Bernardino Castelli
venezianischer Maler
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Leben

Ausbildung in Feltre, erste Protektion, Treviso
Bernardino kam als Sohn des Francesco Castelli und der Maria Elisabetta Forcellini zur Welt. Schon als Kind soll er Blumen, Tiere und Insekten mit Feder und Kohle (“disegnando a penna e carboncino fiori, animali ed insetti”[1]) gezeichnet haben. In Feltre erhielt er bei Giovanni d’Antonio eine erste Ausbildung und wurde von Antonio Balestra weiter unterwiesen. Sein Debüt als Ornamentmaler gab er in der Villa des Adligen und Domherrn Franzoja in Quero. Dieser nahm Castelli mit nach Treviso und stellte ihn dem dortigen Bischof Paolo Francesco Giustiniani vor, der ihn nunmehr protegierte.
Dort wurde Castelli zum Porträtmaler, wobei er mit seinem Bildnist des Bischofs Giustiniani berühmt wurde, das er für alle Pfarrer der Diözese neu ausführen musste. Daneben malte er Altarbilder für verschiedene Kirchen im Trevisanischen. 1772 wurde er vom Dominikanerkloster San Nicolò, gleichfalls in Treviso, eingeladen, innerhalb eines halben Jahres zahlreiche Porträts von Persönlichkeiten dieses Ordens anzufertigen. Diese Werke und einige der von ihm restaurierten Arbeiten stellte er im Kapitelsaal zusammen, der jedoch später zerstört wurde. 1775 zog Castelli auf Empfehlung des Bischofs zu dessen Bruder Antonio Giustiniani nach Padua, wo er sich weiterhin mit Porträts befasste.[1]
Venedig


Nun zog der inzwischen weithin bekannten Maler, der wegen der Ähnlichkeit und des schöne Kolorit seiner Bildnisse beliebt war, nach Venedig, wo er 1782 Mitglied der Accademia di pittura wurde. Er porträtierte die Dogen Paolo Renier und Ludovico Manin – Bilder, die sich heute im Museo Correr befinden. Von einem Porträt Papst Pius’ VI., den er während dessen Aufenthalts in Venedig malte, existiert nur noch ein Stich, ebenso wie vom Porträt Pius’ VII.[1]
Bologna, Ferrara, Venedig
1792 ging er nach Bologna, gehörte der Accademia Clementina an, aber auch nach Ferrara, wo er weitere Porträts anfertigte. Dort galt er als „Maler der schönen Madonnine“ (Verkleinerungsform der Madonna). Unter seinen Werken befand sich eine Susanna mit den beiden Alten, dann ein Porträt der Elisabetta Morosini Gattenberg vor der Büste ihres Vorfahren, des Peloponnesiaco und kurzzeitigen Dogen Francesco Morosini.
Nunmehr unter der Protektion der Familie Zustinian (auch Giustinian) antwortete er nicht auf die Einladung Antonio Canovas, nach Rom zu kommen. Er erhielt den Auftrag ein Gemälde für eine Erziehungsanstalt in Brescia anzufertigen, das S. Girolamo Miani zeigt, der die Waisen bei sich aufnimmt. Er wurde nach seinem Tode von Liberale Cozza (1768–1821) fertiggestellt.[2] Castelli, der in Venedig blieb, wurde 1810 auf Kosten der Zustinian in der Kirche San Giovanni Crisostomo beigesetzt.[1]
Eine Würdigung seines Lebens und Werkes, die bis heute grundlegend ist, verfasste unmittelbar nach seinem Tod Giannantonio Moschini.
Werke (Auswahl)
- Porträt des S. Lorenzo Giustiniani
- Apostel Paulus für die Nonnen von S. Domenico (Treviso)
- Der Tod Josephs für die Kirche S. Giovanni Battista di Rivai
- Porträt des gelehrten Abate Giovanni Costa (Padua)
- Porträt des venezianischen Sammlers Teodoro Correr
- um 1779: Porträt des Paolo Renier (Öl auf Leinwand, Museo Correr)
- Porträt des letzten Dogen Lodovico Manin (Museo Correr)
Literatur
- Nicola Ivanoff: Castelli, Bernardino. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani. Band 21: Caruso–Castelnuovo. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1978 (treccani.it).
- Friedrich Noack: Castelli, Bernardino. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 6: Carlini–Cioci. E. A. Seemann, Leipzig 1912, S. 148 (Textarchiv – Internet Archive).
- Giannantonio Moschini: Memorie sulla vita del pittore Bernardino Castelli. Venedig 1810 (teils überholte Blickwinkel).