Bernard Rambert

Schweizer Rechtsanwalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Bernard Rambert (* 1946), auch als «Roter Beni» bekannt, ist ein Schweizer Strafverteidiger. Aufgrund seiner anwaltlichen Tätigkeit für linke Gewalttäter und Terroristen wurde er zeitweise von den Schweizer Behörden überwacht.

Leben und Werdegang

Bernard Rambert ist im Kanton Zürich aufgewachsen. Sein Vater Olivier Rambert war Ingenieur und später Direktor der Elektrowatt AG.[1] Sein Grossvater väterlicherseits war der Professor und Bundesrichter Paul Rambert.[2][3.1] Er begann 1966 ein Jurastudium an der Universität Zürich und studierte später zudem in Lausanne und Genf. Nach dem Lizentiat im Jahr 1971 arbeitete er sechs Monate am Bezirksgericht Uster und absolvierte anschliessend ein Praktikum in einem Erziehungsheim. Danach war er zwei Jahre lang für eine Anwaltskanzlei im Zürcher Oberland tätig.[3.2] 1974 erhielt Rambert das Anwaltspatent des Kantons Zürich.[3.3]

Anwaltskarriere

1975 gründete er gemeinsam mit drei Kollegen das Zürcher Anwaltskollektiv, eine Gruppe von Anwälten, die sich der Verteidigung sozial benachteiligter Personen widmete. Innerhalb von drei Jahren vergrösserte sich die Kanzlei aufgrund einer stark wachsenden Klientel auf 15 Anwälte und Anwältinnen,[4] darunter Barbara Hug.[5] Im Jahr 1978 wurde Rambert nach internen Streitigkeiten ausgeschlossen, weil er sich für die Verteidigung von Terroristen aus dem linken Spektrum aussprach.[6.1]

Besondere Bekanntheit erlangte Bernard Rambert durch seine Mitwirkung im Komitee gegen Isolationshaft (KGI) in den 1970er-Jahren.[7] Er forderte unter anderem im Jahr 1977 Hafterleichterungen für die inhaftierte deutsch-italienische Terroristin Petra Krause.[8]

Politisches Engagement und Konflikte mit den Behörden

Rambert politisierte sich während seines Jura-Studiums in Zürich in den Jahren 1969 bis 1970. Er organisierte sich unter anderem bei den Kritischen Jus Studenten. Rambert und seine Mitstreiter verstanden den Anwaltsberuf als einen politischen Beruf, was sich auch auf seine spätere Mitbegründung des Zürcher Anwaltskollektiv auswirkte.[6.2]

Rambert warf der Berner Justiz 1978 Folter vor. Es ging dabei um die schlechten Haftbedingungen zweier Mitglieder der Bewegung 2. Juni, Gabriele Kröcher-Tiedemann und Christian Möller, die im Jura verhaftet worden waren.[9] Aufgrund des Vorwurfs erhielt er ein Berufsverbot, welches jedoch später wieder aufgehoben wurde.[4]

Am 26. August 1980 wurde Rambert festgenommen und befand sich in Vevey in Untersuchungshaft. Es stand der Vorwurf gegen ihn im Raum, dass er Waffen und Werkzeuge für seinen Klienten Walter Stürm aufbewahrt habe.[10] Er wurde am 20. September 1980 aus der Haft entlassen und mit dem Vorwurf der Hehlerei angeklagt.[11] Am 5. November 1982 wurde er von einem Gericht in Nyon freigesprochen.[12]

Aufgrund seiner anwaltlichen Tätigkeiten wurde Rambert von 1977 bis 1989 durch die schweizerische Bundespolizei überwacht. Unter anderem wurden seine Telefone abgehört und sein Anwaltsbüro in der Zürcher Altstadt wurde überwacht.[6.3]

Rambert bezeichnet sich selbst als Kommunist, er wird in der Presse auch «Roter Beni» genannt und als «Terror-Anwalt» betitelt.[7][13]

Bekannte Mandanten

Dokumentation

Im Januar 2025 erschien ein Dokumentarfilm mit dem Titel Suspekt, der unter der Regie von Christian Labhart produziert wurde und sich mit Ramberts Leben und Wirken beschäftigt.[8] Die Premiere fand im Rahmen der 60. Solothurner Filmtage statt.[14]

Schriften

  • Bernard Rambert (Hrsg.): Todesschüsse, Isolationshaft, Eingriffe ins Verteidigungsrecht : kritische Anmerkungen zu dem Bericht der Bundesrepublik Deutschland an den UN-Menschenrechtsausschuss vom November 1977. Libertäre Assoz., Hamburg 1988, ISBN 978-3-922611-03-5.

Einzelnachweise

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