Bitterkraut-Sommerwurz
Art der Gattung Sommerwurzen
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Die Bitterkraut-Sommerwurz (Orobanche picridis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Sommerwurzen (Orobanche) in der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).
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Bitterkraut-Sommerwurz (Orobanche picridis) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Orobanche picridis | ||||||||||||
| F.W.Schultz |
Beschreibung und Ökologie
Die Bitterkraut-Sommerwurz ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 40 (60) Zentimetern erreicht. Es handelt sich um einen Vollschmarotzer (Holoparasiten), der auf dem Gewöhnlichen Bitterkraut (Picris hieracioides) oder kleinköpfigen Pippau (Crepis capillaris) parasitiert. Sie bildet kein eigenes Chlorophyll und betreibt keine Photosynthese.
Die Blütezeit beginnt Ende Mai und dauert bis Juli, die Fruchtstände sind bis zum Herbst zu sehen. Der unverzweigte Stängel ist gelblichbraun, oft violett überlaufen. Die Tragblätter sind länger als die Blütenkrone.
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchhälften sind zweizähnig bis zur Mitte eingeschnitten. Die Blütenkrone ist gelblichweiß und violett geadert. Die Narbe ist rötlichviolett oder purpurfarben.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 38.[1]

Vorkommen und Gefährdung
Zum Verbreitungsgebiet dieser Art gehören Marokko, Algerien, Spanien, Portugal, Frankreich, Italien, das frühere Jugoslawien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, das europäische Russland, Weißrussland, die Türkei, Israel, Jordanien und der Kaukasusraum.[2] Der Verbreitungsschwerpunkt der Bitterkraut-Sommerwurz ist Westeuropa. Sie gedeiht in Trockenrasen auf trockenen, kalkhaltigen und mäßig nährstoffreichen Böden, vorwiegend in grasreicher Ruderalvegetation. Sie gedeiht in Mitteleuropa in Gesellschaften der Verbände Arrhenatherion oder Dauco-Melilotion.[1] Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).[3] Die Art ist in der Schweiz vom Aussterben bedroht.[3]
In Deutschland kommt die Art im Saarland, in der südlichen Pfalz, am unteren Neckar und Main, bei Darmstadt, im Werratal und bei Hildesheim vor.[4] Sie gilt in Baden-Württemberg als stark gefährdet (RL2). Die Art wurde in Nordrhein-Westfalen erstmals 2018 im Naturschutzgebiet Eskesberg, Wuppertal, nachgewiesen[5] und hielt Einzug in die aktuelle Rote Liste NRW (Stand: 2020), wo sie mit der Kategorie „R“ – extrem selten – eingestuft wird.[6]
Taxonomie
Die Erstbeschreibung von Orobanche picridis erfolgte 1830 durch Friedrich Wilhelm Schultz.
Literatur
- Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Ulmer Verlag, Stuttgart 1996, Band 5, ISBN 3-8001-3342-3.
- Otto Schmeil, Jost Fitschen, Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder, 93. Auflage, Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co., Wiebelsheim 2003, ISBN 3-494-01413-2.