Boaz Huss

israelischer Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Boaz Huss (hebräisch בועז הוס; geboren 10. Juni 1959 in Jerusalem) ist ein israelischer Professor für Kabbala am Goldstein-Goren-Lehrstuhl für Jüdisches Denken der Ben-Gurion-Universität des Negev. Er ist ein führender Gelehrter der zeitgenössischen Kabbala und insbesondere des Sohars.

Boaz Huss (2009)

Leben und Wirken

Boaz Huss absolvierte sein Grund- und Aufbaustudium an der Hebräischen Universität in Jerusalem, wo er 1986 einen Bachelor in Philosophie und Geschichte des jüdischen Denkens und 1993 einen Doktortitel in Geschichte des jüdischen Denkens erwarb. Seine Dissertation mit dem Titel Ketem Paz – Die kabbalistische Lehre von Rabbi Simeon Lavi in seinem Kommentar zum Sohar wurde von Moshe Idel betreut.[1]

Huss war Fulbright-Stipendiat an der Yale University in den Jahren 1993 bis 1994, Starr-Stipendiat am Center for Jewish Studies der Harvard University (2002) und Fellow am Institute for Advanced Studies der Hebräischen Universität Jerusalem (1998/99, 2008/09). Er lehrte an der Hebräischen Universität (1994–1996) und der Universität Tel Aviv (1995–1996), bevor er an das Goldstein-Goren-Institut für Jüdisches Denken[2] der Ben-Gurion-Universität wechselte; dort stand er dem Institut von 2010 bis 2012 vor. Er erhielt mehrere Forschungsstipendien, darunter zwei vierjährige Stipendien der Israel Science Foundation zu den Themen „Major Trends in 20th Century Kabbalah“ (2005) (deutsche Übersetzung: „Wichtige Trends in der Kabbala des 20. Jahrhunderts“) und „Kabbalah and the Theosophical Society (1875–1936)“ (deutsche Übersetzung: „Kabbala und die Theosophische Gesellschaft (1875–1936)“).[3]

Huss ist Vorstandsmitglied der Europäischen Gesellschaft für das Studium der westlichen Esoterik und war Mitglied der Redaktionsausschüsse des „Zohar Education Project“ in Chicago und des „International Journal for the Study of New Religion“.

Huss Forschungsinteressen umfassen den Sohar und seine Rezeption, die moderne und zeitgenössische Kabbala, westliche Esoterik und die New-Age-Bewegung. Seine erste Monografie widmete er der Kabbala von Rabbi Schimon Lavi, einem der ersten Kommentatoren des Sohar. In seiner zweiten Monografie untersuchte er die Rezeption des Sohar und die Konstruktion seiner symbolischen Bedeutung. Huss war einer der ersten Gelehrten, der „zeitgenössischere Ausdrucksformen jüdischer Mystik ernst nahm, die von der Forschung weitgehend ignoriert worden waren“.[4]

Publikationen (Auswahl)

  • The Zohar: Reception and impact. Littman, 2015, ISBN 978-1-904113-96-6.
  • Kabbalah and Contemporary Spiritual Revival.Ben-Gurion University Press, Beer Sheva 2011, ISBN 978-965-536-043-1.
  • Kabbalah and Modernity: Interpretations, Transformations, Adaptations. Brill, 2010, ISBN 978-90-04-18284-4, zusammen mit Marco Pasi, Kocku von Stuckrad.
  • Like the Radiance of the Sky: Chapters in the reception history of the Zohar and the construction of its symbolic value. Bialik Press & Ben Zvi Institute, Jerusalem 2008.
  • Sockets of Fine Gold: The Kabbalah of R. Shimo'n Ibn Lavi. Magnes Press & Ben-Zvi Institute, Jerusalem 2000.
Commons: Boaz Huss – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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