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Biologische Station Mooslachen

ehemalige Forschungsstation in Wasserburg am Bodensee From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Biologische Station Mooslachen war eine private Forschungsstation in Wasserburg am Bodensee, die zwischen 1922 und 1928 genutzt wurde. Später wurde sie nur noch selten genutzt und nach dem Tod ihres Gründers verkauft und abgerissen.[1] (47° 34′ 0,5″ N, 9° 38′ 12,1″ O)

Der Standort der ehemaligen Forschungsstation am Bodenseeufer. Heute steht auf dem Grundstück ein privates Wohnhaus, das der ehemaligen Station baulich nachempfunden ist.

Geschichte

Die heute nach dem Gründer der Biologischen Forschungsstation, Helmut Gams, benannte Gamswiese in Wasserburg (Bodensee).[2]

Gegründet wurde die Station 1922 in Mooslachen, einem historischen Ortsteil von Wasserburg, vom Biologen Helmut Gams, der in Zürich studiert hatte und zu dieser Zeit bei Gustav Hegi in München an dem großen Werk Illustrierte Flora von Mittel-Europa mitarbeitete. Die Station am Bodensee lag auf einem großen Seegrundstück mit 200 Metern Ufer. Als Privatgelehrter führte Gams hier Untersuchungen zur Biozönose, Systematik, Ökologie und Geographie von Gefäßpflanzen, Moosen und Algen, zur Stratigraphie und Paläontologie des Quartärs und zur Hydrobiologie durch.[3] Nach der Teilnahme an der 3. Tagung der Internationalen Vereinigung für angewandte und theoretische Limnologie in Russland unternahm Gams dort ausgedehnte Exkursionen, auf denen er vom Geologen und Limnologen Erich Wasmund begleitet wurde. Im Anschluss kam dieser an den Bodensee und arbeitete in der Station Mooslachen, die von nun an auch als Biogeologische Forschungsstation[3] bezeichnet wurde. 1927 gründete Wasmund eine eigene Station im nahegelegenen Lindau.[4]

Die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft unterstützte die Arbeit von Helmut Gams in Mooslachen 1925 und 1926 mit mehreren Förderungen.[5] Gemeinsam mit Wasmund führte Gams in der Station biogeologische Kurse für Biologen, Geologen und Prähistoriker durch.[6] Unter den Gästen der Forschungsstation war der Hydrobiologe Friedrich Lenz.[7]

Eine Diskussion innerhalb der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft über die zersplitterte Bodenseeforschung lässt vermuten, dass die Konkurrenz der größeren Forschungsinstitute in Konstanz und Langenargen den Botaniker Gams veranlasst hat, eine neue Wirkungsstätte zu suchen.[4] Er habilitierte sich 1929 an der Universität Innsbruck und war dort bis zu seiner Pensionierung als Professor für Botanik tätig. Die Station in Mooslachen besuchte er nun nur noch selten. Sein Sohn Walter Gams flüchtete 1943 vor Bombenangriffen auf Innsbruck hierher, 1959 war er noch einmal in der Station, um sich auf sein Rigorosum vorzubereiten.[1]

Nach dem Tod von Helmut Gams 1976 versuchten seine Nachkommen eine wissenschaftliche Verwendung für die Station zu finden und veräußerten sie schließlich. Das Haus wurde vom Käufer niedergerissen und durch einen Neubau ersetzt, der der alten Station ähnelt. Mittel aus dem Verkauf der Station flossen in die von Walter Gams 1995 gegründete Studienstiftung mykologische Systematik und Ökologie.[1]

Nach dem Gründer und Leiter der Biologischen Station Mooslachen ist die öffentlich zugängliche Gamswiese auf dem ehemaligen Grundstück der Forschungsstation in Wasserburg benannt.[2]

Literatur

  • Reiner Kümmerlin: Biogeologische Station Mooslachen in Wasserburg am Bodensee. In: Günther Friedrich, Udo Kosmac (Hrsg.): Geschichte der limnologischen Stationen in Deutschland. Schweizerbart, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-510-65430-7, S. 277 f.

Einzelnachweise

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