Biederitz

Gemeinde im Landkreis Jerichower Land in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Biederitz ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Biederitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Biederitz hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 10′ N, 11° 43′ O
Bundesland:Sachsen-Anhalt
Landkreis: Jerichower Land
Höhe: 44 m ü. NHN
Fläche: 39,36 km²
Einwohner: 8508 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 216 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39175
Vorwahl: 039292
Kfz-Kennzeichen: JL, BRG, GNT
Gemeindeschlüssel: 15 0 86 005
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Magdeburger Straße 38
39175 Biederitz
Website: www.gemeinde-biederitz.de
Bürgermeister: Kay Gericke
Lage der Gemeinde Biederitz im Landkreis Jerichower Land
KarteBurg
Karte
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Geographie

Steinerne Brücke bei Gübs
Brücke über das Umflutgelände in Heyrothsberge

Die Gemeinde Biederitz ist nur wenige Kilometer von Magdeburgs östlicher Stadtgrenze entfernt. Die Trennlinie bildet der so genannte Umflutkanal, über den die „Schweinebrücke“ beide Orte miteinander verbindet. Die Kreisstadt Burg ist rund 20 Kilometer entfernt.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Biederitz gehören seit dem 1. Januar 2010 folgende Ortsteile:

Geschichte

Die ehemalige Verwaltungsgemeinschaft Biederitz bestand aus den Gemeinden Biederitz (Heyrothsberge), Gerwisch, Gübs, Königsborn, Menz, Nedlitz, Wahlitz und Woltersdorf und lag im sachsen-anhaltischen Landkreis Jerichower Land. Verwaltungssitz war Biederitz.

Am 1. Januar 2005 wurde die Verwaltungsgemeinschaft mit der Verwaltungsgemeinschaft Möser zur neuen Verwaltungsgemeinschaft Biederitz-Möser zusammengelegt. Die Gemeinden Menz, Nedlitz und Wahlitz wurden dagegen in die Stadt Gommern eingemeindet.

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die Gemeinden Biederitz mit dem Ortsteil Heyrothsberge, Gerwisch, Gübs, Königsborn und Woltersdorf zur neuen Einheitsgemeinde Biederitz zusammen. Der frühere Ortsteil Heyrothsberge ist heute eine gleichwertige Ortschaft. Der Sitz der Verwaltung befindet sich in Heyrothsberge.

Endstation für u. a. Adolf Hitlers Leichnam

Nach der endgültigen Vernichtung der menschlichen Überreste in Schönebeck (Elbe) wurde am 5. April 1970 nach einer jahrzehntelangen Odyssee die Asche von Adolf und Eva Hitler, der Familie Goebbels und des Generalstabschefs des Heeres, Hans Krebs, von der Schweinebrücke in die Ehle entsorgt.[2]

Bevölkerung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
19903.163
20054.652
20108.453
20158.479
20208.590
Jahr Einwohner
20218.616
20228.582
20238.536
20248.508
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[3], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Der starke Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 2005 und 2010 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.

Religion

Die Volkszählung in der Europäischen Union 2011 zeigte, dass von den 8.494 Einwohnern der Gemeinde Biederitz 11,7 % der evangelischen Kirche und 3,5 % der römisch-katholischen Kirche angehörten. Die Mehrzahl der Einwohner gehörte keiner Religionsgemeinschaft an.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Biederitz besteht aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 67,3 % zu folgendem Ergebnis:[4]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2019 ...
Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019[5]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Aktiv für Bürger30,0 %626,8 %5
CDU30,4 %625,2 %5
AfD16,9 %4
SPD16,3 %312,5 %3
Gemeinde mit Zukunft05,9 %1
Die Linke11,0 %205,8 %1
Bündnis 90/Die Grünen06,9 %205,6 %1
Unabhängige Wählergemeinschaft Biederitz (UWG)05,5 %101,3 %
Insgesamt100 %20100 %20
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Bürgermeister

Verwaltungssitz in Heyrothsberge
  • seit 2010: Kay Gericke (bis 2024 SPD jetzt Freie Wähler)[6][7]

Gericke wurde bei der Bürgermeisterwahl am 16. Oktober 2016 wiedergewählt.[8] Er wurde am 17. September 2023 mit 57,1 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[9] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[10]

Wappen

Das Wappen wurde am 12. Oktober 2010 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „Geviert von Grün und Silber; Feld 1 und 3: drei silberne Eicheln (2:1), Feld 2 und 4: ein blauer Wellenbalken.“[11]

Das Wappen wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt. Dem ging der Beschluss des Gemeinderates voraus, die sechs der Gemeinde angehörenden Orte durch sechs Eicheln und die Flüsse Elbe und Ehle durch Wellenbalken im Wappen zu symbolisieren.

Die Farben der Gemeinde sind Grün - Weiß.

Flagge

Die Flagge ist grün-weiß-grün (1:4:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.[11]

Partnergemeinden

  • seit 2001: Lemwerder in Niedersachsen. Mit dem Zusammenschluss zur Einheitsgemeinde Biederitz wurde die Partnerschaft übertragen und fortgeführt.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Biederitzer Musiksommer

Seit 1990 gibt es den Biederitzer Musiksommer. Er wurde von Kantor Michael Scholl ins Leben gerufen und hat überregionale Bedeutung. Die Konzerte finden sowohl in Biederitz, als auch im Jerichower Land und im Magdeburger Umland statt. Hauptakteur des Musiksommers ist die Biederitzer Kantorei. Für Konzerte wie die Biederitzer Tastennacht oder auch Blech am Fluss, dem Freiluftkonzert an der Ehle, gastieren regelmäßig national und international bekannte Künstler in Biederitz.

Biederitzer Ehlefest

Das Biederitzer Ehlefest findet seit Anfang der 1980er Jahre statt. Es wird in der Ortsmitte auf der Kantorwiese gefeiert.

Dorf- und Reitfest Königsborn

Das Dorf- und Reitfest in Königsborn findet jedes Jahr auf dem Reitplatz, der Dressuranlage und im Königsborner Park statt. Es geht von Freitag bis Sonntag und findet meistens im Mai statt. Freiwillige Bäcker in Königsborn versorgen die Besucher mit Kaffee und Kuchen und auch die Ortsfeuerwehr Königsborn ist an den Festivitäten beteiligt. Aktivitäten für Kinder werden auch angeboten wie z. B. eine Hüpfburg. Hauptaugenmerk liegt aber beim Reitsport. Es finden mehrere Wettbewerbe wie Springen, Dressur oder Reitprüfung statt. Auch wird jedes Jahr ein Schauprogramm vorbereitet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Seit der Wende und Wiedervereinigung 1989 haben sich die sechs Ortschaften der Einheitsgemeinde Biederitz zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort und Wohngebiet entwickelt. Kleine Handwerksbetriebe, zahlreiche mittelständische Unternehmen und Firmen, Einzelhändler, Agrargenossenschaften, sowie selbstständige Rechtsanwälte, Apotheker und Ärzte sind in der Einheitsgemeinde ansässig. Im Gastronomiesektor findet man mehrere Restaurants mit regionaler Küche und auch zwei griechische Gaststätten. Zwei Hotels in Biederitz und in Heyrothsberge und mehrere in der Einheitsgemeinde verteilte Pensionen bieten Übernachtungsmöglichkeiten.

Derzeit existieren drei große Gewerbegebiete in der Gemeinde. Eines ist in Biederitz am Parkweg, ein Gewerbegebiet ist in Gerwisch und das Dritte befindet sich in Heyrothsberge Am Fuchsberg.

Verkehr

Die B1 stellt die Hauptverkehrsader für die Gemeinde dar. Sie verläuft durch die Ortschaften Gerwisch, Heyrothsberge und verbindet die Gemeinde mit Magdeburg und Burg über Möser. Die Auffahrten Lostau und Burg-Zentrum bilden die beste Möglichkeit, um von der A2 aus nach Biederitz zu gelangen. Die B184 führt von Heyrothsberge aus über Königsborn in Richtung Gommern.

Die Buslinien 51 (Magdeburg–Heyrothsberge–Biederitz) und 708 (Burg–Gommern) verlaufen durch das Gemeindegebiet.[13]

Der Keilbahnhof Biederitz liegt am Abzweig der Bahnstrecke Biederitz–Trebnitz(–Dessau–Leipzig) von der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg. Die Bahnstrecke Biederitz–Altengrabow wird seit 2011 vom Personenverkehr nicht mehr bedient.

Die B1 hat anliegend einen Fahrradweg und auch der bekannte Elberadweg von Tschechien nach Hamburg führt an den Ortschaften Biederitz und Gerwisch vorbei.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit Biederitz verbundene Persönlichkeiten

Commons: Biederitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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