(−)-α-Bisabolol

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

(−)-α-Bisabolol (synonym: Levomenol) bezeichnet eine chemische Verbindung aus der Reihe der isomeren Bisabolole. Es handelt sich um einen monocyclischen Sesquiterpen-Alkohol.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von (−)-α-Bisabolol
(−)-α-Bisabolol
Allgemeines
Name (−)-α-Bisabolol
Andere Namen
  • (2S)-6-Methyl-2-[(1S)-4-methylcyclohex-3-en-1-yl]hept-5-en-2-ol
  • Levomenol (INN)
  • BISABOLOL (INCI)[1]
Summenformel C15H26O
Kurzbeschreibung

hellgelbe Flüssigkeit[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 23089-26-1
EG-Nummer 245-423-3
ECHA-InfoCard 100.041.279
PubChem 442343
DrugBank DB13153
Wikidata Q179896
Eigenschaften
Molare Masse 222,37 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,929 g·cm−3[2]

Löslichkeit

löslich in Ethanol, unlöslich in Wasser[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Natürliches Vorkommen

Römische Kamille (Chamaemelum nobile)

(−)-α-Bisabolol ist Hauptbestandteil des Kamillenöls, das aus der traditionell als Heilpflanze verwendeten Echten Kamille (Matricaria chamomilla) gewonnen wird.[3] Die ursprünglich aus Spanien stammende Manzana-Kamille, eine Zuchtform, enthält besonders große Mengen an Bisabolol (bis zu 45 % des ätherischen Öls) und wird deshalb mittlerweile auch in Ländern wie Frankreich, Deutschland und den USA angebaut.[4] Daneben kann α-Bisabolol unter anderem in Gemeiner Schafgarbe (Achillea millefolium),[5] Sideritis mugronensis,[5] Helmkräutern (Scutellaria parvula),[5] Basilikum (Ocimum basilicum),[5] Breitblättrigem Lavendel (Lavandula latifolia)[5] und Alpen-Steinquendel (Acinos alpinus),[5] gefunden werden.

Auch das von Bienen hergestellte Propolis kann beträchtliche Mengen Bisabolol – bis zu ca. 20 % in chinesischem/mongolischem Propolis – enthalten.[6]

Synthese

Enantiomerenreines (−)-α-Bisabolol wird üblicherweise aus natürlichen Quellen gewonnen, gleichwohl sind Syntheserouten zu (−)-α-Bisabolol bekannt; diese gehen häufig von Nerolidol aus.[7]

Racemisches α-Bisabolol, das ebenfalls Verwendung findet, ist meist synthetischen Ursprungs.[3]

Analytik

Zur zuverlässigen qualitativen und quantitativen Bestimmung von (−)-α-Bisabolol kann die Kopplung der Gaschromatographie mit der Massenspektrometrie nach adäquater Probenvorbereitung eingesetzt werden.[8][9] Auch die Anwendung der HPLC kann zur sicheren Identifizierung der Inhaltsstoffe in Pflanzenmaterial dienen.[10]

Unter Einsatz der Dampfraumanalyse eignen sich diese Verfahren auch zum Nachweis in verschiedenen Körperflüssigkeiten wie z. B. Blut, Urin oder auch Gewebeproben und Faeces.[11]

Eigenschaften

(−)-α-Bisabolol ist eine farblose bis schwach gelbliche, viskose Flüssigkeit, die unlöslich in Wasser, aber leicht löslich in Alkoholen und Ölen ist. Ihr Geruch wird als schwach blumig-süßlich beschrieben.[3]

Wirkung und Verwendung

Bisabolol wirkt entzündungshemmend auf Haut und Schleimhäute, es wird zur Hautregeneration und Wundheilung beispielsweise nach Verbrennungen oder Sonnenbrand verwendet.[12]

Diese Wirkungen wurden sowohl für den enantiomerenreinen Naturstoff wie auch für das synthetisch zugängliche Racemat beschrieben.[3]

  • Eintrag zu Bisabolole in der Consumer Product Information Database

Einzelnachweise

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