Black Coffee (DJ)
südafrikanischer DJ und Musikproduzent
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Black Coffee (* 11. März 1976 in Durban; eigentlich Nkosinathi Innocent Maphumulo) ist ein südafrikanischer House-DJ und Musikproduzent. Nachdem er über Jahre seine Bekanntheit als DJ international aufgebaut hatte, gelang ihm 2017 der Durchbruch in den USA. 2022 gewann er mit seinem Album Subconsciously einen Grammy in der Kategorie Bestes Dance-/Electronic-Album. Als erster afrikanischer Künstler gewann er damit diese Grammy-Kategorie.[2]
Biografie
Black Coffee wurde in Durban geboren und zog im Alter von acht Jahren in die Stadt Mthatha im Eastern Cape.[2] Seine Kindheit dort war von einfachen Lebensverhältnissen geprägt; in dem Haus gab es kein fließendes Wasser und keine Innentoiletten, und er half im Alltag unter anderem beim Melken der Kühe seiner Großmutter.[2] Musikalisch beeinflusst wurde er von seinem Onkel, der ein Reggae-Fan war. Über die Sound-System-Crew eines Cousins erhielt er bei Partys einen frühen Einblick in eine mögliche Laufbahn als DJ.[2] Am Vorabend von Nelson Mandelas Freilassung aus der Haft wurde er 1990 im Alter von 14 Jahren bei Feiern mit Freunden von einem Auto erfasst; bei dem Vorfall starben zwei Menschen, und sein linker Arm blieb dauerhaft beeinträchtigt.[2] Er verstand die Verletzung als schweren Rückschlag, entschied sich aber, seinen Wunsch, DJ zu werden, weiterzuverfolgen.[3] Er begann ein Musikstudium in Durban und belegte Jazztheorie, brach es jedoch vor dem Abschluss ab und wurde mit zwei Freunden Begleitsänger des Gitarristen Madala Kunene. Schließlich wurden er, Thandukwazi Sikhosana und Mnqobi Mdabe ein eigenständiges Gesangstrio unter dem Namen Shana. Seine Musikkarriere begann 1994 ernsthaft, der entscheidende Durchbruch folgte jedoch erst rund zehn Jahre später.[2]
Zu der Zeit erwachte sein Interesse an der elektronischen Musikproduktion und als er die Chance bekam, an der Red Bull Music Academy in Kapstadt teilzunehmen, schrieb er sich 2003 ein. Eine Förderung erhielt er durch Oscar Mdlongwa, bekannt als Oskido, der ihn nach zunächst skeptischer Einschätzung unterstützte und ihm beim Aufbau des Labels Soulstic half.[2] Über Soulstic erschien 2005 sein Debütalbum Black Coffee, das eine Bearbeitung von Hugh Masekelas Klassiker Stimela enthielt.[2] Schon mit seinem Debüt erregte er Aufmerksamkeit und in den folgenden Jahren baute er seine Bekanntheit mit weiteren Alben aus. Dazu machte er sich mit Nachwuchsförderung und sozialen Projekten in seiner Heimat einen Namen. Nach seinem Erfolg in Südafrika vermarktete er sich gezielt im Ausland und trat anfangs teils kostenlos in Europa auf, um sich ein internationales Publikum aufzubauen.[2] Er schloss sogar einen Vertrag mit Universal, die seine Veröffentlichungen auch ins Ausland brachten. Verbunden war das mit Auftritten als DJ mit Engagements in den USA und Europa.
2010 wurde Black Coffee ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen, nachdem er 60 Stunden ohne Unterbrechung als DJ aufgelegt hatte. In den 2010er Jahren wuchs dann auch seine Bekanntheit im Ausland und er gewann spezielle Auszeichnungen wie den Breakthrough DJ Award in Ibiza und einen BET Award als bester afrikanischer Künstler in Los Angeles.
Einem breiteren Publikum bekannt wurde er erst 2017, als der kanadische Rapper Drake ihn auf seinem Nummer-eins-Mixtape More Life im Song Get It Together samplete. Das Lied schaffte sogar den Sprung in die US-Singlecharts und er wurde als Mitinterpret genannt. Daraufhin suchten zahlreiche bekannte Musiker die Zusammenarbeit mit ihm. Der erste große Erfolg war die gemeinsame Single Drive mit dem französischen DJ David Guetta, die 2018 ein Dancehit wurde und sich fast drei Monate in den US-Dancecharts hielt. In den nächsten beiden Jahren arbeitete er unter anderem mit Sängern und Sängerinnen wie Usher, Celeste und Pharrell Williams sowie dem US-DJ Diplo zusammen. Mit letzterem hatte er 2021 mit Never Gonna Forget einen weiteren Dance-Charthit.
Die Single war eines der Lieder auf seinem Album Subconsciously, auf dem auch die anderen Kollaborationen enthalten waren. Es erschien kurz nach der Single und erreichte Platz 25 der US-Dancecharts. In der Schweiz kam es sogar in die offiziellen Charts auf Platz 50. Bei den Grammy Awards 2022 wurde es in der Kategorie Bestes Dance-/Electronic-Album nominiert und gewann die Auszeichnung. Black Coffee war damit der erste afrikanische Künstler, der diese Kategorie gewann; frühere afrikanische Grammy-Gewinner waren häufig in Weltmusik-Kategorien ausgezeichnet worden.[2] Der Erfolg entsprach seinem Anspruch, Musik aus Afrika nicht auf eine separate Nische zu beschränken, sondern auf derselben Bühne wie andere internationale Dance- und Electronic-Künstler wahrgenommen zu werden.[2]
Im Mai 2026 spielte Black Coffee in der Londoner O2 Arena eine ausverkaufte Afropolitan House-Show, die eine dreistündige DJ-Performance mit Live-Orchester, Gastkünstlern und Überraschungsauftritten verband.[3] Zu den Gästen gehörte Alicia Keys; unmittelbar danach sollte Black Coffee seine sommerliche Ibiza-Residency beginnen.[3] Die Produktion knüpfte an seine lange Beziehung zu London an, wo er zuvor unter anderem im kleineren Indigo at The O2 gespielt hatte und das er als wichtigen Ort seiner internationalen musikalischen Entwicklung verstand.[3] Zugleich kritisierte er weiterhin fehlende nachhaltige Strukturen für junge Künstler in Südafrika und forderte, Künstler vom afrikanischen Kontinent nicht als Sonderfall, sondern als gleichberechtigte globale Akteure wahrzunehmen.[3]
Diskografie
Alben
- Black Coffee (2005)
- Have Another One (2007)
- Home Brewed (2009)
- Africa Rising (3-fach-CD, 2012)
- The Djoon Experience (mit Joaquin „Joe“ Claussell, 2013)
- Yo yo (mit Martine Thomas featuring Daniele die Bonaventura, 2015)
- Pieces of Me (2015)
- The Journey Continues (2016)
- Subconsciously (2020)
Lieder
- Turn Me On (2009)
- Never Saw You Coming (2009)
- Crazy (2010)
- We Are One (2011)
- Rock My World (2012)
- Traveller (2013)
- I Know What’s on Your Mind (2013)
- Ready for the World (2013)
- Never Saw You Coming (featuring Tsepo, 2015)
- We Dance Again (2015)
- Come with Me (2016)
- You Rock My World (featuring Soulstar, 2016)
- I Have Faith (featuring Mondli Ngcobo, 2016)
- I’ll Find You (featuring Cara Frew, 2016)
- Buya (featuring Toshi, 2016)
- Your Eyes (2016)
- Drive (mit David Guetta featuring Delilah Montagu, 2018)
- Wish You Were Here (featuring Msaki, 2018)
- Lalala (featuring Usher, 2019)
- Sbcncsly (featuring Sabrina Claudio, 2020)
- Ready for You (featuring Celeste, 2020)
- 10 Missed Calls (featuring Pharrell Williams & Jozzy, 2020)
- You Needed Me (featuring Maxine Ashley & Sun-El Musician, 2020)
- Never Gonna Forget (mit Diplo featuring Elderbrook, 2021)
- Breaking Hearts (featuring Amos, 2021)
- The Rapture Pt.III (mit &Me & Keinemusik, 2023)
Gastbeiträge
- Get It Together / Drake featuring Jorja Smith & Black Coffee (2017)
Auszeichnungen für Musikverkäufe
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Platin-Schallplatte
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Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.
| Land/RegionAuszeichnungen für Musikverkäufe (Land/Region, Auszeichnungen, Verkäufe, Quellen) |
Verkäufe | Quellen | ||
|---|---|---|---|---|
| — | 70.000 | aria.com.au | ||
| — | 100.000 | snepmusique.com | ||
| — | 10.000 | Einzelnachweise | ||
| — | 15.000 | radioscope.co.nz | ||
| — | 5.000 | Einzelnachweise | ||
| — | 600.000 | bpi.co.uk | ||
| Insgesamt | ||||