Bernd Isele

deutscher Dramaturg, Festivalleiter und Buchautor From Wikipedia, the free encyclopedia

Bernd Isele (* 1976 in Donaueschingen) ist ein deutscher Dramaturg und Buchautor.

Leben

Bernd Isele studiert Deutsche Literatur, Philosophie und Kunst- und Medienwissenschaften an der Universität Konstanz und Alte Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Münster. 2001 ist Bernd Isele Teilnehmer eines archäologischen Surveyprojekts auf dem Gebiet des antiken Tempelstaats Olba-Diokaisareia in der heutigen Südtürkei. Von 2002 bis 2006 arbeitet er - gemeinsam mit den beiden Althistorikern Johannes Hahn und Ulrich Gotter sowie dem Koptologen Stephen Emmel - im "Centrum für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmeerraums (GKM)" an einem Forschungsprojekt zum Thema "Kampf um Kultstätten".[1] Im Jahr 2006 promoviert er über Gewaltphänomene in den beiden Mittelmeer-Metropolen Konstantinopel und Alexandria. Die Dissertation erscheint 2010 im Aschendorff Verlag.[2]

In der Spielzeit 2004/2005 arbeitet Bernd Isele als Dramaturgieassistent am Schauspielhaus Zürich. Von 2006 bis 2012 ist er Dramaturg am Luzerner Theater, wo er neben Produktionen im Schauspiel und im Musiktheater auch die Experimentierbühne UG betreut. Zwischen 2013 und 2018 ist Bernd Isele Dramaturg am Staatstheater Stuttgart, wo er im Musiktheater mit Calixto Bieito und im Schauspiel regelmäßig mit Regisseuren wie Armin Petras, Christopher Rüping, Stephan Kimmig oder Christiane Pohle zusammenarbeitet. Von 2014 bis 2017 ist er Dozent für Dramaturgie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg.

Seit 2018 ist Bernd Isele am Deutschen Theater Berlin tätig, zunächst unter der Intendanz von Ulrich Khuon, seit 2023 im Leitungsteam von Iris Laufenberg. Von 2018 bis 2025 leitet er am Deutschen Theater das Festival Autorentheatertage. Als Dramaturg betreut er Uraufführungen von René Pollesch, Elfriede Jelinek, Peter Handke, Nino Haratischwili, Moritz Rinke, Rosa von Praunheim, Ingrid Lausund, Ferdinand Schmalz, Nele Stuhler und vielen jüngeren Autoren. Seit 2025 ist Bernd Isele Chefdramaturg am Deutschen Theater Berlin.[3]

Publikationen

Monografien und Sammelbände

  • Kampf um Kirchen. Religiöse Gewalt, heiliger Raum und christliche Topographie in Alexandria und Konstantinopel (Jahrbuch für Antike und Christentum - Ergänzungsbände), Münster: Aschendorff Verlag 2010.[4]
  • Bühnenlandschaften. Theater in der Zentralschweiz (Kultur in der Zentralschweiz), Luzern: Verlag Pro Libro 2016 (Herausgeber).[5]
  • Das Glück, zu sprechen, ohne zu wissen, mit wem. Autor:innenTheaterTexte, Berlin: Alexander Verlag 2022 (Herausgeber).[6]

Aufsätze

  • Moses oder Pharao? Die ersten christlichen Kaiser und das Argument der Bibel, in: Andreas Pecar, Kai Trampedach (Hgg.), Die Bibel als politisches Argument. Voraussetzungen und Folgen biblizistischer Herrschaftslegitimation in der Vormoderne. Oldenburg: De Gruyter 2007.[7]
  • Bühnenlandschaften. Geschichten aus der Zentralschweiz, in: Ders. (Hg.), Bühnenlandschaften. Theater in der Zentralschweiz, Luzern: Pro Libro 2016.[8]
  • Die Zentnerlast der Heimat. Junge Dramatik rund um den Vierwaldstättersee, in: Ders. (Hg.), Bühnenlandschaften. Theater in der Zentralschweiz, Luzern: Pro Libro 2016.[9]
  • „Sein Leiden sucht einen Sinn“ – Jossi Wieler erzählt mit Peter Handkes Zdeněk Adamec vom Rätsel Mensch, in: Paola Gilardi, Anne Fournier, Andreas Klaeui, Yvonne Schmidt (Hgg.), Schweizer Theater-Jahrbuch 82, Bern u. a.: Peter Lang 2020.[10]
  • Schallwellenauffangsegel. Der Autor Fritz Kater, in: Hans-Dieter Schütt, Backstage: Petras, Berlin: Verlag Theater der Zeit, 2021.[11]
  • „Es soll nichts bleiben, was auf uns weist“. An- und Abwesenheiten des Ichs in der Neuen Dramatik und in Elfriede Jelineks Angabe der Person, in: Raffael Hiden, Translationen: Sozioautobiographie und szenische Künste. Performative Suchbewegungen in einer offenen Gattung (Abhandlungen zur Literaturwissenschaft), Heidelberg: Metzler Verlag 2024.[12]

Einzelnachweise

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