Bernhard Heye

deutscher Unternehmer, Kommerzienrat und Ehrenbürger von Braunschweig From Wikipedia, the free encyclopedia

Bernhard Heye (* 17. April 1784 in Quakenbrück; † 11. Juli 1871 ebenda[1]) war ein deutscher Lohgerber, Unternehmer, Kommerzienrat und Ehrenbürger von Braunschweig.

Leben

Bernhard Heye wurde geboren als Sohn von Johann Friedrich Heye und Maria Anna Heye.[1] Die Familie Heye handelte mit Tuch und Leinen, aber schon 1806 erwarb sie einen Burgmannshof an der Hase nahe der Großen Mühle, mit dem Plan dort eine Gerberei zu gründen.[1]

Um mithelfen zu können diesen Plan zu realisieren, lernte Bernhard Heye das Gerberhandwerk mehrere Jahre lang in verschiedenen Ländern und studierte dort die Produktionstechniken.[1] Er bereiste Belgien, Frankreich, England und die Schweiz und erhielt in Zürich im Oktober 1811 von der dortigen Lohgerberzunft den Gesellenbrief.[1]

Im Jahre 1809 war im Königreich Westphalen im Rahmen wirtschaftspolitischer Reformen die Niederlassungsfreiheit aller Gewerbetreibenden verfügt worden und im Jahre 1812 gründete Johann Friedrich Heye in Quakenbrück eine eigene Lohgerberei. Nach über einem Jahrzehnt abrupter und kurzfristiger Wechsel seiner staatlichen Zugehörigkeit, die durch die Koalitionskriege bedingt waren, wurde Quakenbrück auf dem Wiener Kongress dem Königreich Hannover zugesprochen, woraus sich wieder längerfristig prägende politische Rahmenbedingungen ergaben.[2]

Bernhard Heye heiratete im Jahre 1816.[1]

Der wirtschaftliche Erfolg des Betriebes ermöglichte es der Familie Heye Anfang der 1820er Jahre, von dem bekannten Mathematiker und Architekten Georg Heinrich Hollenberg ein neues Wohn- und Geschäftshaus errichten zu lassen,[1] wobei es sich um den ersten privaten Massivbau Quakenbrücks handelte, bei dem konsequent die klassizistische Formensprache angewendet wurde.[3]

Nachdem Johann Friedrich Heye im Jahre 1823 verstorben war, gelang es allein Bernhard Heye unter den verschiedenen ortsansässigen Gerbereien im Zuge der Industrialisierung den Kleinbetrieb zu einer Fabrik auszubauen.[4] Bereits 1825 war der Heyesche Betrieb ein kleiner Industriebetrieb, der jährlich Rohmaterial im Wert von 8000 Reichstalern bezog.[5]

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit war Heye politisch tätig als Senator im Stadtrat.[1]

Im Jahre 1829 war es eine politische Eingabe von u. a. dem Fabrikanten Heye, die Reformen anmahnte, um der zunehmenden Armut der Unterschicht abzuhelfen, wobei bereits im modernen Sinne an Beschäftigungsprogramme anstatt der bisher üblichen Almosen gedacht wurde.[6]

Heye war ein bedeutender Lieferant der Braunschweiger Messe. Mehrere Jahrzehnte lang belieferte er die Messe mit Produkten seiner Fabrik und wurde 1862 anlässlich der hundertsten Belieferung der Messe zum Ehrenbürger der Stadt Braunschweig ernannt.[7]

Im Jahre 1866 wurde Heye zum Kommerzienrat ernannt.[1]

Literatur

Einzelnachweise

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