Bob (Mobilfunk)
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bob war von 2006 bis 2026 eine Marke der A1 Telekom Austria, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Telekom Austria AG, im Bereich der Mobilfunkdienstleistungen. Standard-Netzvorwahl war 0680.

Geschichte
Seit dem 3. Juli 2006 war die A1 Telekom Austria mit bob im österreichischen Discount-Mobilfunkmarkt vertreten. Zu Beginn wurden nur Vertragstarife ohne Grundgebühr und ohne Mindestumsatz angeboten. Das Vertragsverhältnis konnte jederzeit mit einer einmonatigen Frist gekündigt werden.
Im September 2007 bot bob auch einen Wertkartentarif mit einer befristeten Geld-zurück-Garantie an, falls der Tarif unterboten würde. Im Juni 2009 starteten bigbob, der damals billigste Freiminutentarif Österreichs, und ein Datenpaket für Handys. Mit bob breitband bot bob ab August 2009 einen Daten-Wertkartentarif für mobiles Internet an, ab 2010 gab es mit gigabob erstmals einen Datentarif mit fixer Grundgebühr.[1]
Seit Oktober 2011 ist die Telekom Austria über ihre bulgarische Tochter A1 Bulgaria mit bob auch am bulgarischen und seit November 2011 über ihre slowenische Tochter A1 Slovenija am slowenischen Markt vertreten.
Im Jänner 2014 kündigte bob an, die Entgelte zahlreicher Tarife für Bestandskunden ab 3. März 2014 zu erhöhen. Die Grundgebühren wurden um 10,1–20,2 % angehoben, Verbindungsentgelte um bis zu 83,7 %. Zudem wurde die Taktung aller Tarife auf 60/60 angehoben.[2]
Ab 2016 nutzte bob zusätzlich zum GSM- und UMTS/HSDPA-Netz auch das LTE-Netz der A1 Telekom Austria.[3]
Ab Ende 2022 konnten Gespräche in Österreich auch über VoLTE und VoWiFi abgewickelt werden. Dies verbesserte die Qualität der Sprachanrufe und verringerte gleichzeitig den Akkuverbrauch.[4]
Am 8. 7. 2026 gab die A1 Telekom Austria bekannt, die Marke "bob" einzustellen. Die bestehenden Verträge wurden zu unveränderten Bedingungen von A1 übernommen.[5]
Marketingstrategie
In der Werbung wurde bob durch das von Martin Semmelrogge gesprochene „Sprich mit bob“ bekannt. Bob war ursprünglich als so genanntes „No-Frills“- oder Discount-Mobilfunkprodukt gedacht, bei dem lediglich Sprachtelefonie- und SMS-Verbindungen über das GSM- oder UMTS/HSDPA-Netz der A1 Telekom Austria hergestellt werden konnten. Später war es möglich, auch Daten-, MMS- und Videotelefonie-Verbindungen im LTE-Netz herzustellen, auch Roaming war für alle bob-Kunden möglich. Bob bot alle Tarife ohne zeitliche Vertragsbindung an, es gab auch Tarife mit Handy und Zweijahresverträgen. Aufgrund des Discount-Modells waren bei vergleichsweise niedrigen Minutenentgelten höhere Preise für Serviceleistungen, wie zum Beispiel die Serviceline zu entrichten, die über eine Mehrwertnummer erreichbar war. Später gab es eine gratis Servicenummer, die von Montag – Samstag von 7 bis 22 Uhr (Kosten lt. Tarif) erreichbar war. Störungsmeldungen und Sim-Karten-Sperre waren auch außerhalb dieser Zeiten möglich.[6] Mit der Einführung einer jährlichen Servicepauschale war es möglich, mehrere Serviceleistungen ohne weitere Gebühren zu erhalten. Die jährliche Servicepauschale betrug 25 € (Stand März 2022) und umfasste folgende Leistungen:[7]
- SIM-Kartentausch
- Wunschsperre und Wiedereinschaltung des Anschlusses
- Sperren von Mehrwertnummern
- Diebstahlssperre
- Einrichten einer Datensperre
- Sperre für mobiles Zahlen[8]
Ab 2008 betrieb der Anbieter die Internetseite „bobtivist.at“, migriert zu einem Facebook-Account für Schnäppchenjäger mit dem Namen bobtivist, um den Ruf als Discount-Anbieter zu unterstreichen; dieses Service wurde jedoch ab 2011 nicht mehr betreut bzw. komplett eingestellt.[9] Seit 2015 betrieb bob stattdessen die Facebook-Seite „@bobfanpage“ zur Kundenbetreuung, Unterhaltung und Verbreitung von Neuigkeiten.[10]
Anmeldeprozess
Die Überprüfung der Identität und Bonität erfolgte durch einen eigens entwickelten, urheberrechtlich geschützten Anmeldeprozess, bei dem bei der Anmeldung 10 Cent vom Girokonto des Kunden abgebucht wurden, die anschließend wieder gutgeschrieben wurden. Der Kunde musste dann den in der Buchungszeile der Rücküberweisung angegebenen Code per Internet oder Hotline bekannt geben. Der Vertrag wurde im Anschluss daran freigeschaltet. Auf diese Weise konnte in einem Vorgang die Bonität und die Identität des Kunden überprüft werden.
Produkte und Services
Ab April 2010 bot bob als erster Österreichischer Mobilfunkanbieter eine Micro-SIM zum Kauf an,[11] ab 2020 zusätzlich zur physischen Triple-SIM auch die eSIM.[12]
Im Jahr 2017 führte bob den Service „Zahlen per Handyrechnung“ ein. Via „mein bob“ stand den Endkunden eine umfangreiche Selbstadministration für alle Zahlungen an Drittanbieter zur Verfügung. Die Einsicht in jede Zahlung und jedes Abo sowie die Sperre/Entsperrung von Zahlungen an Drittanbietern war damit einfach möglich. Für diese Dienste konnten auch schnell und einfach Kostenlimits festgelegt werden oder die Abos direkt beendet werden. Ab 2018 standen auch Funktionen für Ticketing und Spenden zur Verfügung, mit denen Drittanbieter (Handyparken, Kinokarten, Fahrscheine) neue Geschäftsfelder entwickeln und somit auch neue Umsatzmöglichkeiten generieren konnten.[13]
Obwohl bob eine Marke der A1 Telekom Austria war, verwendet es ein zu internationalen Mobile-Payment-Agenturen inkompatibles Protokoll. Demzufolge konnte man mit bob, im Gegensatz zu Produkten wie beispielsweise B.Free, keine internationalen Dienste, wie etwa der BOKU Inc., zum Bezahlen verwenden.[14]
Rechtsstreit: Bob vs. bob
Im September 2006 klagte der Club Bellevue, der Herausgeber des österreichischen Kulturmagazins Bob, die Mobilkom Austria AG wegen unlauteren Wettbewerbes und Kennzeichenverstoß. Das Magazin erschien bereits seit März 2005 unter demselben Namen wie die Mobilfunkmarke (ab Juli 2006), bzw. mit einem ähnlichen Logo. Etwa ein Jahr später, im Juli 2007 einigte man sich am Handelsgericht Wien auf einen Vergleich.[15]