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Bis(trifluormethansulfonyl)amid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Bis(trifluormethansulfonyl)amid, auch Bistriflimid genannt, ist ein weißer, kristalliner Feststoff und eine kommerziell verfügbare Supersäure.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Bis(trifluormethansulfonyl)amid
Allgemeines
Name Bis(trifluormethansulfonyl)amid
Andere Namen
  • 1,1,1-Trifluor-N-[(trifluormethyl)­sulfonyl]methansulfonamid (IUPAC)
  • Bistriflimid
  • TFSIH
  • HNTf2
Summenformel C2HF6NO4S2
Kurzbeschreibung

weißer, kristalliner Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 82113-65-3
EG-Nummer 435-300-4
ECHA-InfoCard 100.103.349
PubChem 157857
ChemSpider 138894
Wikidata Q27275301
Eigenschaften
Molare Masse 281,15 g·mol−1
Dichte

1,360 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

52–56 °C[2]

Siedepunkt

90–91 °C[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314​‐​301
EUH: 014
P: 280​‐​305+351+338​‐​310[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).
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Geschichte

Die Erstsynthese erfolgte 1984 durch Foropoulos und DesMarteau.[4]

Gewinnung und Darstellung

Die Synthesemethode von Foropoulos und DesMarteau nutzt Trifluormethansulfonylfluorid als Schlüsselintermediat. Dieses wird in Trifluormethansulfonylamid überführt, welches silyliert wird und erneut mit Trifluormethansulfonylfluorid umgesetzt wird.[4] Eine weitere, 2004 entwickelte Synthese geht ebenfalls von Trifluormethansulfonylfluorid aus. Dieses kann mit Lithiumnitrid zu Lithiumbis(trifluormethylsulfonyl)amid oder mit Triethylamin zu Triethylammoniumbis(trifluormethylsulfonyl)amid umgesetzt werden. Saure Aufarbeitung mit Schwefelsäure liefert Bis(trifluormethansulfonyl)amid.[5]

Eigenschaften

Auf Grund struktureller Gemeinsamkeiten wird Bis(trifluormethansulfonyl)amid häufig mit Trifluormethansulfonsäure verglichen. In aprotischen Lösungsmitteln und in ionischen Flüssigkeiten ist das Bistriflimid acider, in protischen Solvents, wie Wasser oder Essigsäure ist die Trifluormethansulfonsäure acider.[1] In der Gasphase steigt die Acidität von Trifluormethansulfonsäure zu Bis(trifluormethansulfonyl)amid zu Tris(trifluormethansulfonyl)methan.[6]

Verwendung

Bistriflimid kann Katalysator, Vorkatalysator, Promotor oder Additiv in einer Vielzahl von Reaktionen verwendet werden. Als Katalysator kann es in verschiedenen Cycloadditionen, wie [2+2]-Cycloadditionen[7], 1,3-dipolaren Cycloadditionen[8] oder in Diels-Alder-Reaktionen[9] eingesetzt werden. Außerdem sind Aldol-Reaktionen, Allylierungen, Friedel-Crafts-Reaktionen, Michael-Additionen, Nazarov-Cyclisierungen, Mannich-Reaktionen oder sigmatrope Umlagerungen mit Bistriflimid als Katalysator möglich.[1]

Vorkommen

Das Bistriflimidanion wurde in Haarproben aus Deutschland gefunden.[10]

Einzelnachweise

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