Bertha Magnus
deutsche sozial engagierte Frau und Leiterin des Nationalen Frauendienstes
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Bertha Magnus, gebürtig Rebecka Oppenheimer, (geboren am 17. Januar 1848 in Braunschweig; gestorben am 1. August 1939 ebenda) war eine deutsche sozial engagierte Frau jüdischen Glaubens und Leiterin des Nationalen Frauendienstes.
Leben
Magnus entstammte einer alteingesessenen jüdischen Familie in Braunschweig. Sie war eine der fünf Töchter des Bankiers Albert Oppenheimer und dessen Ehefrau Rosalie (geborene Levin; 21. März 1824 – 8. Juni 1911). Eine ihrer Schwestern war Helene Aronheim. Sie wuchs in einem großbürgerlichen Umfeld auf und heiratete den Bankier Karl/Carl Magnus (1839–1910). Das Paar adoptierte mehrere Kinder.
Um 1900 war sie Vorsteherin des „Vereins zur Förderung weiblicher Handarbeiten“ und gehörte 1908 gemeinsam mit ihrem Ehemann zu den Begründern des Luisenstifts[1] in Braunschweig, einer Anstalt für epileptische Kinder, die nach dem Ersten Weltkrieg als Landessäuglingsheim genutzt wurde. Von 1911 bis 1933 war sie im Vorstand dieser Stiftung aktiv.
1914 war sie neben Hedwig Götze-Sievers (17. Oktober 1858 – 30. Oktober 1954) Mitbegründerin[2] und Leiterin des Nationalen Frauendienstes, der sich um die Unterstützung bedürftiger Soldatenfamilien kümmerte. Für ihr Engagement erhielt sie mehrere Auszeichnungen.
1933 musste sie vom Stiftungsvorstand des Luisenstiftes zurücktreten. Während ihrer letzten Lebensjahre wurde sie von ihren nicht jüdischen Adoptivkindern gepflegt, denen sie ihren Besitz hinterließ.[3]
Über ihren Ehemann war sie mit Otto Magnus und dessen Frau Sophie Magnus verschwägert. Noch kurz vor ihrem Tod musste sie ihren Namen aufgrund ihrer jüdischen Zugehörigkeit in Bertha Sara Magnus ändern, so wie er in ihrer am 28. März 1939 ausgestellten Kennkarte verzeichnet ist. Bevor sie, wie andere Juden, von den Nationalsozialisten deportiert werden konnte, starb sie im Alter von 91 Jahren an den Folgen eines Sturzes.[4]
Auszeichnungen (Auswahl)
- 1913: Herzoglich Braunschweigische Frauen-Verdienst-Kreuz in Silber
- 1916: Rote-Kreuz-Medaille, III. Klasse
- 1918: Kriegsverdienstkreuz für Frauen[5]
Literatur
- Reinhard Bein: Ewiges Haus – jüdische Friedhöfe in Stadt und Land Braunschweig. Döringdruck, Braunschweig 2004, ISBN 3-925268-24-3.
- Reinhard Bein: Sie lebten in Braunschweig. Biografische Notizen zu den in Braunschweig bestatteten Juden (1797 bis 1983). (Mitteilungen aus dem Stadtarchiv Braunschweig. 1.) Döring Druck, Braunschweig 2009, ISBN 978-3-925268-30-4, S. 364–365.
- Hedwig Götze-Sievers: Lebenserinnerungen einer Braunschweiger Sozialreformerin (= Kleine Schriften. Band 21). Waisenhaus-Druck, Braunschweig 1991, S. 77–78.
- Bernhild Vögel: Magnus, Bertha. In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. hrsg. im Auftrag der Braunschweigischen Landschaft e. V. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8, S. 400.