Blankenheimer Geisterzug
traditioneller Karnevalsumzug in Blankenheim
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Der Blankenheimer Geisterzug ist ein Karnevalsumzug, der jährlich in Blankenheim im Kreis Euskirchen am Abend des Karnevalsamstages stattfindet. Mehrere tausend Besucher kommen in den 1850[1] Einwohner zählenden Ort, um als Zuschauer, teilweise auch als Mitwirkende, an dem bundesweit einmaligen Karnevalsbrauch teilzunehmen, dessen Tradition bis ins Jahr 1613 zurückreicht.[2]

Im Blankenheimer Geisterzug sind die Narren mit einem Betttuch maskiert. Mit einer Kordel werden zwei Ohren abgebunden. Eine weitere Kordel oder ein Schal wird um den Hals gebunden. Dazu nimmt jeder Geist eine Pechfackel mit.

So ausgestattet hüpfen und tanzen die Narren mit dem Ruf Juh-Jah durch den verdunkelten Ort, um als Frühlingsgeister die finsteren Winterdämonen zu vertreiben. Zur Musik des traditionellen Karnevalsmarsches „Juh-Jah Kribbel en d’r Botz“ zieht der Blankenheimer Obergeist, der zugleich der gewählte Karnevalsprinz ist, mit seinem Gefolge durch die Stadt:[3]
Juh jah, Kribbel en der Botz
Wer dat net hätt, dä es nix notz!
Juh jah, Kribbel en der Botz
De Fassenach es do!
Ne richtige Fastelovensjeck
Dä freut sich över jeden Dreck!
Juh Jah Kribbel en dr Botz
De Fassenaach es do![4]
Ablauf und Figuren

Die Blankenheimer Kaisergarde, eine aus der Freiwilligen Feuerwehr 1961 hervorgegangene und einem kaiserlichen Garderegiment nachempfundene Gruppe mit Musikzug[5], paradiert vor dem eigentlichen Geisterzug die Strecke und bildet am Georgstor ein Spalier für die Geister.
Der Zug beginnt mit den beiden Jecke Boehnchen im Geisterkostüm, die als „Vorspringer“ den Zugweg abwechselnd rund 100 Meter vor dessen Spitze auf und ab laufen. Sie rennen dabei tänzelnd aufeinander zu und aneinander vorbei, bleiben schließlich stehen, drehen sich um und wiederholen nach kurzer Pause den Vorgang über den gesamten Zugweg. In Bezeichnung und in der Rolle, dem Zug voranzuspringen, sind sie mit dem Geckenbähnchen verwandt, der ab dem Mittelalter in Köln und anderen rheinischen Städten den Umzügen voraussprang. Die beiden Jecke-Böhnchen haben auch außerhalb des Geisterzuges eine feste Rolle im Blankenheimer Karneval und tragen dort eine eigene Uniform.[6]
Es folgt das Schellebaeumche, eine Gruppe aus fünf Personen, die mit Querföten und Trömmelchen einen Schellenbaum aus Lindenholz begleitet.[7] Die Gruppe spielt schon in der Woche vor Karneval eine Rolle, wenn sie jeden Abend durch Blankenheim zieht, um auf den kommenden Karneval einzustimmen.[6]

Mehrere Hexen mit Reisigbesen räumen den Weg um einen Teufel, der einen Dreizack trägt, frei.[7]
Der Obergeist reitet auf einem Pferd der Geisterschar voran und ist der einzige Geist, der Flügel an seinem Kostüm tragen darf. Im Jahr 2024 übernahm erstmals eine Frau diese Rolle.[8]
Während des Geisterzuges wird die Straßenbeleuchtung des Ortskernes abgeschaltet. Der Ort wird dann nur von den Fackeln der Geister und einigen bengalischen Lichtern an der Burg, den Tore und an der Ahrquelle[9][10] erleuchtet.
Der Geisterzug gilt als Höhepunkt des Blankenheimer Karnevals. Er endet in der Weiherhalle, wo anschließend ein Geisterball gefeiert wird.
- Jecke Boehnchen, gestoppt
- Geister vor dem Georgstor
- Obergeist 2020
- Spalier der Blankenheimer Kaisergarde