Bertha Mason
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Bertha Mason (* 1855 in Ashton-under-Lyne, Lancashire; † 8. Juli 1939 in Knightsbridge, London) war eine englisch-britische Frauenrechtlerin, Autorin und Abstinenzlerin.[2]

Leben
Mason war die älteste Tochter von Betsey, geborene Buckley (1830–1861), und Hugh Mason (1817–1886) geboren. Sie hatte drei jüngere Geschwister, Edith (1857–1913), Rupert (1859–1931) und Sydney (1861–1925). Ihr Vater besaß eine Spinnerei, und sie wuchs in relativem Wohlstand auf, obwohl ihre Mutter 1861 starb. Über ihre Ausbildung ist wenig bekannt. Mason wuchs in einer Atmosphäre auf, in der Fragen wie Liberalismus, Abstinenzbewegung und das Frauenwahlrecht offen diskutiert wurden.[2] Als liberaler Abgeordneter für Ashton-under-Lyne hatte ihr Vater 1880 eine Resolution eingebracht, die Frauen das Wahlrecht ermöglichen sollte, und er war mit dem Central Committee for Women’s Suffrage, der Manchester Society for Women’s Suffrage und der Manchester and Salford Temperance Union verbunden.[3]
Mason schrieb in ihrem 1912 erschienenen Buch The Story of the Women Suffrage Movement, dass sie selbst 1890 zur Walhrechtsaktivistin wurde. Bis 1894 beteiligte sie sich sowohl an der Manchester National Society for Women’s Suffrage als auch an der Central National Society for Women’s Suffrage. Als sich erstere Gruppe in die North of England Women’s Suffrage Society umwandelte, fungierte sie bis 1903 als Vorsitzende.[2] Ab etwa 1902 war sie in der National Union of Women’s Suffrage Societies (NUWSS) engagiert. Darüber hinaus war sie allgemein politisch aktiv und übernahm verschiedene Ausschussfunktionen in der Ashton Women’s Liberal Association, der Lancashire and Cheshire Union of Women’s Liberal Associations sowie der Lancashire Union der British Women’s Temperance Association. Sie war die erste Frau, die in das Board of Guardians im Rahmen der Armengesetzgebung von Ashton-under-Lyne gewählt wurde.[2]
In einer Ansprache an die jüngeren Mitglieder der British Women’s Temperance Association im Jahr 1903 erklärte sie ihrem Publikum: „Ihr seid Bürgerinnen eines Staates, ob ihr euch dessen bewusst seid oder nicht“, und betonte, dass „ihr zu der Erkenntnis gelangen werdet, dass die Wohnverhältnisse der Armen, der Schutz des Säuglingslebens, die Sicherung der Arbeiter, die Fürsorge für die Alten, die geistig Beeinträchtigten, die Bildung der Jugend eure Angelegenheit sind, eure Aufgabe.“[4]
Mason zog 1904 nach London. Sie übernahm Ausschussfunktionen in der Women’s Local Government Society und der Central Society for Women’s Suffrage. Ihr Salon wurde zu einem Treffpunkt für Treffen der Aktivistinnen wie Kate Frye teilnahmen.[2] Mason machte Vorträge mit Laterna-magica-Unterstützung, mit der sie „eine Bildersammlung von besonderem historischem Interesse zu den Anfängen der Bewegung, ihren frühen Vertreterinnen, parlamentarischen Unterstützern, den jeweils aktiven Akteurinnen sowie zu Wahlereignissen“ zeigte.[3] Sie tourte mit NUWSS‑Gruppen und hielt den Vortrag an Orten wie Bath, Croydon und Mansfield und dieser bildete später die Grundlage ihres Buches. Mason nahm Fotografien von Lilias Ashworth Hallett auf.[3] Eine 1912 in der Zeitschrift The Common Cause veröffentlichte Rezension bezeichnete es als „prägnante Darstellung der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte des Frauenwahlrechts“.[5] Neben Büchern von Helen Blackburn und Millicent Garrett Fawcett gilt The Story of the Women Suffrage Movement als „offizieller Bericht“ der Frauenwahlrechtsbewegung, der sich auf einen langsamen, kontinuierlichen Fortschritt hin zum Erfolg konzentriert und einige konfliktreiche Aspekte nicht erwähnt.[6]
Während des Ersten Weltkriegs trat Mason dem British Committee of the French Red Cross bei und arbeitete in Küchen in Frankreich. Nach dem Krieg nahm sie ihr Engagement wieder auf und wurde Vorsitzende der Women’s Local Government Society. Außerdem gehörte sie dem National Council of Women of Great Britain sowie dem Women’s Advisory Council des Völkerbundes an.[2]
Mason zog nach Hindhead, Surrey. Sie starb 1939 bei einem Aufenthalt in Knightsbridge, London. Sie wurde im Golders Green Crematorium eingeäschert und hatte den Wunsch geäußert, dass ihre Asche in der Nähe der Stelle verstreut werde, an der ihre Schwester Edith auf dem Friedhof von Worthenbury in Wales beigesetzt war. Sie hinterließ in ihrem Testament eine Summe nach heutigem Wert größer als eine Million Pfund und vermachte dem Ashton-under-Lyne District Infirmary and Children’s Hospital ein Legat, mit dem zwei Bettenplätze zum Andenken an ihren Vater und ihre Schwester unterhalten wurden.[2]