Bishopscher Ring
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Ein Bishopscher Ring (auch Ring von Bishop oder Bishop-Ring genannt) ist ein diffuser, brauner oder bläulicher Lichtschein, der sich um die Sonne herum beobachten lässt. Er tritt typischerweise nach großen Vulkanausbrüchen auf. Die erste dokumentierte Beobachtung eines Bishopschen Rings erfolgte durch Reverend Sereno Edwards Bishop aus Honolulu nach dem Ausbruch des Krakatau am 27. August 1883.[1]

Hintergrund
Beim Ausbruch des Krakatau 1883 wurden große Mengen Partikel und Schwefelgase in die Atmosphäre geschleudert. In der Stratosphäre blieben Sulfataerosole zurück, die mehrere Jahre lang für atmosphärische Phänomene wie farbenprächtige Sonnenauf- und -untergänge sorgten. Die erste Beobachtung eines Bishopschen Rings wurde 1883 veröffentlicht und als „schwacher Halo“ um die Sonne beschrieben. Am 5. September 1883 beobachtete Bishop das Phänomen, das später nach ihm benannt wurde, erstmals.[2] Das Phänomen war Gegenstand der Habilitationsschrift von Albert Riggenbach aus dem Jahr 1886.[3]
Die meisten Beobachtungen stimmen darin überein, dass der innere Rand des Rings weißlich oder bläulich-weiß ist und sein äußerer Rand rötlich, bräunlich oder violett. Der vom Ring umschlossene Bereich ist deutlich heller als seine Umgebung. Aus der Farbreihenfolge mit dem Rot am Außenrand lässt sich schließen, dass das Phänomen durch Beugung verursacht wird, da Halos immer ihren roten Teil im Inneren haben. Im Durchschnitt beträgt der Radius des Rings etwa 28°, kann jedoch je nach Aerosolgröße zwischen 10° und 30° variieren. Der maximale Wert von 30° kann nur durch sehr kleine Aerosolpartikel verursacht werden, die alle etwa gleich groß sein müssen.[4]
Es konnte nachgewiesen werden, dass der Effekt des Bishopschen Rings durch Sulfataerosole, die nach großen Vulkanausbrüchen entstehen, verursacht wird. So wurde beispielsweise nach dem Ausbruch des Pinatubo in Japan über einen langen Zeitraum hinweg ein Bishopscher Ring beobachtet.[4]
Literatur
- M. Vollmer: Koronen, irisierende Wolken und Bishop’scher Ring. In: Atmosphärische Optik für Einsteiger. Springer, Berlin, Heidelberg 2019, doi:10.1007/978-3-662-58362-3_7, S. 209–231.