Betty Heidler

deutsche Hammerwerferin From Wikipedia, the free encyclopedia

Betty Heidler (* 14. Oktober 1983 in Ost-Berlin) ist eine ehemalige deutsche Hammerwerferin.

Schnelle Fakten Karriere, Medaillenspiegel ...
Betty Heidler


Betty Heidler bei der Siegerehrung in Osaka

Nation Deutschland Deutschland
Geburtstag 14. Oktober 1983 (42 Jahre)
Geburtsort Ost-Berlin, Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR
Größe 175 cm
Gewicht 92 kg
Beruf Polizeioberrätin (Bundespolizei)
Karriere
Disziplin Hammerwurf
Bestleistung 79,42 m
Verein LG Eintracht Frankfurt
Trainer Michael Deyhle
Status zurückgetreten
Karriereende 2016
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 0 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Weltmeisterschaften 1 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Europameisterschaften 1 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Universiade 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
U23-Europameisterschaften 0 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Olympische Ringe
 Olympische Spiele
Silber London 2012 77,12 m
Logo der World Athletics
 Weltmeisterschaften
Gold Osaka 2007 74,76 m
Silber Berlin 2009 77,12 m
Silber Daegu 2011 76,06 m
Logo der EAA
 Europameisterschaften
Gold Barcelona 2010 76,38 m
Silber Amsterdam 2016 75,77 m
Logo der FISU bis 2019
 Universiade
Gold Belgrad 2009 75,83 m
Logo der EAA
 U23-Europameisterschaften
Silber Erfurt 2005 69,64 m
letzte Änderung: 11. Oktober 2016
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Sportliche Erfolge

2001 und 2002 wurde sie Deutsche Jugendmeisterin, und von 2002 bis 2005 war sie ununterbrochen Deutsche Juniorenmeisterin. 2005 wurde sie U23-Vizeeuropameisterin.

Bei ihren ersten Wettkämpfen im Erwachsenenbereich belegte Betty Heidler Platz elf bei den Weltmeisterschaften 2003 in Paris/Saint-Denis und Platz vier bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen. 2005 wurde sie erstmals Deutsche Meisterin, scheiterte aber bei den Weltmeisterschaften in der Qualifikation. 2006 verteidigte sie, wie bis 2012 in jedem Jahr, ihren nationalen Meistertitel und schloss die Saison mit einem Sieg beim Weltfinale in Stuttgart ab, nachdem sie bei den Europameisterschaften in Göteborg mit 70,89 m den fünften Platz belegt hatte. Bei der Universiade 2009 in Belgrad siegte Heidler mit Meisterschaftsrekord von 75,83 m.

Ihren größten Erfolg feierte sie bei den Weltmeisterschaften 2007 in Osaka. Mit einer Weite von 74,76 m wurde sie Weltmeisterin mit zwei Zentimetern Vorsprung vor der Kubanerin Yipsi Moreno. Im Jahr darauf erreichte sie bei den Olympischen Spielen in Peking nach zwei ungültigen Versuchen im Vorkampf mit 70,06 m den neunten Rang, nachdem sie in der Qualifikation 71,51 m geworfen hatte. Mit einem deutschen Rekord von 77,12 m wurde Betty Heidler bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin Vizeweltmeisterin. Sie musste sich dabei nur der Weltrekord (77,95 m) werfenden Polin Anita Włodarczyk geschlagen geben. Bei den Europameisterschaften 2010 in Barcelona gewann sie Gold.

Am 21. Mai 2011 stellte Heidler beim Internationalen Werfer-Meeting in Halle (Saale) mit 79,42 m einen neuen Weltrekord auf. Bei den Weltmeisterschaften 2011 in Daegu warf sie 76,06 m weit und gewann die Silbermedaille. Im selben Jahr wurde sie zu Deutschlands Leichtathletin des Jahres gewählt.

2012 scheiterte sie bei den Europameisterschaften in Helsinki überraschend in der Qualifikation.[1] Heidler qualifizierte sich jedoch für die Olympischen Spiele in London.[2] In London holte Heidler mit 77,13 m die Silbermedaille, nachdem einer ihrer Versuche aufgrund eines Softwarefehlers, der von einem Kampfrichterfehler ausging, da Heidlers Weite genau der von der vor ihr werfenden Athletin entsprach, nicht in die Ergebnisliste aufgenommen wurde. Nach Angaben Heidlers war sofort klar, dass der Versuch „im System“ war.[3] Die Weite wurde später auf 77,12 m korrigiert und der Protest der chinesischen Mannschaft abgewiesen, deren Athletin Zhang Wenxiu durch die Entscheidung von Platz drei auf Platz vier zurückgefallen war.[4] Bei den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau scheiterte sie in der Qualifikation.[5] Bei den Europameisterschaften 2016 in Amsterdam gewann sie die Silbermedaille. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 belegte sie Platz vier.[6] Mit einem Wurf auf 74 m bei einem Wettbewerb auf Borkum beendete Heidler am 10. September 2016 ihre sportliche Karriere. Am 11. Oktober 2016 wurde bekannt, dass Betty Heidler nachträglich die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2012 in London zugesprochen bekommt, da die ursprüngliche Siegerin, Tatjana Lyssenko, gedopt war. Heidler rückt damit auf den zweiten Platz vor.[7]

Für ihre Leistungen wurde sie am 7. Dezember 2012 vom Bundespräsidenten mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.[8]

Sonstiges

Betty Heidler ist 1,75 m groß. Unter Michael Deyhle als Trainer startete sie für die LG Eintracht Frankfurt und gehörte der Sportfördergruppe der Bundespolizei an[9]. Nachdem sie im Oktober 2007 ein rechtswissenschaftliches Bachelorstudium an der Fernuniversität in Hagen begonnen hatte[10], studierte Heidler ab dem Wintersemester 2008/2009 Rechtswissenschaft an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main.[11] Im Herbst 2013 wechselte sie an die Humboldt-Universität zu Berlin[12] und legte im Herbst 2020 die Erste Juristische Staatsprüfung ab[13]. Nach dem Abschluss eines Masterstudiums zur Erlangung der Laufbahnbefähigung für den höheren Polizeivollzugsdienst der Bundespolizei[14] bekleidet sie mittlerweile das Amt einer Polizeioberrätin[15].

Heidler ist eine Urenkelin des Berliner Hochspringers Martin Riefstahl, der Teilnehmer und Fackelträger der Olympischen Spiele 1936 in Berlin war, und eine Großcousine der Hürdensprinterin Cornelia Oschkenat.[16][17]

Auszeichnungen

Literatur

  • Karl-Heinz Keldungs: Betty Heidler. In: ders.: Die deutsche Leichtathletik in 100 Porträts von Hanns Braun bis Malaika Mihambo. Arete Verlag Christian Becker, Hildesheim 2022, ISBN 978-3-96423-081-2, S. 66f.
Commons: Betty Heidler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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