Bernisches Historisches Museum

kulturhistorisches Museum in Bern, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Bernische Historische Museum[3] am Helvetiaplatz in Bern ist eines der grössten kulturhistorischen Museen der Schweiz.

Schnelle Fakten Daten ...
Bernisches Historisches Museum
Daten
Ort Helvetiaplatz 5
3005 Bern
Schweiz Welt-Icon
Art Kulturhistorisches Museum
Architekt André Lambert[1]
Eröffnung 1894
Besucheranzahl (jährlich) 73'000 (2016)
Betreiber Bernisches Historisches Museum[2]. Das Museum wird vom Kanton Bern, der Burgergemeinde Bern, der Stadt Bern und der Regionalkonferenz Bern-Mittelland getragen.
Leitung Thomas Pauli-Gabi
GLAM CH-000194
ISIL CH-001990-9
KGS 00627+08508
Website www.bhm.ch
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Erweiterungsbau (2026)

Geschichte

Das Historisches Museum kurz vor der Vollendung (1895)

Das Bernische Historische Museum ist eine Stiftung. 1889 gründeten Kanton, Stadt und Burgergemeinde Bern gemeinsam die «Stiftung Schweizerisches Nationalmuseum». Diese wurde 1893 in «Stiftung Bernisches Historisches Museum» umbenannt. Der Kanton brachte die Zeughaus-Sammlung ein, die Stadt Bern die sich in der Sakristei des Berner Münsters befindliche Sammlung und die Burgergemeinde die als "Vögeli-Bibliothek" bekannte Sammlung in der Stadtbibliothek. Seit 1998 beteiligen sich neben den drei Stiftern auch die Agglomerationsgemeinden an der Finanzierung des Museums.[4]

Der Zweckartikel lautet wie folgt: «Die Stiftung hat den Zweck, vorgeschichtliche, historische und ethnografische Kulturgüter zu sammeln, zu bewahren, zu dokumentieren, zu erforschen und zu vermitteln. Dabei steht das kulturelle Erbe von Stadt und Staat Bern im Zentrum. Die Menschheitsgeschichte in ihrer Vielfalt bildet den Rahmen. Zur Erfüllung des Zweckes betreibt die Stiftung ein Museum. Seine Sammlungen werden der Öffentlichkeit in Dauer- und Wechselausstellungen zugänglich sowie für Bildung und Wissenschaft nutzbar gemacht. Die Stiftung kann weitere Tätigkeiten ausüben, die der Zweckerfüllung dienen oder damit in Zusammenhang stehen.»[4]

Sammlung

Das Bernische Historische Museum besitzt umfangreiche Sammlungen zur Ur- und Frühgeschichte im Kanton Bern, zur Geschichte der Stadt und des Kantons Bern sowie eine bedeutende ethnographische Sammlung, deren Grundstock 1873 durch die Schenkung des Archäologen Gustav von Bonstetten gelegt wurde. Erwähnenswert sind die Burgunder Tapisserien, die während der Burgunderkriege dem burgundischen Herzog Karl dem Kühnen abgenommen wurden. Die 1986 geborgenen Fragmente des sogenannten Berner Skulpturenfunds gehören zu den Attraktionen des Museums. Insgesamt besitzt das Museum rund 500'000 Objekte. Von 1954 bis Januar 2009 war eine Zweigstelle des Museums im Schloss Oberhofen untergebracht.

1914 stiftete Henri Moser seine sehr umfangreiche «orientalische Sammlung Henri Moser Charlottenfels» mit der Verpflichtung diese zu pflegen und auszustellen. Um das zu ermöglichen, erhielt das Museum gleich auch eine Stiftung für einen Erweiterungsbau. Von dieser Sammlung ist aktuell nur ein Teil ausgestellt, die entsprechenden Räume werden zum Teil anders verwendet.[5]

Treppenhaus im Einstein-Museum

2005 wurde im Museum das Einstein-Museum eingerichtet., welches auf rund 1000 m² das Leben des Physikers präsentiert. Rund 550 Originalobjekte und Reproduktionen, 70 Filme und zahlreiche Animationen sind ausgestellt und illustrieren Einstein und seine Zeit.[6]

Das Museum war seit 1929 im Besitze der «Ekeko»-Figur. Der Schweizer Naturforscher Johann Jakob von Tschudi eignete sich die Figur im Jahr 1858 in Bolivien unrechtmässig an. Im November 2014 gab das Museum nach längeren Restitutionsverhandlungen die Statue dem Nationalen Museum für Archäologie in La Paz zurück.[7]

Das Museum thematisiert in seinen Wechselausstellungen aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen. Mit dem BHM LAB wurde eine Plattform geschaffen, die den Dialog über diese Themen fördert. Seit Herbst 2022 sind die Ausstellung «I. – Vielfalt der Kulturen in Amerika» und seit Mai 2023 die Ausstellung «Kulturen in Asien und Ozeanien» geschlossen. Die Räume dienen seither dem BHM LAB als Workshop- und Veranstaltungsräume.

Gebäudegeschichte

Das Gebäude wurde von Ende 1892 bis 1894 im Berner Kirchenfeldquartier auf dem Areal der 700-Jahr-Feier der Stadt Bern im Stil des Historismus errichtet nach den Plänen von André Lambert[1] durch Eduard von Rodt und Paul Adolphe Tièche und sollte ursprünglich das Schweizerische Landesmuseum beherbergen. Diese Einrichtung wurde schliesslich gemäss der Entscheidung der Bundesversammlung in Zürich angesiedelt. Über dem Haupteingang ist das Glasmosaik von Léo-Paul Robert zu sehen, das die Zeitalter der Geschichte darstellt. Später wurde die Dachkonstruktion verändert und die Dachhaut erneuert.[8]

Rückseite Museum

Anfang Dezember 2008 wurde der neue Ausstellungssaal mit einer Sonderausstellung über Leben und Werk des Berner Universalgelehrten Albrecht von Haller eingeweiht. Mitte Juni 2009 wurde der Erweiterungsbau zum Museum (Kubus/Titan) eröffnet, der neben Büroräumlichkeiten, einen 1000 m² grossen Wechselausstellungssaal und 2000 m² Kulturgüterschutzräume beinhaltet.[9] Vor dem Haupteingang des Gebäudes auf dem Helvetiaplatz steht das Welttelegrafen-Denkmal. Das Gebäude soll erstmals seit dem Bau vor über 135 Jahren eine umfassende bauliche Erneuerung erhalten. Der Baubeginn ist im Jahr 2028 geplant. Während des Umbaus wird die Ausstellung zum Thema «Berner Geschichte» im Kubus-Gebäude geöffnet bleiben. Voraussichtlich im Jahr 2032 wird das gesamte Museum wiedereröffnet.

Direktoren

Sonderausstellungen (Auswahl)

  • 1982: Gesichter. Griechische und römische Bildnisse aus Schweizer Besitz
  • 2003: Von Krieg und Frieden. Bern und die Eidgenossen
  • 2008: Karl der Kühne
  • 2009: Kunst der Kelten
  • 2013: Qin – Der unsterbliche Kaiser und seine Terrakottakrieger
  • 2014: Die Pfahlbauer – Am Wasser und über die Alpen. Im Rahmen dieser Wechselausstellung wurden die auf dem Schnidejoch gefundenen Artefakte vom 3. April bis 26. Oktober 2014 erstmals ausgestellt.[10][11]
  • 2017/18: 1968 Schweiz
  • 2019–2021: Homo migrans. Zwei Millionen Jahre unterwegs (bis 31. Januar 2021)
  • 2024–2025: Und dann kam Bronze!

Museumsquartier Bern

Das Bernische Historische Museum ist Mitglied im Verein Museumsquartier Bern, der seit Juni 2021 die organisatorische Klammer für die Zusammenarbeit der Kulturinstitutionen im Museumsquartier bildet.

Literatur

  • Franz Thormann: Die Möbel im bernischen historischen Museum. In: Blätter für bernische Geschichte, Kunst und Altertumskunde, Band 6, Heft 1. 1910. S. 78–90 (Digitalisat).
  • R. Zeller: Führer durch die Orientalische Sammlung von H. Moser-Charlottenfels und die Völkerkundliche Abteilung des Bernischen Historischen Museums. In: Blätter für bernische Geschichte, Kunst und Altertumskunde, Band 20, Heft 1. 1924. S. 1–72 (Digitalisat).
  • Bernisches Historisches Museum (Hrsg.): 100 Jahre Bernisches Historisches Museum – 1894–1994. Bern 1994.
  • Anne-Marie Biland: Bernisches Historisches Museum Architekturführer (= Schweizerische Kunstführer Bd. 549/550). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1994, ISBN 3-85782-549-9.
  • François de Capitani, Stefan Rebsamen: Historisches Museum Bern. Mit einem Beitrag von Ernst J. Kläy und einem Vorwort von Georg Germann, Bern 1985.
  • Bernisches Historisches Museum (Hrsg.): KUBUS – Bernisches Historisches Museum :mlzd Architekten. Baupublikation zum Museumsanbau (2000 – 2009), Bern 2012.

Siehe auch

Einzelnachweise

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