Berndt Wilde
deutscher Bildhauer und Hochschullehrer
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Leben und Werk
Nach einer Lehre als Maurer studierte Wilde von 1965 bis 1971 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Walter Arnold, Hans Steger und Gerd Jaeger Bildhauerei. Anschließend lebte er freischaffend in Dresden und ab 1974 in Berlin. Von 1980 bis 1982 studierte er mit einem Stipendium als Meisterschüler an der Akademie der Künste der DDR in Berlin bei Werner Stötzer.[1] Wilde war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.
Zahlreiche seiner Werke wurden im öffentlichen Raum aufgestellt. Werke befinden sich u. a. im Puschkin-Museum Moskau, in der Ermitage St. Petersburg, der Sammlung Ludwig Oberhausen, der Kunstsammlung Neubrandenburg, im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg, in der Kunsthalle Rostock, der Akademie der Künste Berlin, der Kunstsammlung im Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Hannover, der Kunstsammlung der Berliner Bank und der Kulturstiftung Hartwig Piepenbrock.[2]
Nach Lehraufträgen Anfang der 1990er Jahre an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und an der Hochschule der Künste Berlin hatte er von 1994 bis 2006 eine Professur für Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee inne.
Fotografische Darstellung Wildes
- Klaus Morgenstern: Berndt Wilde (1997)[3]
Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellungen (Auswahl)
- 1973: Hagenwerder, Kulturhaus
- 1982: Berlin, Galerie Mitte
- 1985: Rostock, Galerie Heinrich-Mann-Klub (zusammen mit Silvia Hagen)
- 1985: Poznań, Internationale Kunstmesse
- 1988: Basel, Art 88
- 1990: Berlin, Galerie M (zusammen mit Christa Böhme)
- 1992: Florenz, Galerie eco d'arte modernal (zusammen mit Olaf Nehmzow)
- 1994 Verona, Centro Culturale San Giorgeto dell'U.C.A.I. (zusammen mit Rolf Biebl, Olaf Nehmzow, Martin Seidemann)
- 1996: Berlin, Brecht-Haus-Weißensee
- 1997: Berlin-Marzahn, Galerie M (zusammen mit Nuria Quevedo)
- 2000: Basel, Art Basel, Galerie Brusberg
- 2001: Wismar, Galerie Rathauskeller
- 2002: Zehdenick, Klostergalerie (zusammen mit Inge Zimmermann)
- 2003: Basel, Art Basel, Galerie Brusberg
- 2005: Berlin, Galerie im Turm
- 2006: Berlin, Galerie Brusberg (zusammen mit Konrad Winzer)
- 2014: Cottbus, Atelier Galerie Wagner (Bildhauerkunst zum Filmfestival)
- 2015 Berlin, Galerie Pohl
- 2016: Dessau, Orangerie der Anhaltischen Gemäldegalerie; Stendal, Winckelmann-Gesellschaft
- 2017: Orangerie Putbus, Kulturstiftung Rügen
- 2018: Berlin, Galerie Forum Amalienpark (mit Bernd Schlothauer)
- 2019: Berlin, Kunsthandel Wilfried Karger im stilwerk Berlin[4][5][6]
- 2022/2023: Birkenwerder, Galerie 47 (Große Friedensfrau und Mauerland; Skulpturen und Zeichnungen)
Teilnahme an zentral oder regional wichtigen Ausstellungen in der DDR
- 1972 und 1974: Dresden, Bezirkskunstausstellungen
- 1974: Berlin („Junge Künstler der DDR“)
- 1975, 1980 und 1982: Berlin, Treptower Park („Plastik und Blumen“)
- 1978 und 1980: Frankfurt/Oder („Junge Künstler der DDR“)
- 1982/1983 und 1987/1988: Dresden, IX. und X. Kunstausstellung der DDR
- 1983: Magdeburg Museum Kloster Unser Lieben Frauen („Junge Bildhauer der DDR“)
- 1987: Dresden, Galerie Rähnitzgasse („Wirklichkeit und Bildhauerzeichnung“)
Werke
Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)
- Dresden, Denkmal für Heinrich Schütz I (Sandstein, Bronze)
- Berlin, Baumschulenweg (Schwimmhalle), Relief (Marmor)
- Birkenwerder, am Skulpturenboulevard nach Hohen Neuendorf, Friedensfrau; eine 2,30 m hohe Sandsteinfigur, wurde im Jahr 2021 umgestoßen und zerbrach in vier Teile. Im September 2025 wurde die Symbolfigur, nachdem sie mithilfe von Spenden restauriert und wieder aufgestellt worden war, wieder umgeworfen und zerstört.Randalierer zerstören Wilde-Figur.[7][8] Trotz Spurensicherung konnten die Täter nicht ermittelt werden. Der Verein Skulpturen Boulevard e.V. und die Kommunen Birkenwerder und Hohen Neuendorf beraten darüber, wie mit der wiederholten Zerstörung umgegangen werden soll. Ein erneuter „einfacher“ Wiederaufbau wird erst einmal nicht stattfinden, da der Schutz von Kunst im öffentlichen Raum an dieser Stelle technisch schwer umzusetzen ist.
- Berlin, Staatsbibliothek, Porträt für den Bibliothekswissenschaftler Horst Kunze (Bronze)[9]
- Berlin-Hohenschönhausen, Paar (Bronze)
- Berlin-Marzahn, Bürgerpark, Seezeichen (Bronze), 1977 fertiggestellt, 1981 hier im Bürgerpark aufgestellt; 80 cm hohe Skulptur auf Betonsockel[10]
- Berlin-Pankow, Breite Straße, Weiße Gottheit (Marmor), 2005/2006
- Berlin-Pankow, Breite Straße, Stehende für C. E. (Sandstein), 2009
- Frankfurt/Oder, Torso (Sandstein)
- Oronsko (Polen), Liegende (Sandstein)
- Hoyerswerda, Große Liegende (Sandstein)
- Erfurt, Stehender Akt (Bronze)
- Bad Köstritz, Heinrich-Schütz-Denkmal II (Bronze)
- Gera, Stehender Mann (Bronze)
- Görlitz, Stehender Mann (Bronze)
- Leonberg, Schmale Hoffnung (Sandstein)
- Neuhardenberg, Musenstein für Karl Friedrich Schinkel (Marmor)
- Denkmal für Heinrich Schütz I
- Denkmal für Heinrich Schütz I, Detail
- Heinrich-Schütz-Denkmal
in Bad Köstritz - Gelbe Figur
- Mann und Frau (1990)
Berlin - Stehende für C. E. (2009) Berlin-Pankow
- Weiße Gottheit (2005) Berlin-Pankow
Publikationen
- als Hrsg.: Lokal, dezentral: Ausstellungsprojekt der Weißensee Kunsthochschule Berlin im Kulturzentrum Berlin-Adlershof. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-422-06758-5.
- Mauerland. 42 Zeichnungen. Contumax Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-7437-3084-7.
Literatur
- Wilde, Bernd. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 1028
- Skulpturen - Zeichnungen - Texte. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2006, ISBN 3-422-06652-7.
- Bezirksamt Pankow von Berlin, Amt für Kultur und Bildung, Fachbereich Kultur (Hrsg.): Arbeiten mit Papier auf Papier. Ein Ausstellungsprojekt von Berndt Wilde mit ehemaligen Studenten der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Red. Annette Tietz, illustr. v. Ueli Bänziger. Berlin 2006.
- Solitaire Galerie (Hrsg.): Berndt Wilde - Nehmzow / Von Skulpturen und Bildern / Große Domina I und Der weiße Falter schließlich ganz irr geworden. Berlin 2014.
- Ingeborg Ruthe: Aus dem Stein gewachsen. In: Berliner Zeitung. 29. Januar 2019.
- Stötzers Meisterschüler im Stilwerk. In: Märkische Oderzeitung. 4. Februar 2019.
- Angela Leitzke: Bleicher Stein. In: Der Tagesspiegel. 9. März 2019.