Blue Film (2025)
Film von Elliot Tuttle (2025)
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Blue Film ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2025 mit Kieron Moore und Reed Birney, unter der Regie und dem Drehbuch von Elliot Tuttle. Der Film feierte am 16. August am Edinburgh International Film Festival Premiere[2] und wurde am 8. Mai 2026 veröffentlicht.
| Film | |
| Titel | Blue Film |
|---|---|
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 82 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Produktionsunternehmen | Obscured Releasing |
| Stab | |
| Regie | Elliot Tuttle |
| Drehbuch | Elliot Tuttle |
| Produktion | Bijan Kazerooni, Adam Kersh, Waylon Sall, Will Youmans |
| Musik | Isaac Eiger |
| Kamera | Ryan Jackson-Healy |
| Schnitt | Zach Clark |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Aaron Eagle, ein Fetisch-Camboy aus Los Angeles, welcher auf Findom spezialisiert ist, wird von einem seiner Zuschauer bezahlt, um eine Nacht mit ihm zu verbringen. Als es zum Treffen in Aarons Wohnung kommt, trägt der Zuschauer eine Sturmhaube über dem Gesicht und eine Kamera bei sich. Nachdem der Zuschauer die Kamera aufgestellt hat, beginnt er damit, Aaron zunehmend persönliche Fragen zu stellen. So erzählt Aaron dem Mann schließlich, dass er sich dazu entschied, als Sado zu arbeiten, nachdem er bei einer sexuellen Erfahrung mit einem Paar deren Vergewaltigungsfantasie auslebte. Die Konversation gipfelt schließlich in einem Streit, nachdem Aaron sich weigert, eine Erklärung zu seinem Gesichtstattoo abzugeben. Im Streit stellt sich heraus, dass der Zuschauer Aarons bürgerlichen Namen, Alex McConnell, kennt. Wütend zieht Aaron dem Mann die Sturmmaske vom Kopf und enthüllt seinen Klienten als seinen ehemaligen Englischlehrer Hank Grant.
Hank Grant wurde viele Jahre zuvor wegen versuchter Nötigung eines seiner Schüler verurteilt. Hank behauptet Aaron gegenüber, dass er den Jungen damals wegen eines schlechten Gewissens gehen ließ, bevor es zu sexuellen Handlungen kam. Auch erzählt er, dass er schon damals in Aaron verliebt gewesen war und er nach Los Angeles geflogen ist, um herauszufinden, was aus ihm wurde. Daraufhin kommt es zum Oralverkehr, den Hank jedoch unterbricht.
Die beiden trinken Bier und unterhalten sich über das Prinzip von Perversion, woraufhin Hank Aarons Körperbehaarung rasiert und damit eine sexuelle Fantasie seinerseits auslebt, bis sich Aaron unwohl fühlt und ihn zwingt, damit aufzuhören.
Danach unterhalten sich die beiden über ihre sexuellen Traumata. Hank erzählt Aaron, dass sein Großvater ihn vergewaltigt hatte, und er glaubt, seine Pädophilie sei eine Konsequenz davon. Aaron erzählt ihm schließlich, dass sein Gesichtstattoo eine Ode an seinen Exfreund ist, zu dem er keinen Kontakt mehr hat. Die beiden haben Geschlechtsverkehr. Als die beiden zum Schluss kuscheln, gesteht Hank, dass er den Jungen damals nicht gehen ließ, sondern dass dieser flüchten konnte.
Am nächsten Morgen gibt Hank Aaron seine Bezahlung und ein altes Jahrbuchfoto von Aaron und Hank. Danach kehrt Hank zurück nach Maine.
Rezeption
Der Film wurde von der internationalen Filmkritik überwiegend positiv aufgenommen. Bei Metacritic erreichte Blue Film auf Grundlage von zehn Kritiken einen Metascore von 86 von 100 Punkten; sämtliche erfassten Kritiken wurden als positiv gewertet.[3]
Guy Lodge bezeichnete den Film in Variety als bewusste Provokation, die jedoch nicht allein auf ihre verstörende Prämisse setze. Tuttle interessiere sich vor allem dafür, die Widersprüche und Beschädigungen seiner beiden Figuren offenzulegen und deren Bewertung dem Publikum zu überlassen. Lodge hob außerdem die Darstellungen von Reed Birney und Kieron Moore hervor.[4]
Jourdain Searles beschrieb Blue Film in The Hollywood Reporter als gleichermaßen provozierendes und fesselndes Zwei-Personen-Kammerspiel. Insbesondere die weitgehend auf einen begrenzten Raum und die beiden Darsteller konzentrierte Inszenierung verleihe dem Film die Direktheit einer kleinen experimentellen Theaterproduktion.[5]
Samantha Allen hob im queeren US-Magazin Them hervor, dass der Film die moralisch problematischen Wünsche seiner Figuren weder romantisiere noch entschuldige. Seine besondere Wirkung entstehe daraus, dass Tuttle dem Publikum keine eindeutige Reaktion vorgebe und schwierige Erfahrungen und sexuelle Traumata als Gegenstand einer offenen Auseinandersetzung behandle.[6]
Robert Abele sah in der Los Angeles Times die besondere Qualität des Films in seiner Bereitschaft, psychologisch und moralisch schwer zugängliche Bereiche zu untersuchen, ohne dem Publikum eine bestimmte Haltung vorzuschreiben. Neben Tuttles Auseinandersetzung mit Identität, Begehren, Schuld und Erlösung würdigte er insbesondere die schauspielerischen Leistungen von Moore und Birney.[7]
Veröffentlichung
Blue Film feierte am 16. August 2025 im Wettbewerb des Edinburgh International Film Festival seine Weltpremiere.[8] Zuvor war der Film nach Angaben von Regisseur Elliot Tuttle von zehn Filmfestivals abgelehnt worden. Tuttle führte dies auf die kontroverse Thematik des Films und die Zurückhaltung von Festivalveranstaltern gegenüber dem Stoff zurück.[9]
Im Februar 2026 erwarb Obscured Releasing die Vertriebsrechte für die Vereinigten Staaten und Kanada.[10] Dort kam der Film am 8. Mai 2026 in die Kinos.
Im Juni 2026 wurde bekannt, dass der deutsche Verleih Salzgeber die Vertriebsrechte für Deutschland, Österreich und die Schweiz erworben hat.[11]
Weblinks
- Blue Film bei IMDb
- Blue Film beim Queerfilmfestival 2026