Bernd Friedrich (Metallurge)
deutscher Ingenieur und Metallurge
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Bernd Friedrich (* 1. Februar 1958 in Dillenburg) ist ein deutscher Ingenieur, Metallurge und seit 1999 Inhaber des Lehrstuhls für Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling an der RWTH Aachen[1].

Leben
Von 1978 bis 1983 studierte Bernd Friedrich Hüttenkunde an der RWTH Aachen. 1988 erfolgte mit seiner Dissertation Elektrolytische Raffination von stark verunreinigtem Zinn mit Festbettanoden die Promotion zum Doktor-Ingenieur am Institut für Metallhüttenkunde und Elektrometallurgie unter Joachim Krüger (IME).
Anschließend wechselte Bernd Friedrich zur Gesellschaft für Elektrometallurgie m.b.H in Nürnberg als Abteilungsleiter Prozessentwicklung, zuständig unter anderem für die Optimierung der Vanadiumherstellung und Herstellung von Wasserstoff-Speicherlegierungen.[2]
1995 übernahm Bernd Friedrich die Werkleitung der Hagener NiCad Zellenproduktion der VARTA Batterie AG in Verbindung mit dem Werk in Česká Lípa, Tschechien zur Assemblierung von Batterien für Mobiltelefone und Power Tools.
Im Jahr 1999 erfolgte Friedrichs Berufung an die RWTH Aachen auf die Professur für Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling als Nachfolger von Joachim Krüger.[1] Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Entwicklung von Recyclingkonzepten für Li-Ionen-Batterien, insbesondere die frühe Gewinnung von Lithium durch thermische Konditionierung und Wasserlaugung (Early-Stage Lithium Recovery),[3] dem Recycling von Leiterplatten (PCB), von Seltenerdmagneten und Titanwerkstoffen. 2010 überzeugte Friedrich die Siemens AG an der RWTH einen Forschungsbereich Seltene Erden einzurichten, den er auch koordinierte.[4] Darüber hinaus war er von 2008 bis 2010 als Dekan, Prodekan und Senatsvertreter der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik tätig.[5]
Friedrich ist seit 2012 Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech[6] und bereits seit 1981 Mitglied der Gesellschaft der Metallurgen und Bergleute (GDMB), dem zugehörigen Fachverband. Hier leitete er von 2004 bis 2010 den Fachausschuss Sondermetalle. In den Jahren 2008[7], 2012[8] und 2016[9] wurden die Instituts-Arbeiten auf den Gebieten Batterierecycling, g-TiAL-Synthese durch Aluminothermie und Nanopartikel durch Ultraschall-Pyrolyse mit dem Kaiserpfalzpreis der Wirtschaftsvereinigung Metalle ausgezeichnet.
Friedrich ist Mitbegründer des Clusters „Advanced Metals And Processes“ (AMAP), dem Forschungsnetzwerk Aluminium in Aachen[10], ebenfalls Mitbegründer und Sprecher des „Aluminium Engineering Center Aachen“ (aec e. V.) in Aachen und des RWTH „Centers für Circular Economy“[11], welches er von 2020 bis 2024 leitete.
Von 2021 bis 2024 leitete Friedrich gemeinsam mit Christoph Herrmann und Alexander Michaelis das Deutsche Recycling Cluster „greenBatt“.[12] Ein Jahr später entwarf Friedrich das Zukunftskonzept für das IME durch Integration der Eisen- und Stahl-Prozessmetallurgie im IME Institut, geführt durch zwei Lehrstühle.[13]
Ehrungen (Auswahl)
- 2011: Ehrendoktor der Nationale Technische Universität Donezk, demokratische Republik Ukraine[14]
- 2012: Ressourceneffizienzpreis des deutschen Wirtschaftsministers gemeinsam mit der Accurec GmbH[15]
- 2024: Ehrendoktor der Montanuniversität Leoben, Österreich[16]
Publikationen (Auswahl)
- Bernd Friedrich: 25 Jahre IME Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling – Die fünfte Professur der 125-jährigen RWTH Institutsgeschichte. Shaker Verlag, Aachen 2024, ISBN 978-3-8440-9505-0.