Bernadette Devlin McAliskey

britische Politikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Josephine Bernadette McAliskey, geborene Devlin (* 23. April 1947 in Cookstown, Nordirland), ist eine nordirische politische Aktivistin und Politikerin. Sie engagierte sich ab 1968 im Nordirlandkonflikt auf irisch-republikanischer und sozialistischer Seite und war 1969–1974 Parlamentsabgeordnete, wobei sie ab 1970 als unabhängige Sozialistin auftrat.

Bernadette Devlin McAliskey, 2011

Leben

Bernadette Devlin ist katholisch-irischer Herkunft. Ihr Vater stand als Sohn eines Straßenreinigers auf der untersten sozialen Stufe und verstarb früh. Die Mutter erzog ihre sechs Kinder durch viel Mitsprache und Verantwortung zur Versorgung der Familie. Sie besuchte eine republikanisch-katholische Schule in Dungannon und studierte Psychologie an der Queen’s University Belfast.[1] 1968 schloss sie sich einer studentischen Bürgerrechtsbewegung an und wurde daraufhin vom Studium ausgeschlossen. 1969 gewann sie als Kandidatin des Wahlbündnisses Unity eine Nachwahl zum britischen Unterhaus und wurde mit 22 Jahren die jüngste Parlamentsabgeordnete der britischen Geschichte seit William Pitt der Jüngere und bis ins Jahr 2015.

Bernadette Devlin, 1970

1970 verteidigte sie ihren Wahlkreis bei den regulären Wahlen und trat danach im Parlament als unabhängige Sozialistin auf. Am 30. Januar 1972 war sie am Bloody Sunday dabei,[2] als britische Truppen auf irische Demonstranten schossen und mehrere von ihnen ermordeten. Im Parlament beschuldigte sie den Staatssekretär Reginald Maudling, über die Erschießung der Demonstranten zu lügen, rannte dann durch den Plenarsaal, ergriff ihn an den Haaren und gab ihm eine Ohrfeige.[2] Im selben Jahr hob ein Gericht in Newry ein von der Vorinstanz gegen sie gefälltes Urteil wegen ihrer Teilnahme an einem Protestmarsch[2] gegen den Bloody Sunday wieder auf.

1974 verlor sie den Wahlkreis. 1969 war sie in die Schlacht von Bogside in Derry verwickelt. Sie galt als „Jeanne d’Arc Irlands“.[3] Bei der Europawahl 1979 kandidierte sie und gewann 5,9 % der Stimmen in Nordirland, obwohl Sinn Féin zum Wahlboykott aufgerufen hatte.[4][5] 1981/82 unterstützte sie den Irischen Hungerstreik.

Am 16. Januar 1981 drangen Terroristen der sogenannten Ulster Freedom Fighters in ihr Haus ein und schossen sie und ihren Mann Michael vor den Augen ihrer Kinder mit zahlreichen Schüssen nieder. Beide wurden lebensgefährlich verletzt, überlebten aber den Mordanschlag.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Irland, Religionskrieg oder Klassenkampf? Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1969.
  • On the Irish Freedom Struggle. Pathfinder Press, New York 1983.
  • zusammen mit Desmond Wilson und Mary Nelis: The Church and Republicanism in British Occupied Ireland. Guth an Phobail, New York 1985.

Einzelnachweise

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