHV-Mitgliederentwicklung in Zahlen
Sofern nicht anders angegeben, sind die Mitgliederzahlen dem Jahresbericht des Landessportbundes Berlin aus dem Vorjahr entnommen, der in der zweiten Jahreshälfte des Folgejahres veröffentlicht wird.[9] Streng genommen sind dies die Mitglieder (Personen) der Vereine, die wiederum Mitglieder des BHV sind.
Berliner Erfolge, individuell und auf Vereinsebene
Olympiamedaillengewinnerinnen und -gewinner aus Berlin
Deutsche Hockey-Nationalmannschaften gewannen bisher (Stand 2027) fünfmal Olympisches Gold (1972, 1992, 2008 und 2012 die Herren, 2004 die Damen), sechsmal Silber (Herren 1936, 1984, 1988 und 2024; Damen 1984 und 1992) und fünfmal Bronze (Herren 1928, 1956 und 2004 die Herren sowie 2016 beide deutsche Teams). Bei den Herren finden olympische Turniere im Feldhockey im Rahmen der Sommerspiele seit London 1908 statt, für Damen erst seit den Olympischen Spielen 1980 in Moskau. Folgende Spielerinnen und Spieler spielten zum Zeitpunkt des Olympiasieges für Mitgliedsvereine des BHV:
Gold
München 1972
Carsten Keller (Berliner HC; auch Fahnenträger der bundesdeutschen Mannschaft bei der Schlussfeier)
Barcelona 1992 (Herren)
Andreas Keller (Berliner HC)
Athen 2004 (Damen)
Natascha Keller, Badri Latif , Louisa Walter (alle Berliner HC) und Sonja Lehmann (TuS Lichterfelde)
Peking 2008 (Herren)
London 2012 (Herren)
Martin Häner (Berliner HC)
Silber
Berlin 1936
Werner Hamel, Erwin Keller, Herbert Kemmer, Heinrich „Heinz“ Schmalix (alle Berliner HC), Werner Kubitzki, Paul Mehlitz, Fritz Messner, Hans Scherbart, Erich Zander (alle Berliner SV 92), Heinz Raack, und Kurt Weiß (beide Berliner SC)
Los Angeles 1984 (Damen und Herren)
Andreas Keller (Berliner HC) sowie Christina Moser (SC Brandenburg) und Patricia Ott (beide SC Brandenburg)
Seoul 1988 (Herren)
Andreas Keller (Berliner HC)
Barcelona 1992 (Damen)
Christine Ferneck, Irina Kuhnt und Anke Wild (alle Berliner HC)
Paris 2024 (Herren)
Martin Zwicker (Berliner HC)
Bronze
Amsterdam 1928
Bruno Boche, Erich Zander (beide Berliner SV 92), Erwin Franzkowiak, Aribert Heymann, Herbert Müller (alle Berliner SC) und Gerd Strantzen (Berliner HC)
Melbourne 1956
Heinz Radzikowski und Harry Reuff (beide SC Brandenburg)
Athen 2004 (Herren)
Tibor Weißenborn (Berliner HC)
Rio 2016 (Damen und Herren)
Martin Häner und Martin Zwicker (beide Berliner HC). Damen aus Berliner Hockeyvereinen waren nicht beteiligt.
Berliner Feldhockey-Weltmeisterinnen und -meister
Dreimal wurden deutsche Hockeyherren bisher Interkontinental-Titelträger, nach 2002 und 2006 vor heimischem Publikum zuletzt 2023 in Indien. Die beiden Erfolge der Damen liegen schon etwas weiter zurück (1976 in Berlin und 1981). Jedes Mal waren auch Berliner Spielerinnen und Spieler dabei:
- Birgit Welzel (SC Brandenburg) – Weltmeisterin 1976 in Berlin
- Christina Moser (SC Brandenburg) – Weltmeisterin 1976 in Buenos Aires
- Heidemarie Klimpel-Raabe (SC Brandenburg) – Weltmeisterin 1976 in Berlin
- Martin Zwicker (Berliner HC) – Weltmeister 2023 in Bhubaneswar
- Steffi Drescher (SC Charlottenburg) – Weltmeisterin 1976 in Berlin
- Tibor Weißenborn (BHC) – Weltmeister 2002 in Kuala Lumpur
- Ulrich Bubolz (BHC) – Weltmeister 2006 in Mönchengladbach
Europapokalsiege und Deutsche Meisterschaften von Vereinen aus dem heutigen Gebiet des BHV
Europapokalsiege
Seit 1969 finden im europäischen Hockeyverband EHF Kontinentalwettkämpfe auf Clubebene statt. Lediglich bei den Damen konnten mit dem Berliner HC und dem SC Brandenburg BHV-Teams Europapokalsiege feiern:
Siegeslisten Damen
| Titel | Verein | Club Champions Club (Feld) | Cup Winners Cup (Feld) | Club Champions Cup (Halle) |
|---|---|---|---|---|
| 5 | Berliner HC | 1997 | 2008 | 1993, 2012, 2014 |
| 1 | SC Brandenburg | — | — | 1990 |
Deutsche Meister
Seit 1937 werden bei den Herren Deutsche Hockey-Meister ermittelt, bei den Damen seit 1940. Die im Folgenden aufgeführten Deutschen Meisterinnen und Meister stammen aus dem aktuellen Gebiet des BHV.
Zwischen 1995 und 2001 trug der DHB neben der Deutschen Hockey-Meister auch Deutsche Hockeypokal-Finals aus (14 Mal). Aus Berlin konnten sich nur die BHC-Damen in die Siegerliste eintragen, halten mit vier Titeln in Folge hier allerdings den Rekord.
Auch in der DDR fand ein Hockey-Ligabetrieb statt. Allerdings gingen dort zwischen 1949 und 1990 insgesamt nur drei Titel in der Halle 1954, 1956 und 1970 an Berliner Vereine. An entsprechenden Stellen werden, sofern vorhanden, der Nachfolgeverein und ein entsprechender Hinweis DHSV genannt. Die Sportförderung der DDR sah für den Hockeysport andere Förderzentren als Berlin vor und reduzierte dessen Förderung ab 1969 deutlich.[18]
Siegesliste Herren
| Titel | Verein | Feld | Halle |
|---|---|---|---|
| 12 | Berliner HC | 1941, 1942, 1961, 1962, 1963, 1965, 2012 | 1962, 1963, 1965, 1970, 1975 |
| 2 | Berliner SC | 1937, 1938 | |
| 2 | SV Blau-Gelb (als BSG Lokomotive Pankow) | 1954, 1956 (beide DHSV) | |
| 2 | SC Brandenburg | 1956, 1959 | |
| 1 | BSV 92 | 1940 |
Siegesliste Damen
| Titel | Verein | Feld | Halle | Deutscher Hockeypokal |
|---|---|---|---|---|
| 19 | Berliner HC | 1994, 1996, 1999, 2000, 2005, 2006, 2008, 2010, 2013 | 1992, 1995, 1996, 2000, 2011, 2013 | 1995, 1996, 1997, 1998 |
| 6 | SC Brandenburg | 1961 | 1976, 1978, 1986, 1988, 1989 | |
| 1 | LTTC Rot-Weiß | 1940 | ||
| 1 | SG Narva (als BSG Narva Berlin) | 1970 (DHSV) | ||
| 1 | TSV Zehlendorf 88 | 1972 |
Quelle: Archiv und Chronik des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08[19]
Erfolge Berliner Jugendmannschaften
Im Hockeysport sind Meisterschaften der Jahrgänge U14, U16 sowie U18 weiterführend. Seit 1970 (U18 weiblich/männlich, inoffiziell seit 1969) richtet der DHB hier überregionale Deutschen Meisterschaften aus.
Die letzten drei Deutschen Jugendmeistertitel für Vereine des BHV erlangten:
- auf dem Feld die Zehlendorfer Wespen (2025 U18 männlich) und der Berliner HC (2017 U14 weiblich, 2025 U14 männlich) sowie
- in der Halle die Zehlendorfer Wespen (2024 U16 männlich, 2020 U14 männlich) und der Berliner SC (2020 U16 männlich).
Deutsche Jugendmeistertitel männlich (Stand Halle 2026)
| Titel | Verein | U14 Feld | U14 Halle | U16 Feld | U16 Halle | U18 Feld | U18 Halle |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 27 | Berliner HC | 1994, 2010, 2025 | 1971, 1995, 1996, 2014 | 1992, 1996, 2009, 2015 | 1972, 1997, 2003, 2005, 2010 | 1974, 1975, 1998, 1999 | 1975, 1995, 1997, 1999, 2002, 2007, 2012 |
| 6 | SC Charlottenburg | 2006, 2010 | 2008 | 2010, 2011, 2014 | |||
| 3 | Neuköllner SF | 1970, 1971, 1972 | |||||
| 3 | TC 1899 Blau-Weiss | 2016 | 2016, 2017 | ||||
| 3 | Zehlendorfer Wespen | 2020 | 2024* | 2025 | |||
| 2 | Berliner SC | 2002 | 2020 | ||||
| 1 | TuS Lichterfelde | 1984 | |||||
| 1 | BSV 92 Berlin | 1995 |
* Zusammen mit dem HTHC, dem die Wespen im Finale zunächst unterlegen waren. Eine „strittige Schiedsrichterentscheidung als ‚nicht korrekte‘ Auslegung der Hallenhockeyregeln“ führte 26 Stunden nach dem DM-Finale 2024 zur DHB-Präsidiums-Entscheidung, beide Mannschaften zu Meistern zu erklären.[20]
Deutsche Jugendmeistertitel weiblich (Stand 2024/2025)
| Titel | Verein | U14 Feld | U14 Halle | U16 Feld | U16 Halle | U18 Feld | U18 Halle |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 27 | Berliner HC | 1991, 1998, 1999, 2005, 2017 | 1991, 1992, 1999, 2006, 2018, 2023, 2024 | 2000, 2006 | 2002, 2008 | 1992, 1993, 2001, 2002, 2012 | 1993, 2002, 2003, 2010, 2013, 2022 |
| 7 | TuS Lichterfelde | 1994 | 1994, 1995, 2017 | 1996, 2003 | 1997 | ||
| 4 | Zehlendorfer Wespen | 2007 | 2022 | 2010 | 1991 | ||
| 1 | SC Brandenburg | 1974 | |||||
| 1 | Berliner SC | 1975 | |||||
| 1 | BSV 92 Berlin | 1996 | |||||
| 1 | TSV Zehlendorf 88 | 2000 | |||||
| 1 | SC Charlottenburg | 2010 |
Herbstpokal der Bundesstützpunkte (Feld)
Zwischen 2022 und 2024 wurde der Herbstpokal, der die Länderpokal-Endrunden ersetzen sollte, zunächst in einem Format ausgetragen, in dem die U16-Auswahlteams der fünf Bundesstützpunkte Hockey, darunter Berlin, sowie ein Team 6 als Auswahl der Landesverbände, die keinem Bundesstützpunkt angeschlossen sind, aufeinandertrafen.
Dabei konnte die männliche U16 des Bundesstützpunkts Berlin die Premiere 2022 nach einem 5:1-Finalsieg gegen den BSP Baden-Württemberg für sich entscheiden, die weibliche U16 siegte ein Jahr später in Wohltorf bei Hamburg im Finale gegen den BSP Westdeutschland 1:0.
2024 wurde der Herbstpokal reformiert und findet seitdem auswahlübergreifend mit je vier Auswahlteams statt.
Jugend-Länderpokal
Die Hockey-Landesverbände entsenden alljährlich in Halle und Feld Auswahlteams zu den Länderpokalen.[21]
Franz-Schmitz-Pokal (männliche U16, Feld)
Der Düsseldorfer HC stiftete den Franz-Schmitz-Pokal 1949 in Gedenken an den ehemaligen Nationalspieler Franz Schmitz (aktiv 1929–1937) anfangs für Vereinsmannschaften. Bereits 1950 wurde der Pokal zu einem Wettbewerb für Verbandsauswahlmannschaften, 1952 erstmals mit Endspiel. Die Altersgrenze der einsatzberechtigten Jugendlichen wurden im Laufe der Jahre mehrfach geändert, zur Zeit beträgt sie 16 Jahre (männliche U16).
- Berliner Erfolge (8): 1952, 1960, 1971, 2004, 2007, 2009, 2012, 2014
Hessenschild (weibliche U16, Feld)
Nachdem sich der Franz-Schmitz-Pokal bewährt hatte, fasste der Jugendausschuss des DHB den Beschluss, 1955 ein Pendant für den weiblichen Bereich einzurichten, zunächst noch in der Altersklasse bis 18 Jahre. Diesmal stiftete der Hessische Hockey-Verband den Schild. Heute ist die Altersgrenze wie im männlichen Wettbewerb 16 Jahre.
- Berliner Erfolge (10): 1961, 1962, 1965, 1967, 1968, 1972, 1977, 1994, 2019, 2024
Rhein-Pfalz-Pokal (männlich) und Berlin-Pokal (weiblich)
1982 stifteten der Hockey-Verband Rheinland-Pfalz/Saar für die männliche Jugend eine Trophäe für den Landesverbands-Auswahlwettbewerb, der seit 1970 in der Halle ausgetragen wurde. Der Berliner Hockey-Verband ermöglichte Gleiches für den weiblichen Bereich, der somit 1982 erstmals ausgeführt werden konnte. In beiden Wettbewerben sind die U15-Jahrgänge und jünger startberechtigt:
- Berliner Triumphe beim Rhein-Pfalz-Pokal (männlich; 7): 1971, 1995, 1996, 1999, 2007, 2013, 2022
- Berliner Triumphe beim Berlin-Pokal (weiblich; 7): 1991, 1998, 2006, 2007, 2010, 2022, 2023
Jugendmeisterschaften in der DDR
Unter dem Dach des DHSV fanden bis 1990 Jugendmeisterschaften der Altersklasse 18 (ab 1950 auf dem Feld, im männlichen Bereich inoffiziell schon 1949, in der Halle ab 1951) sowie Kindermeisterschaften (AK 14; im Feld ab 1952, in der Halle ab 1968) statt.
Erfolge Berliner Mannschaften waren hier eher selten: 1952 wurde der SC Weißensee DDR-Hallenmeister in der AK 18 männlich (die Hockeyabteilung verschwand bald darauf aus dem Hockeygeschehen und wurde später von der BSG Tiefbau Berlin abgelöst, die sich nach der Wende in SV Blau-Gelb Berlin umbenannte). 1963 holte die weibliche AK18-Jugend der BSG Motor Berliner Glühlampenwerk ebenfalls den DDR-Hallentitel.
1980 siegte die weibliche AK12-Mannschaft der BSG Pionierpalast Berlin in ihrem Gründungsjahr beim 17. Pionierpokal im Hallenhockey.
Vereinsauszeichnungen Berliner Hockeyvereine und -clubs
European Hockey Club of the Year
Hockeyspezifische Auszeichnung des europäischen Hockeyverbands EHF für Vereine zur Würdigung deren Arbeit für den Hockeysport.
Das Grüne Band
Sportarten übergreifender Preis von DOSB und der Commerzbank für vorbildliche Talentförderung im Verein.
- 2016 Berliner HC
- 2009 SC Charlottenburg
- 2004 Berliner HC
- 1995 Berliner HC
- 1989 Berliner SC
Berliner Amateursport-Preis
Deutsche Olympische Gesellschaft (Landesverband Berlin) und Landessportbund Berlin küren seit 2014 das erfolgreichsten Amateursport-Teams Berlins. Kriterien sind u. a. die sportlichen Leistungen des Teams im vorausgehenden Jahr und in der Vergangenheit, die Positionierung im internationalen und deutschlandweiten Vergleich sowie besondere Eigenschaften wie Teamgeist, Fair Play, soziale Kompetenz oder Engagement in Inklusion und Integration.[23]
- 2023 TSV Zehlendorf 88 (Hockeyherren, 1. Platz)
- 2017 TuS Lichterfelde (Hockeyherren, 3. Platz)
- 2015 Berliner HC (Hockeydamen, 2. Platz)
- 2014 Berliner HC (Hockeydamen, 3. Platz)
Individuelle Auszeichnungen Berliner Aktiver
Spieler und Spielerin des Jahres
Zwischen 1996 und 2010 vergab der DHB die Auszeichnung der besten Spielerin und des besten Spielers. Von 30 Ausgezeichneten erhielten fünfmal BHV-Spielerinnen und -Spieler diese Auszeichnung:
- 1996 Katrin Krauschke (Berliner HC)
- 1997 Natascha Keller (BHC)
- 2002 Janina Trotzke (BHC)
- 2004 Louisa Walter (BHC)
- 2009 Martin Häner (BHC)
Weitere Auszeichnungen, nationale und internationale Höhepunkte
- 1963: Der Verband Deutscher Sportjournalisten Berlin-Brandenburg (VDS) zeichnet den Berliner HC mit dem Goldenen Band der Sportpresse aus. Die älteste Sportauszeichnung Deutschlands ehrt seit 1927 Persönlichkeiten des deutschen Sports.
- 1967: Am 27. Mai schlägt in Berlin erstmalig in der Geschichte des deutschen Hockeysports eine deutsche Nationalelf Rekord-Olympiasieger Indien mit 3:1 (3.0).
- 1987: Christina Moser (SC Brandenburg), dreifache Deutsche Hallen-Meisterin, Hallen-Europapokalsiegerin, -Europameisterin und Feld-Weltmeisterin erhält das Goldene Band der Sportpresse des VDS.
- 1999: Der Hockey-Weltverband FIH kürt Natascha Keller (Berliner HC) zur Welthockeyspielerin des Jahres.
- 2001: Tibor Weißenborn (BHC) wird erster FIH-Junioren-Spieler des Jahres (FIH Rising Star of the Year).
- 2010: Natascha Keller (BHC) macht am 7. August ihr 362. Länderspiel und wird alleinige Rekord-Nationalspielerin.[24] Bis zum Karriereende 2012 bestreitet Keller insgesamt 425 Länderspiele.[25]
- 2011: Natascha Keller (BHC) wird Trägerin des Goldenen Bandes der Sportpresse.
- 2012: Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele in London ist Natascha Keller (Berliner HC) als erste Hockeyspielerin überhaupt bei einer Eröffnungsfeier Fahnenträgerin der deutschen Delegation.
- 2013: Natascha Keller ist eines von drei Erstmitgliedern, die in die neu gegründete Hall of Fame des Europäischen Hockeyverbandes EHF aufgenommen werden.[26]
- 2018: Michelle Meister von der Köpenicker Hockey-Union wird Weltschiedsrichtern.[27]
- 2023: Die Berliner Spielerinnen Charlotte Stapenhorst (Zehlendorfer Wespen) und Linnea Weidemann (BHC) erhalten als Mitglieder der Danas für deren Umweltprojekt Danas-Hockeywald das Goldene Band der Sportpresse.
- 2025: Martin Zwicker (Berliner HC) absolviert am 25. Juni im Hockey-Pro-League-Spiel gegen Spanien vor heimischer Kulisse sein 336. Länderspiel und überholt damit Matthias Witthaus als Feldländerspiel-Rekordhalter.[28]
Liga-Spielbetrieb in der Gegenwart
Für den Liga- und Meisterschaftsbetrieb im Erwachsenenbereich, der Berliner Hockeyvereine betrifft, zeichnen sich im deutschen Hockeysport mindestens drei Verbände verantwortlich: lokal der BHV, regional der Ostdeutsche Hockeyverband (OHV) und überregional/landesweit die Hockeyliga[29].
Der BHV organisiert die je zwei Ober- und bis zu vier darunterliegenden Verbandsligen (Stand Saison 2025/2026), der OHV die Regionalligen Ost und seit 2021 die Hockeyliga die ersten und zweiten Bundesligen.
Der Spielverkehr der Bundesligen findet dabei auf Grundlage des Kooperationsvertrages mit dem DHB[30] statt: Hockeyvereine, die in einer der beiden ersten Bundesligen spielen, müssen sowohl Mitglied im DHB als auch im Hockeyliga e. V. sein.
Weiterführender Spielverkehr Feld
Regionalliga Ost
Den Spielbetrieb der Regionalligen (Ost) organisiert der OHV, dessen Mitglied der BHV ebenso ist. Hier spielen die Vereine des BHV mit denen der Hockey-Landesverbände der ostdeutschen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen.
2. Bundesliga Süd
In der 2. Bundesliga Süd treffen BHV-Hockeyvereine potentiell zudem auf Hockeyvereine aus dem Süddeutschen Hockey-Verband (SHV), in dem sich die Hockeyverbände Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz/Saar und Hessen zusammengeschlossen haben.
1. Bundesliga
In der seit 2003 eingleisigen Feld-Bundesliga treffen alle Mannschaften aus dem kompletten DHB-Zuständigkeitsgebiets zusammen.
Weiterführender Spielverkehr Halle
Wie auch im Feld organisieren im Hallen-Ligabetrieb der BHV die Ober- und Verbandsligen und der OHV die Regionalliga Ost. Diese Einteilung setzt sich bis in die reguläre Saison der 1. Bundesliga Ost fort, da diese bei Damen und Herren in vier Gruppen Nord, Ost, Süd und West regionalisiert ist.
Die Hockeyliga hat in ihrer Spielordnung beschlossen, dass sich nach Saisonabschluss die jeweils beiden Gruppenersten für das Viertelfinale (Playoff/Entscheidungsspiele) qualifizieren. Die jeweiligen Gegner wechseln dabei im Dreijahresrhythmus[31]:
Viertelfinalgegner der Gruppe Ost
Nach jeweils drei Jahren wiederholen sich die gleichen Spielpaarungen.
- Saison 2025/2026: Süd
- Saison 2026/2027: Nord
- Saison 2027/2028: West
Liga-Einteilung BHV (Stand Saison 2025/2026)
| Spielklassen Feld | Spielklassen Halle |
|---|---|
| 1. Bundesliga | 1. Bundesliga Ost |
| 2. Bundesliga Süd | 2. Bundesliga Ost |
| Regionalliga Ost | Regionalliga Ost |
| Regionalliga 2* | |
| Oberliga | Oberliga |
| 1. Verbandsliga | 1. Verbandsliga |
| 2. Verbandsliga | 2. Verbandsliga |
| 3. Verbandsliga (nur Herren) | 3. Verbandsliga |
| 4. Verbandsliga (nur Herren) |
* 2023 führte der OHV bei Damen und Herren in der Halle die Regionalliga 2 ein für zweite Mannschaften von OHV-Vereinen, deren erste Mannschaften in einer Hallen-Bundesliga spielen. Dies soll zu geringerem Leistungsgefälle und homogenerer Leistungsdichte vor allem in den Oberligen und für Mannschaften von Bundesliga-Teams führen. Aus dieser Regionalliga 2 steigt kein Team auf. Der Abstieg erfolgt in die Oberliga des entsprechenden Landesverbandes. Steigt die erste Mannschaft eines Vereins in die Regionalliga ab, verliert die zweite Mannschaft desselben Vereins die Spielberechtigung für die Regionalliga 2 und steigt, wenn sie in der Regionalliga 2 spielt, ab (Zwangsabstieg).
Regional- und Bundesligavereine aus dem BHV
Feldsaison 2026/2027
| Herren | Damen | |
|---|---|---|
| 1. Bundesliga | Berliner HC | Berliner HC |
| 2. Bundesliga Süd | Zehlendorfer Wespen, TC Blau-Weiss | TuS Lichterfelde, Zehlendorfer Wespen |
| Regionalliga Ost | Berliner HC (2. Mannschaft)*, Mariendorfer HC, Berliner SC, TSV Zehlendorf 88 | Berliner HC (2. Mannschaft)*, Mariendorfer HC, TC Blau-Weiss, Steglitzer TK, SC Charlottenburg, SG Rotation Prenzlauer Berg |
* Die OHV-Spielordnung erlaubt zweite Mannschaften in der Regionalliga Ost Feld, wenn zwischen der ersten und der zweiten Mannschaft des jeweiligen Vereins mindestens eine Spielklasse liegt. Die zweite Mannschaft darf nicht weiter aufsteigen.[32]
Hallensaison 2025/2026
| Herren | Damen | |
|---|---|---|
| 1. Bundesliga Ost | Zehlendorfer Wespen, Berliner HC, TC Blau-Weiss, TuS Lichterfelde, HC Roseneck | Zehlendorfer Wespen, Berliner HC, TC Blau-Weiss, TuS Lichterfelde, Berliner SC |
| 2. Bundesliga Ost | TSV Zehlendorf 88, SG Rotation Prenzlauer Berg, Mariendorfer HC, Berliner Sport-Club, Real von Chamisso | Potsdamer Sport-Union, SG Rotation Prenzlauer Berg, Mariendorfer HC |
| Regionalliga Ost | SC Charlottenburg, Spandauer HTC | Steglitzer TK, HC Berlin Brandenburg, TSV Zehlendorf 88, HC Argo 04 |
Weblinks
- Offizielle Website des Berliner Hockey-Verbands
- Artikelsammlung Hockey-Zeitreise von Hockey-Historiker Dr. Frank Haustein (Berlin) mit Schwerpunkt auf der Hockey-Entwicklung auf dem Gebiet der ehemaligen SBZ und DDR
- Zahlen, Fakten, Namen und Bilder aus dem deutschen und internationalen Hockey Chronik Hockey zu Deutschen Meistern, besten DM-Hallenspielern, Hockeypokal und Hockeyliga-Cup, DDR-Meistern, Europacupsiegern, olympischen Turniere, Champions Trophys, Europa- und Weltmeisterschaften, zusammengestellt vom Rüsselsheimer Chronisten Wilfried Hoffmann
- Umfangreiche Statistiksammlung Sport-Record.de • Sportstatistiken • Feld- und Hallenhockey zum deutschen und internationalen Hockey von Sportstatistiker und -historiker Stephen Müller (Bernburg/Berlin)