Bernd Hanke

deutscher Künstler und Grafiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Bernd Hanke (* 11. Juni 1947 in Radebeul) ist ein deutscher Künstler. Er ist vor allem in den Bereichen Grafikdesign, Plakatgestaltung sowie Fotografik tätig.

Leben

Hanke kam in Radebeul zur Welt, wuchs jedoch in Radeberg auf, wo er bereits als Jugendlicher 1960 den Mal- und Zeichenzirkel von Rosso Majores besucht.[1] Aus „gesellschaftspolitischen Gründen“ durfte Hanke nicht studieren,[2] als Künstler ist er Autodidakt.[3] Er absolvierte von 1965 bis 1967[4] zunächst eine Lehre als Technischer Zeichner mit Werkzeugmacherausbildung. Während des Grundwehrdienstes arbeitete er in der Armeedruckerei[5] und war von 1968 bis 1979 nach erfolgreicher externer Ausbildung zum Werbeökonom bei der DEWAG Dresden tätig. Von 1979 bis 1982 arbeitete er als Grafiker beim VEB Elbnaturstein Dresden.[6]

Hanke wurde 1981 Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR.[5] Dies ermöglichte es ihm, ab 1982 als freischaffender Künstler und Grafikdesigner tätig zu sein. Im Herbst 2003 war Hanke Stipendiat der Stadt Dresden in der Zygote Press in Cleveland, Ohio.[7]

Hanke ist unter anderem seit 1990 Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), im Sächsischen Künstlerbund und im Künstlerbund Dresden sowie im European Designers Verband (BEDA). Bis 2002 war er zudem Mitglied im Berufsverband Deutscher Grafikdesigner (BDG) und bis zur Auflösung 2016 im Bund Mitteldeutscher Grafikdesigner (BMG). Er lebt und arbeitet in Dresden.

Wirken

Hanke ist in den Bereichen Grafik und Grafikdesign, Plakat, Katalog und Buch, Markendesign (u. a. Logo, Signet) und Typografie sowie Fotografik tätig. Er steht dabei dem Konstruktivismus nahe.[8]

Bekannt wurden Hankes Plakate. Er war 1981 mit Jürgen Haufe und Frank Voigt Mitbegründer der Theaterplakatgruppe des Dresdner Staatsschauspiels[3] und schuf Entwürfe für Aufführungen. Realisierte Plakate entstanden auch für andere Theater, darunter das Staatstheater Cottbus, das Theater Junge Generation und die Elbland Philharmonie Sachsen. Anlässlich der Wiedereröffnung der Semperoper 1985 schuf Hanke das Poster Romeo und Julia, das an die Uraufführung von Heinrich Sutermeisters Oper Romeo und Julia in der Semperoper 1940 erinnerte und zwei sich begegnende Messer zeigte, die an ein Hakenkreuz erinnerten.[5] Das Plakat wurde auch 1987/1988 im Rahmen der X. Kunstausstellung der DDR in Dresden ausgestellt.[9]

Sein Plakat DENKMALnach! (Eigenschreibweise „DENKMALnach!“) gilt als „Klassiker der Dresdner Plakatkunst“[10] und „eines der besten Antikriegsplakate, die in der DDR entstanden.“[5] Es zeigte 1983 die Ruine der Frauenkirche, die „zum Symbol erhoben…“ wurde.[11] DENKMALnach! (1983) und Remember! (1984) wurden neben weiteren Werken Hankes auf der X. Kunstausstellung der DDR ausgestellt.[9] Sogenannte „Meinungsplakate“[12] sind noch immer Bestandteil seines heutigen Schaffens. Auf Einladung des Ōgaki Poster Museums schuf Hanke 2022 das Plakat Bomben treffen Zivilisten als Reaktion auf den Ukrainekrieg. Es war zusammen mit dem Werk Der dritte Weltkrieg hat keinen Namen aus dem Jahr 1986 Teil einer Ausstellung in Japan.[13]

Hanke war 2011 mit Gert Wunderlich, Jochen Fiedler, Ulrich Strube und Sylke Wunderlich Mitbegründer des internationalen Projekts plakat-sozial.[14] Ziel der Internet-Plattform ist es, „mit den Mitteln der Plakatkunst auf die sozialen Probleme der Gesellschaft aufmerksam zu machen und darüber hinaus die visuelle Kultur zu fördern“.[15] Bis 2023 wurden sechs internationale Plakatausstellungen umgesetzt.[16]

Mit dem Cover für die Amiga-LP Weißer Blues aus dem Jahr 1981 nahm Hanke 1982 an der IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden teil.[6] Das LP-Cover Ströme (1984) wurde 1985 auf der 11. Kunstausstellung des Bezirkes Dresden gezeigt. [17] Hanke schuf weitere LP- und CD-Cover, darunter für Gruppen wie Berluc (Hunderttausend Urgewalten, 1982, Layout) und Musiker wie Wolfgang Scheffler (Wolfgang Scheffler & Blue Ballads, 1994).

Hanke schuf zahlreiche Bildmarken und Signets, unter anderem für den Künstlerbund Dresden, das Lößnitzgymnasium in Radebeul und die Sächsische Wohnungsgenossenschaft Dresden. Sein in Zusammenarbeit mit Frank Voigt entworfenes Signet der Grafikwerkstatt Dresden (1986) war Teil der X. Kunstausstellung der DDR.[9]

Bereits 1967 beschäftigte er sich erstmals mit der Strukturenfotografie, die „[s]ein Metier ist […] Hierin folgt Bernd Hanke einer konstruktiven Stilistik. Wir können in seinen fotografischen Arbeiten durchaus Elemente der Bauhaus-Ästhetik erkennen“, urteilte Reinhild Tetzlaff 2006.[18] Ab 2003 stellte Hanke seine fotografischen Arbeiten auch aus. Unter anderem wurden 2004[19] und 2005[20] Ansichten aus New York City und Cleveland gezeigt, die während Hankes Studienaufenthalt in den USA im Herbst 2003 entstanden waren.

Hanke nahm an zahlreichen Plakatausstellungen, darunter in Mons und Paris und Wien, teil; 1990 erhielt er einen ersten Preis beim weltweiten Plakatwettbewerb der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung.[3] Arbeiten von Hanke befinden sich unter anderem im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst, im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn,[21] in der Stiftung Plakat Ost[22] und im Deutschen Historischen Museum Berlin.[23]

Ausstellungen (Auswahl)

  • 1982–1983: IX. Kunstausstellung der DDR, Dresden – mit Plattenhülle Weißer Blues (1981)
  • 1985: Marken und Zeichen aus der DDR, Berliner Stadtbibliothek, Berlin
  • 1985: 11. Kunstausstellung des Bezirkes Dresden, Dresden – mit mehreren Signets, Plakaten, Prospekt und Plattenhülle
  • 1987–1988: X. Kunstausstellung der DDR, Dresden – mit Plakaten (u. a. DENKMALnach!), Poster Romeo und Julia, Signet Grafikwerkstadt Dresden
  • 2000: Plakatwaende. Ostdeutsche Grafiker 1990–2000, Gruppenausstellung (u. a. Manfred Bofinger, Karl-Heinz Drescher, Albrecht von Bodecker), Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus – mit Plakat HolzSCHUTZmittel (1990)
  • 2006: Stadtbilder II. 12 Fotografen sehen Dresden (u. a. mit Dieter Bock von Lennep, Frank Höhler, Werner Lieberknecht), art+form, Dresden – mit Fotografien Zeitgeist und Dialog
  • 2006: Negativ/Positiv, Einzelausstellung, Sächsischer Landtag
  • 2010: Risse der Zeit, Gruppenausstellung (u. a. Alfred Hrdlicka, Hubertus Giebe, Klaus Staeck, Jürgen Haufe), Deutsche Werkstätten Hellerau – mit Poster Und es hat sich trotzdem gelohnt; zudem Idee und Katalog[24]
  • 2012: Glut statt Asche (u. a. mit Hubertus Giebe, Christine Schlegel, Jürgen Schieferdecker) – mit drei Plakaten: DER faust …, DENKMAL nach!, Der dritte Weltkrieg hat keinen Namen[25]
  • 2014: PolitICH, Einzelausstellung, Büro grünland, Dresden
  • 2020: Räume und Dinge, Einzelausstellung, Stadtgalerie Radebeul
  • 2021: So gesehen – Fotografie und Fotografik aus der Lausitz, Ostsächsische Kunsthalle Pulsnitz (u. a. Gerald Große, Anne Hasselbach, Evelyn Richter)
  • 2023: Augenblicke, Einzelausstellung, Ostsächsische Kunsthalle Pulsnitz
  • 2025: Ausschnitte des Sichtbaren, Einzelausstellung, Schloss Klippenstein

Literatur

  • Bernd Hanke. In: Verband Bildender Künstler der DDR: IX. Kunstausstellung der Deutschen Demokratischen Republik. Verband Bildender Künstler der DDR, Berlin 1982, S. 399.
  • Bernd Hanke. In: Verband Bildender Künstler der DDR: X. Kunstausstellung der Deutschen Demokratischen Republik. Verband Bildender Künstler der DDR, Berlin 1987, S. 515.
  • Hanke, Bernd. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 312.

Einzelnachweise

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