Beuren (Salem)
Ortsteil von Salem, Baden-Württemberg, Deutschland
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Beuren ist ein Ortsteil der Gemeinde Salem im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.
Beuren Gemeinde Salem | |
|---|---|
| Koordinaten: | 47° 48′ N, 9° 19′ O |
| Höhe: | 536 (–630) m ü. NHN |
| Fläche: | 8,88 km² |
| Einwohner: | 1716 (31. Dez. 2024)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 193 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1975 |
| Postleitzahl: | 88682 |
| Vorwahl: | 07554 |
Postkarte Beuren um 1935 | |
Geografie
Lage
Beuren liegt in der Bodenseeregion, am nördlichen Rand des Salemer Tales. Gegen Norden reicht der Ort über den steilen Anstieg bis zur Heiligenberger Hochfläche, nach Südwesten fällt das Gelände sanft ins Tal der Salemer Aach ab. Das große Neubaugebiet Trillenbühl liegt nordwestlich am Hang mit Fernblick auf Bodensee und Alpen. Der Mühlbach fließt verdolt durch den Ort. Vom Salemer Zentrum ist der Ort rund vier Kilometer entfernt.
Gliederung
Zur Gemarkung Beuren gehören die Dörfer Beuren und Altenbeuren, der Weiler Bächen, die Häuser Aspen, Binzwangen, Faßler, Holdern, Im Tiefenweg, Kaltenbrunnen, Mausloch und Trillenbühl und der Hof Ölmühle.[2]
Geschichte
Ur- und Frühgeschichte
Die Anfänge der alemannischen Besiedlung von Beuren werden im 6./7. Jahrhundert vermutet. Diese Phase gehört zu der frühen Siedlungszeit unter fränkischer Herrschaft.
Mittelalter und frühe Neuzeit
Von den drei Orten wird Altenbeuren schriftlich im Jahr 783 als Erstes erwähnt. Beuren folgt dann im Jahr 1163 und Bächen 1191. Die Herrschaft über Grund und Güter ag zunächst überwiegend bei der Grafschaft Heiligenberg, gelangte im 14. Jahrhundert großenteils an das Zisterzienserkloster Salem. Der Erblehenhof des Klosters Petershausen gehörte ab 1330 ebenfalls zu Salem. Daneben hatten aber auch das Haus Fürstenberg sowie die die Herrschaft Langenstein weiterhin Grundbesitz in Beuren.
Die Hochgerichtsbarkeit über Beuren lag ursprünglich bei der Grafschaft Linzgau, der späteren Grafschaft Heiligenberg. Ab 1083 war diese im Besitz der Grafen von Heiligenberg und ihrer Nachfolger den Werdenbergern und Fürstenbergern.
Inhaber der Niedergerichtsbarkeit bzw. Ortsherrschaft war die Grafschaft Heiligenberg. Einzelne Herrschaftsrechte wurden aber auch von anderen Herrschaften ausgeübt: erwähnt sind, 1313 die von Beuren, 1385 von Ramsberg, 1392 von Hohenfels/Ittendorf.
Die Hochgerichtsbarkeit über Beuren lag ursprünglich bei der Grafschaft Linzgau, der späteren Grafschaft Heiligenberg. Ab 1083 war diese im Besitz der Grafen von Heiligenberg und ihrer Nachfolger den Werdenbergern und Fürstenbergern.
Inhaber der Niedergerichtsbarkeit bzw. Ortsherrschaft war die Grafschaft Heiligenberg. Einzelne Vogteirechte wurden aber auch von anderen Herrschaften ausgeübt: erwähnt sind, 1313 die von Beuren, 1385 von Ramsberg, 1392 von Hohenfels/Ittendorf.
Daneben sind zwei ortsadlige Familien ab 1189 dokumentiert. Die ältere waren Heiligenberger Ministerialen, die jüngere ist im 14. Jahrhundert im Überlinger Patriziat aufgegangen[3]
Die Grafschaft verlegte 1431 den Sitz des Landgerichtes von Schapbuch nach Beuren. Das Gebäude des heutigen Gasthauses Adler diente als Landgerichtsstube. Dies ist belegt seit 1446.[4]
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde im Rahmen der Belagerung der Freien Reichsstadt Überlingen von 1634 bis 1636 der Ort durch schwedischen Truppen fast vollständig vernichtet. Einzig die Kommandantur der Besatzung unter General Horn, heute als Schwedenhaus bekannt, wurde verschont.
Moderne
Auch nach der Mediatisierung der fürstenbergischen Besitzungen 1806 durch das Großherzogtum Baden blieb das Amt Heiligenberg, zu dem Beuren gehörte, bestehen. Das jetzt standesherrliche fürstenbergische Amt existierte zunächst bis 1813, wurde dann aufgelöst aber 1823 wieder eingerichtet, bis es1849 endgültig endete. Von 1813 bis 1823 gehörte Beuren zum Bezirksamt Überlingen, ab 1849 zum Bezirksamt Salem im Seekreis, ab 1857 zum Bezirksamt Überlingen. Bis 1975 war Beuren selbständige Gemeinde, bis 1972 im Landkreis Überlingen. ab 1973 im Bodenseekreis.[5] Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg schloss sich Beuren 1975 der Gemeinde Salem an.[6]
Separate Gemarkungen und Verwaltungen wurden1915 in Bächen und 1925 in Altenbeuren aufgehoben.
Gesellschaft
Bevölkerung

Die Zahl der Einwohner in Beuren schwankt im 19. Jahrhundert um die 600 Personen herum. Bis 1960 ändert sich das kaum. Ab 1970 bis ins Jahr 2000 ist ein steiler Anstieg der Bevölkerung zu verzeichnen, die Zahl der Einwohner steigt auf beinahe das Dreifache an. Danach stagniert die Zahl wieder.[7]
Religion
Die Bevölkerung war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts fast ausnahmslos katholisch. Dies ändert sich auch nach 1918 nur geringfügig, steigt dann nach 1945 auf rund 10 % evangelische Christen an.[8]

Bis 1838 gehörte Beuren mit Altenbeuren und Bächen zur Pfarrei Weildorf. In diesem Jahr erhielt Beuren eine eigene katholische Pfarrei. Sie gehörte zum Dekanat Linzgau in der Diözese Freiburg. Ab 2026 ist sie Filiale der Pfarrei St. Nikolaus Markdorf.
Im Weiler Bächen war von 1406 bis 1803 ein Frauenkloster des Ordens der schwarzen Franziskaner.
Politik
Der Gemeinderat von Salem wurde von 1972 bis 2004 in einer unechten Teilortswahl gewählt. Das System garantierte jedem Ortsteil eine bestimmte Anzahl von Sitze. In der Gemeinde Salem gibt es für jeden Ortsteil einen Ortsreferenden. Der letzte Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Beuren war Ernst Meschenmoser.
Wappen
Blasonierung: „In Silber auf einem roten Sparren in Form einer eingeschweiften Spitze ein grünes Lindenblatt“.
Das Stammwappen mit Sparren und Lindenblatt verwendete ein in Überlingen zwischen 1390 und 1484 nachgewiesenes Geschlecht von Beuren. Dies führte zu der begründeten Annahme, dass das gewählte Wappen mit den Herren von Beuren in der Nähe von Heiligenberg und Salem entspricht. Die gewählten Symbole „Sparren“ und „Lindenblatt“ stehen für Kraft, Stärke, Ausdauer, Standhaftigkeit und Dynamik.[9]
Infrastruktur
Öffentliche Einrichtungen
In Beuren wurde 1953 die zentrale Wasserversorgung und 1975 die Kanalisation fertiggestellt. 1957 wurde der Sportplatz angelegt und 1972 in die Erweiterung und Neuanlage des Friedhofs mit Einsegnungshalle und Kriegerdenkmal investiert. Das 1964 neu gebaute Schulhaus mit Kindergarten wurde 1975 in ein Dorfgemeinschaftshaus umgewandelt. 1997 wurde wieder eine Grundschule in Beuren in neuen Räumen eingerichtet.
Verkehr
Durch Beuren verläuft die Kreisstraße K7758 von Weildorf nach Heiligenberg. Von dieser zweigt die K7757 nach Altenbeuren und Bächen nach Osten und die Straße nach Leustetten nach Westen ab.
Beuren befindet sich im Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben (bodo) und ist mit einer Buslinie 7397 mit Überlingen, Heiligenberg, Meersburg, Frickingen und Salem verbunden.
Wirtschaft

Die leichte Hanglage von Beuren gegen Süden begünstigt den Obstbau. Er prägt das Landschaftsbild, während die Landwirtschaft im Ort kaum zu Tage tritt. Das Neubaugebiet Trillenbühl symbolisiert die Wandlung zu einem Wohnort von hoher Lebensqualität. Dazu tragen zum einen die klimatischen Bedingen bei zum anderen die Lage mit Blick zum Bodensee und Alpen. Im Süden des Ortes hat sich ein kleines Gewerbegebiet entwickelt.
Einzelhandel gab es in den 1930er Jahren mit der Bäckerei und Handlung Strobel, um 1940 dann durch die Handlung A. Wielatt. Das Gasthaus „Adler“ lässt sich schon Anfang des 16. Jahrhunderts als „Taberne“ (Schenke, Kneipe) belegen. Heute steht es für den florierenden Fremdenverkehr.
Kultur
Sehenswürdigkeiten
Unter Denkmalschutz stehen in Beuren insgesamt 16 Objekte.
- Katholische Pfarrkirche St. Ulrich, spätgotischer, ursprünglich gerade schließender Saalbau, 1884 erweitert
- Pfarrhaus, zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau, über dem Haupteingang Wappentafel der Fürstenberger, 18. Jh.

- Schwedenhaus, gestelztes Einhaus in sog. alemannischem Fachwerk, an der Giebelfront breite Fenstererker und Bohlenwände, 16. Jh. Das Gebäude wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum „Denkmal des Monats Juli 2011“ ernannt.[10]
- Gasthaus Adler, zweigeschossiger Bau, teils massiv teils in Fachwerk, Fachwerk mit gebogenen Andreaskreuzen, im Kern 17. Jh.
Daneben zwei Bauernhäuser, ein Backhaus, eine Scheuer, eine Wegkapelle und mehrere religiöse kleinere Objekte.[11]
Bildung
Beuren hat vermutlich zunächst zur Schulgemeinde Weildorf gehört, wo um 1791 eine Volksschule eingerichtet worden war. Eine eigene Schule in Beuren ist für 1822 belegt, als ein Schulhaus errichtet wurde. Nach Erwerb der Zehntscheuer der Herrschaft Langenstein 1837 wurde dort dann eine neue Schule eingerichtet. Die Schulgemeinde Beuren scheint von Anfang an alle Gemeindeteile umfasst zu haben.
Das 1964 erbaute Schulhaus wurde nach dem Anschluss an die Gemeinde Salem und dem Wegzug der Schule zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. 1997 eine einzügige Grundschule neu errichtet und ein neues Schulgebäude erstellt. Ein Kindergarten besteht ebenfalls.[12]
Vereine und Veranstaltungen
Der FC Beuren-Weildorf e. V. wurde 1957 als Fußballverein gegründet und 1988 ins Vereinsregister eingetragen. Bis zur Saison 2019/20 nahmen zwei Herrenteams und mehrere Jugendmannschaften, in wechselnden Spielgemeinschaften, am Spielbetrieb des Südbadischen Fußballverbandes teil. Im Jahr 2020 fusionierte der Verein mit dem FC Rot-Weiß Salem.[13]
Die Narrenzunft Tryllenbühler Beuren besteht seit 1972. Sie ist Mitglied im Alemannischen Narrenring und organisiert das jährliche Narrentreiben im Dorf. Ein Höhepunkt ist der alle zwei Jahre stattfindende Schwedenmarkt. Auch der Teilort Altenbeuren hat seit 1957 mit dem Narrenverein Schlüsselbieter eine organisierte Fasnacht.
Der Musikverein Beuren wurde 1927 gegründet. Sowohl weltliche als auch kirchliche Anlässe begleitet er musikalisch.
Persönlichkeiten
- Hugo Gommeringer (* 1948), Autor historischer Schriften
Literatur
- Kuratorium Heimat und Arbeit: Die Gemeinden im oberen und unteren Linzgau, Beuren in: Der Kreis Überlingen / Überlingen und der Linzgau am Bodensee. 1972. ISBN 3-8062-0102-1 S. 308 f.
- Hugo Gommeringer: Beuren, in: Salemer Wappen. 2000. ISBN 3-929551-09-8 S. 48 ff.
- Gemeinde Salem: Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altgemeinde Beuren 2009
- Regierungspräsidium Tübingen Referat 26 Denkmalpflege: Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg – Bodenseekreis – Salem-Beuren
- Hugo Gommeringer: Kirchen und Kapellen in der Seelsorgeeinheit Salem, 2004, ISBN 3-7954-6483-8
- Lucia Reck: Kloster Bächen im Linzgau, Landkreis Überlingen. Weingarten 1966
Weblinks
- Beuren im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
- Beuren im GenWiki (Genealogisches Lexikon)
- Beuren auf leoBW-Landesarchiv online
- Beuren im Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg

