Bettina von Rothschild
französisch-österreichische Philanthropin, Ehefrau von Albert Salomon von Rothschild
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Bettina Caroline Freifrau von Rothschild (geboren 15. Februar 1858 Paris; gestorben 24. März 1892 in Wien) war ein Mitglied der Familie Rothschild. Nach ihrem frühen Tod stiftete ihr Witwer einen Anbau am Kaiserin-Elisabeth-Spital, den Bettina-Pavillon ein Spital für Frauenheilkunde zu ihren Ehren.

Leben

Bettina von Rothschild wurde am 15. Februar 1858 in Paris geboren. Sie war die Tochter von Alphonse de Rothschild aus dem Pariser Zweig der Familie, der Leonora de Rothschild aus dem Londoner Zweig geheiratet hatte. Als sie sechzehn Jahre alt war, legte sie die Prüfung zur Lehrerin ab und am 22. März 1876 heiratete sie ihren Wiener Cousin Albert Salomon Anselm von Rothschild.[1] Sie galt als „halbe Wienerin“, sprach perfekt Deutsch und war sehr gebildet. Neben der Musik und dem Theater zählten auch die Bereiche Mathematik und Astronomie zu ihren Interessensgebieten. In der Wiener Gesellschaft galt sie als sozial und leutselig.[2]
Der Asteroid (250) Bettina wurde 1886 nach ihr benannt. Ihr Mann hatte die Namensgebung für ₤ 50 (Kaufkraft entspricht ₤ 6500 im Jahr 2019), vom Entdecker des Asteroiden, dem Astronomen Johann Palisa, erworben.[3] Sie selbst benannte den Asteroiden (262) Valda, der ebenfalls von Palisa entdeckt worden war.

Bereits im Alter von nur 34 Jahren starb Bettina von Rothschild am 24. März 1892 in Wien an Brustkrebs. Sie hatte in den sechzehn Jahren ihrer Ehe im Zwei-Jahres-Takt Kinder bekommen, als sie starb, war das jüngste Kind erst vier Jahre alt, das älteste 15 Jahre. Zu ihren Ehren gründete Albert von Rothschild ein Spital für Frauenmedizin. In diesem Spital sollten Frauen ohne Rücksicht auf Religion oder Nationalität behandelt werden. Es wurde zwischen 1894 und 1897 errichtet und erhielt den Namen „Bettina-Pavillon“ im Gedenken an Bettina Caroline von Rothschild. Das Spital war Teil des ehemaligen Kaiserin-Elisabeth-Spitals. Eine Büste von Bettina von Rothschild wurde im Gebäude aufgestellt. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und befindet sich im Besitz des Wiener Gesundheitsverbunds.

Bestattet wurde Bettina Caroline von Rothschild in der Rothschild-Gruft, in der alten israelitischen Abteilung des Wiener Zentralfriedhofes. Bei dem Grabmal handelt es sich um einen auf einen Sockel gestellten kleinen Tempel, auf dem sich ein Sarkophag befindet, der von vier Urnen umgeben ist, die mit Trauertüchern bedeckt sind. An der Stirnseite des Sarkophags ist das Wappen der Rothschilds. Das Grabmal war nach dem Tod der kleinen Tochter Charlotte von Rothschild durch den Architekten Wilhelm Stiassny errichtet worden, später wurde auch Albert Salomon von Rothschild dort beigesetzt.[4]
Nachkommen
Mit Albert Salomon von Rothschild hatte sie sieben Kinder:
- Georg Anselm Alphonse von Rothschild (1877–1934), unverheiratet, starb in einer privaten psychiatrischen Klinik, begraben am Zentralfriedhof in Wien
- Alphonse Maier von Rothschild (1878–1942), Kunstsammler und Philatelist, verheiratet mit Clarice Adelaide Sebag-Montefiore
- Louis Nathaniel von Rothschild (1882–1955), übernahm 1911 die Geschäfte der Creditanstalt, wurde von den Nationalsozialisten als Geisel gehalten, um das Vermögen der Rothschilds zu erpressen, verheiratet mit Hilda von Auersperg
- Eugène Daniel von Rothschild (1884–1976), verheiratet mit der mehrfach geschiedenen Katholikin Katherine "Kitty" Wolf, in zweiter Ehe die Schauspielerin Jeanne Stuart
- Charlotte Esther von Rothschild (1885–1885), starb im Alter von 6 Monaten,[5] ihre Mutter und ihr Vater wurden später neben ihr beigesetzt.
- Valentine Noémi von Rothschild (1886–1969), heiratete den Bankier Sigmund von Springer.[6]
- Oskar Ruben von Rothschild (1888–1909), unverheiratet, beging Suizid, begraben am Zentralfriedhof in Wien