Bianca Klose
deutsche Politikwissenschaftlerin
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Bianca Klose (* 1973; † 17. Juni 2026 in Berlin) war eine deutsche Politikwissenschaftlerin, Antifaschistin und Expertin für Rechtsextremismus.[1][2][3] Im Jahr 2001 gründete sie die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR), deren Ansatz sie als Vorreiterin der Mobilen Beratung in Deutschland mitgestaltete.[4][2]
Leben
Klose wurde 1973 geboren und studierte Politik und Germanistik.[1][4] Nach dem Studium gründete sie 2001 die MBR, die im Berliner Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu einem bedeutsamen Projekt wurde.[4][5] Sie war Geschäftsführerin des Vereins für Demokratische Kultur in Berlin (VDK), Projektleiterin der MBR, Mitbegründerin des Bundesverbands Mobile Beratung und eine der Sprecherinnen der Bundesarbeitsgemeinschaft Demokratieentwicklung.[6][7]
Klose starb am 17. Juni 2026 in Berlin infolge einer schweren Krankheit.[7][2][8]
Wirken
Kloses Beratungsansatz zielte darauf, Menschen in ihrem demokratischen Engagement zu stärken und in Berliner Kiezen Netzwerke gegen Rechtsextremismus aufzubauen.[4] Die MBR beriet unter ihrer Leitung Bezirksräte, Lehrkräfte, Polizeiverantwortliche, Kulturinstitutionen, Unternehmen, Gewerkschaften, Verbände und zivilgesellschaftliche Initiativen.[4][6] In Treptow-Köpenick und Schöneweide arbeitete die MBR an lokalen Strategien gegen rechtsextreme Infrastruktur, Angsträume und Einschüchterung; zu den Instrumenten gehörten Handreichungen, Checklisten, Demokratiefeste und Klauseln gegen rechtsextreme Nutzung öffentlicher oder gemieteter Räume.[5][7] Gegen die von der Bundesregierung 2011 verlangte Extremismusklausel für geförderte Demokratieprojekte wandte sich Klose, weil sie darin eine Belastung zivilgesellschaftlicher Arbeit und eine Schwächung lokaler Beratungskonzepte sah.[5][2] Ab den späten 2010er-Jahren übertrug sie den Beratungsansatz auf Kunst-, Kultur- und Bildungseinrichtungen; die von der MBR herausgegebenen Handreichungen Alles nur Theater? und Alles nur leere Worte? behandelten den Umgang mit dem Kulturkampf von rechts in Theatern bzw. Bibliotheken.[9][10] Sie war als Geschäftsführerin des VDK daran beteiligt, die Voraussetzungen für die Gründung von RIAS (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus) Berlin zu schaffen, einer Monitoring-Einrichtung für Antisemitismus.[11]
Im Zusammenhang mit der rechtsextremen Anschlagsserie in Berlin-Neukölln von 2009 bis 2021 kritisierte Klose Versäumnisse der Ermittlungsbehörden, begleitete Betroffene und betonte, dass die Aufarbeitung der Angriffsserie und die Unterstützung der Betroffenen nicht abgeschlossen seien.[1][12][7]
Positionen
Bianca Klose sprach sich dafür aus, nicht nur Neonazis und klassische rechtsextreme Strukturen kritisch zu beobachten. Sie berichtete auch von antidemokratischen, minderheitenfeindlichen und auch autoritären Einstellungen in der sogenannten Mitte der Gesellschaft und sprach dabei von einer „enthemmten Mitte“. Als Beispiele nannte sie die „Coronaleugner“ und andere Verbreiter von Verschwörungsideologien.[13] Diese verbreiteten „antidemokratische und antisemitische Narrative, verkleidet als legitimer Protest“.[14]
Auszeichnungen
Im Jahr 2012 erhielt Klose stellvertretend für die Arbeit der MBR den Verdienstorden des Landes Berlin.[15]
Weblinks
- Literatur von und über Bianca Klose im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek