Blaubach (Blaufelden)

Weiler der Kleinstadt Blaufelden im Landkreis Schwäbisch Hall im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs From Wikipedia, the free encyclopedia

Blaubach (früher auch Blobach) ist ein Weiler der Kleinstadt Blaufelden im Landkreis Schwäbisch Hall im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.

Schnelle Fakten Stadt Blaufelden ...
Blaubach
Koordinaten: 49° 16′ N,  59′ O
Höhe: ca. 435 m ü. NHN
Einwohner: 94 (1. Jan. 2001)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1938
Eingemeindet nach: Blaufelden
Postleitzahl: 74572
Vorwahl: 07953
Ortseingang von Blaubach
Ortseingang von Blaubach
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Geographie

Der Ort liegt in der Region Hohenlohe, gut zwei Kilometer südlich von Blaufelden. Er befindet sich auf einer Höhe von etwa 430 bis 440 m ü. NHN in einem schmalen Tal und wird von Norden nach Süden der Länge nach vom Blaubach durchflossen, der rund einen Kilometer südlich des Ortes im Hochwasserrückhaltebecken Bemberg, auch Blaubachsee genannt, gestaut wird.

Naturräumlich betrachtet liegt Blaubach im östlichen Teil der Hohenloher Ebene, der Haller Ebene im südwestdeutschen Schichtstufenland.

Beschreibung

Das Straßendorf war in seiner Vergangenheit und ist auch noch heute stark von der Landwirtschaft geprägt. Viele der im Ort ansässigen Bewohner besitzen einen bäuerlichen Betrieb, wobei die Viehhaltung den größten Teil ausmacht. Die Höfe siedeln sich östlich und westlich der Durchfahrtsstraße an, wobei die Größe der Höfe durch den im östlichen Teil des Weilers befindlichen Blaubach baulich stark begrenzt wird. Jenseits der Höfe liegen weite Wiesen, welche teilweise als Weiden für das Vieh genutzt werden aber auch mit Obstbäumen bepflanzt wurden.

Verkehr

Blaubach ist primär durch eine nach Norden gehende, niederrangige Straße mit Blaufelden verbunden. Diese Straße macht unmittelbar südöstlich von Blaubach einen Knick nach Osten und mündet in die Bundesstraße 290. Im Jahre 1911 erhielt Blaubach überdies eine Haltestelle auf der eingleisigen und nicht elektrifizierten Bahnstrecke Crailsheim–Königshofen, welche jedoch mittlerweile wieder aufgegeben wurde. Die nächstgelegenen Bahnhöfe der Regionalbahn sind nunmehr Blaufelden im Norden und Rot am See im Süden.

Geschichte

Erwähnung findet Blaubach als Blawach erstmals im Jahre 1262 in einer Urkunde des Klosters Schäftersheim[1]. Die Einwohner Blaubachs, welche seit dem Einzug der Reformation in Württemberg ab 1526 nahezu vollständig evangelischer Konfession waren, waren aufgrund der Lage des Ortes niemals nur einer Herrschaft allein zugehörig. So wird aus dem Jahre 1799 berichtet, dass von 23 Untertanen, zwölf dem Adelsgeschlecht der Wollmershäuser, neun dem Hause Ansbach-Bayreuth, drei den Rothenburgern und einer den Hohenlohern unterworfen waren[2]. Das Gericht und die Steuerlast richtete sich ebenfalls nach der Herrschaft des jeweiligen Untertanens. Anders sah es bei der kirchlichen Zugehörigkeit des Weilers aus. Bis 1362 waren sämtliche Einwohner Blaubachs zur Kirchengemeinde in Michelbach an der Heide und anschließend in Blaufelden zugehörig[3].
Aus dem Jahre 1449 wird berichtet, dass Blaubach von Angehörigen der Nürnberger Patrizierfamilie Haller von Hallerstein zerstört wurde. Die Mühle von Blaubach, welche erstmals 1430 erwähnt und mit Wasserkraft und durch Vieh angetrieben wurde, blieb bis im Jahre 1924 in Betrieb. Im 18. Jahrhundert war Blaubach aufgrund seiner strategischen Lage zudem Zollstätte. 1910 wurde der Ort elektrifiziert.
Nach mehreren Jahrhunderten im geteilten Besitz unterschiedlicher Herrschaften, geriet Blaubach sodann im Jahr 1806 an das Königreich Bayern, jedoch bereits 1810 wieder an das Königreich Württemberg, dort in das Oberamt Gerabronn eingegliedert. 1847 hatte der Ort 222 evangelische Einwohner, darunter einen Schmied, einen Müller, einen Schuster, einen Korbmacher, einen Rechenmacher sowie eine Gastwirtschaft. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1938 während des dritten Reichs, gehörte Blaubach zum Landkreis Crailsheim.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Blaubach im April 1945 durch deutsche Gebirgsjäger sowie Angehörige der Waffen-SS gegen die vorrückenden amerikanischen Truppen für wenige Tage erfolglos verteidigt. Hierbei wurden zwanzig Soldaten und ein Einwohner getötet sowie mehrere Gebäude zerstört.
1952 erhielt Blaubach Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung. Im Zuge der Kreisreform Baden-Württembergs im Jahre 1973 kam Blaubach schließlich zum Landkreis Schwäbisch Hall.
Heute existieren in Blaubach mehrere landwirtschaftliche Betriebe, ein 24-Stunden-Selbstbedienungsladen sowie eine Schutzhütte die vom Schwäbischen Albverein unterhalten wird.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Maibaumstellen, jedes Jahr am 30. April
  • Hüttenfest, jedes Jahr auf der Albvereinshütte am letzten Juni-Wochenende
  • „Kirche im Grünen“, jedes Jahr seit 1979 am ersten Sonntag im Juli
  • „Ouklöpferle“, jedes Jahr am Donnerstag nach dem ersten Advent, bei dem die Kinder des Ortes von Haus zu Haus ziehen, Adventslieder singen und im Gegenzug Süßigkeiten erhalten

Einzelnachweise

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